Arsenal muss Wende ohne Fabregas schaffen
Von Marcel Braune
München/London - Im Hinspiel fühlte sich Arsene Wenger vom Schiedsrichter verpfiffen, im Rückspiel muss er die Wende ohne seinen Topstar schaffen.
Ausgerechnet Europameister Francesc Fabregas fehlt dem FC Arsenal im zweiten Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Porto (ab 20.15 Uhr LIVE).
Der Spanier, bester Torschütze und Vorbereiter der "Gunners" in der laufenden Spielzeit, fällt mit einer Oberschenkelverletzung aus.
"Das Problem ist zu gravierend. Wir können noch nicht einmal hoffen", erklärte Teammanager Wenger am Montagabend.
"Er ist ein fantastischer Spieler"
Dabei hätte der Franzose gegen Porto liebend gerne auf den Mittelfeldspieler zurückgegriffen, der im Premier-League-Spiel gegen den FC Burnley (3:1) verletzt ausgewechselt werden musste.
"Man muss sich nur seine Statistiken anschauen. 14 Tore, 15 Assists, das ist unglaublich. Er ist ein fantastischer Spieler mit fantastischer Einstellung", schwärmte Wenger.
Auch Gallas fällt aus
Darüber hinaus wird auch William Gallas weiter fehlen. Der Franzose, der die Abwehr stabilisieren sollte, musste das erste Training nach überstandenen Wadenverletzung abbrechen.
"Wir waren mit William etwas ungeduldig und haben ihn wieder richtig gefordert, weil er unbedingt zurückwollte, deshalb ist es wahrscheinlich passiert", gab sich Wenger reumütig.
Ergebnis dieser Ungeduld ist eine erneute Wadenverletzung und eine weitere mehrwöchige Pause für Gallas.
Almunia trägt Kapitänsbinde
Immerhin steht im Rückspiel wieder Stammtorwart Manuel Almunia zwischen den Pfosten der "Gunners". Der Spanier, der im Hinspiel verletzungsbedingt gefehlt hatte, vertritt Fabregas gegen Porto als Kapitän.
"Wenn Cesc und Robin van Persie nicht dabei sind, übernehme ich die Kapitänsrolle", erklärt Almunia, der eine einfache Marschroute ausgibt: "Wir müssen einfach rausgehen und für den Sieg kämpfen."
Wengers Wut noch nicht verflogen
Im Hinspiel waren Almunias Ersatzmann Lukasz Fabianski beim 1:2 in Porto bei beiden Gegentrefferm schlimme Patzer unterlaufen. Wenger hatte sich aber nach anschließend vor allem über Schiedsrichter Martin Hansson geärgert.
Bei Portos Siegtreffer durch Falcao in der 51. Minute hatte der Schwede ein Zuspiel von Arsenals Sol Campbell zu Fabianski als absichtlichen Rückpass gewertet.
Den folgenden indirekten Freistoß führte Portos Ruben Micael blitzschnell aus, was Hansson - sehr zum Ärger Wengers ebenfalls - nicht unterband.
Portos letzte Chance
Für die Portugiesen ist die europäische Königsklasse die allerletzte Chance, die bisher völlig missratene Saison zu retten - und damit Trainer Jesualdo Ferreira auch den Job.
"Einige meiner Spieler sind zur Zeit sehr ausgelaugt, aber wir haben noch einige Ziele, die wir erreichen können", meinte der Coach.
Der Champions-League-Sieger von 2004 hat allerdings in 14 Partien auf der Insel noch keines gewinnen können.
Seine Hoffnungen auf Ende der schwarzen Serie setzt Porto auf Mittelfeldregisseur Raul Mereiles, der seine Verletzung auskuriert hat, und den im Hinspiel gesperrten Stürmer Hulk.
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