"Ich lerne eben schnell"
Von Daniel Rathjen und
Mathias Frohnapfel
Sport1.de: Sie sind von Grund auf eher ein ruhiger Typ. Wie beweisen Sie sich im rauen Profi-Alltag jeden Tag aufs Neue?
Badstuber: Ich arbeite hart an mir, ich gebe in jedem Training 100 Prozent und will mich weiter verbessern. In der Mannschaft war ich sofort akzeptiert und mit der Anzahl der Spiele wuchs auch mein Selbstbewusstsein.
Sport1.de: Wie kocht man einen echten Starstürmer ab? Alberto Gilardino beispielsweise...
Badstuber: Ich will den Zweikampf gewinnen. Egal, wer vor mir steht. Wichtig ist, dass ich am Ende den Ball habe.
Sport1.de: Dennoch unterscheidet sich das Tempo und die Härte doch wesentlich vom Amateurfußball...
Badstuber: Natürlich. Aber ich wachse mit den Herausforderungen. Und mit der Routine kommt die Sicherheit.
Sport1.de: Das heißt, Sie lernen einfach sehr schnell.
Badstuber: Genau.
Sport1.de: Sind Sie privat eigentlich auch so gelassen?
Badstuber: Ich bin ein geselliger Typ. Ich unternehme viel mit Freunden und wir sprechen viel. Ansonsten hat sich in meinem Leben vom Ablauf nicht so viel verändert, ich bin immer noch täglich sieben, acht Stunden auf dem Trainingsgelände.
Sport1.de: Ist das Leben als Fußballprofi so, wie Sie es sich vorgestellt haben?
Badstuber: Absolut. Ich komme viel rum, ich sehe viel von der Welt. Wenn der Erfolg da ist, ist es superschön.
Sport1.de: Wie viele Facebook-Freundschaftsanfragen bekommen Sie täglich?
Badstuber: Ach, das ist gar nicht so schlimm. Es ist schon öfter der Fall, aber ich bin da gar nicht so oft auf solchen Internet-Seiten.
Sport1.de: Sie wohnen mit Ihrer Schwester zusammen. Ist sie auch Fußball-Fan?
Badstuber: Sie schaut sich auf jeden Fall jedes Spiel an. Auf irgendeine Art und Weise muss sie also Fan sein. Aber sagen wir es mal so: Wenn ich zu Hause bin, kann ich vom Fußball abschalten.
Sport1.de: Bleibt eigentlich noch genug Zeit zum Genießen und zum Verarbeiten der ganzen Eindrücke?
Badstuber: Ja, schon. Wenn man abends im Bett liegt, kann man schon alles nochmal Revue passieren lassen und alles sacken lassen.
Sport1.de: Wie gehen Sie mit Ihrer neuen Popularität um?
Badstuber: Ach, in München geht es eigentlich ruhig zu. Die Leute kommen eher selten auf mich zu. Aber ich bekomme durch Blicke schon mit, dass ich auf der Straße erkannt werde. Für mich ist das ein schönes Gefühl.
Sport1.de: Ihr Vertrag bei Bayern läuft bis 2014, haben Sie einen Karriereplan im Kopf?
Badstuber: Erstmal bin ich froh, dass ich die nächsten Jahre weiter beim FC Bayern verbringen darf. Was danach passiert, steht in den Sternen.
Sport1.de: Terry und Pique sind Ihre Vorbilder, die spielen in England und Spanien...
Badstuber: Das sind natürlich super Spieler und super Ligen. Ich schaue mir die besten Eigenschaften wie Zweikampfstärke und Kopfballspiel ab und mache das dann zu meinem persönlichen Mix.
Sport1.de: Wäre für Ihre Entwicklung der Schritt zur Nationalmannschaft nur logisch?
Badstuber: Meine Zeit wird kommen. Ich versuche, im Verein weiter Top-Leistungen zu bringen.
Sport1.de: Gab es in der letzten Zeit Gespräche mit Joachim Löw?
Badstuber: Nein.
Sport1.de: Machen Sie sich Hoffnungen auf die WM in Südafrika?
Badstuber: Ich sehe das relaxt. Wenn es in diesem Jahr nicht klappt, gibt es noch mehrere Welt- und Europameisterschaften. Irgendwann ist das ein Ziel für mich.
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