Dynamo Dresden hat sich nach dem wiederholten Fehlverhalten seiner Fans mit den Anhängern auf einen Neun-Punkte-Plan geeinigt und wird nun doch die Kartenkontingente für die Spiele bei Eintracht Braunschweig und Union Berlin abrufen. "Damit erfüllten die Fans die von Vereinsseite gestellten Bedingung", hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Vereins. Allerdings werden die Sachsen zukünftig Auswärtskarten nur an Vereinsmitglieder verkaufen.

Unter anderem verpflichten sich die Dynamo-Fans in der Verhaltens-Richtlinie, für den Rest der Saison bei Heim- und Auswärtsspielen auf die Nutzung von Pyrotechnik zu verzichten. Zudem wollen die Fans "selbstregulierende Maßnahmen fördern", um vereinsschädigendes Verhalten zu unterbinden.

Nach Ausschreitungen beim Zweitligaspiel beim 1. FC Kaiserslautern hatte der Verein angekündigt, für die Spiele bei Erzgebirge Aue, Braunschweig und Union Berlin die Karten nicht abzurufen. Aue hatte daraufhin selbst mit Hilfe eines Sponsors die Tickets in Dresden verkauft.

Dynamo sicherte seinen Anhängern im Gegenzug zu, das Engagement in der Fanarbeit weiter zu intensivieren und sich um eine positivere Außendarstellung zu bemühen. Zudem forderten die Fans, "dass der Verein das von der DFB-Sportgerichtsbarkeit abgewendete Prinzip der 'verschuldensunabhängigen Haftung' weiter auf den Prüfstand stellt."

In der vergangenen Woche hatte das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Ausschluss des achtmaligen DDR-Meisters aus dem Pokalwettbewerb der kommenden Saison bestätigt. Dresdener Fans waren beim Pokalspiel in Hannover nicht zum ersten Mal negativ aufgefallen. Ob der Klub dagegen weiter vorgeht, ist noch nicht beschlossen.

`Der Verein wird die an ihn gerichteten Forderungen ernst nehmen und vertraut darauf, dass die Fans umgekehrt ebenso verlässlich handeln werden", sagte Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller, mahnte jedoch auch: `Beide Seiten - Fans und Verein - sollen die Erarbeitung dieser Punkte nicht voreilig als Erfolg verbuchen. Es wurde ein weiterer wichtiger Schritt gemacht, jedoch geht es jetzt für alle Beteiligten an die Umsetzung der Richtlinie, worin noch eine Menge Arbeit liegt."

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