Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) hat sich gegen eine generelle Vorverurteilung der Fans des Zweitligisten Dynamo Dresden gewehrt.

Die Zahl der gewaltbereiten Anhänger, die immer wieder für negative Schlagzeilen sorgen, sei gering, würde dem Image des achtmaligen DDR-Meisters aber nachhaltig schaden.

"Ich bin froh, dass sich Tausende wirkliche Fans auf friedliche Weise gegen diese Leute stellen", sagte Orosz bei der Jubiläumsfeier des Klubs zum 60. Geburtstag am Sonntag.

Zudem betonte die Politikerin, dass die Klubs alleine massive Probleme mit Fans nicht in den Griff bekommen könnten.

"Gewalt, Randale und Rassismus sind weder eine Sache nur des Fußballs allein, noch können sie nur von Fußballvereinen bekämpft werden", sagte Orosz: "Das muss gemeinsam geschehen. Einige 'Fans' sind einfach nicht davon abzuhalten, ihre Gewaltgelüste abzuschalten." Die Stadt werde den Klub finanziell weiterhin unterstützen.

Zuletzt war es am Freitag am Rande des Spiels der Dresdner bei Union Berlin (0:0) zu Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden 15 Beamte leicht verletzt, insgesamt 27 Personen wurden vorläufig festgenommen, blieben aber nicht über Nacht in Gewahrsam.

"Es gibt leider immer noch einige erlebnissüchtige Gewalttouristen, das ist traurig. Das kann ich, und das dürfen wir gemeinsam, nicht akzeptieren", sagte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU):

"Fußballspielen muss Spaß machen und es muss unproblematisch sein, in die Stadien zu gehen. Es gibt im Verein in Dresden eine ganz klare Distanzierung von der Gewalt, dafür bedanken wir uns."

Der achtmalige DDR-Meister hatte in der Vergangenheit immer wieder große Probleme mit Krawallen vermeintlicher Anhänger.

Im März wurde der Klub aus dem DFB-Pokal der kommenden Saison ausgeschlossen, die Verhandlung der letzten sportrechtlichen Instanz steht allerdings noch aus.

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