"Das Spiel hat viele Körner gekostet"
Aus Florenz berichtet Mathias Frohnapfel
Florenz - Es war ein hartes Stück Arbeit. Doch nun ist es vollbracht.
Der FC Bayern hat sich gegen den AC Florenz ins Viertelfinale der Champions League vorgekämpft - sehr zur Freude von Christian Nerlinger. (Die Stimmen zum Spiel)
"Wir wussten, dass es schwer werden würde", sagte der Münchner Sportdirektor am Dienstagabend.
Nach dem 2:1-Erfolg im Hinspiel waren die Münchner anhand der Zwischenstände mehrfach ausgeschieden und kamen doch immer wieder zurück. (die Bilder)
Die 2:3-Niederlage sicherte letztlich dank der mehr erzielten Auswärtstore das Weiterkommen.
In der Runde der letzten Acht wartet nun die "Creme de la Creme" Europas, wie es Nerlinger ausdrückt. "Wir wollen mit Selbstvertrauen ins Viertelfinale gehen, aber die Luft wird dünn", erklärt er offen.
Torhüter Jörg Butt wird von Nerlinger nach der unglücklicher Parade vor dem ersten Florentiner Treffer in Schutz genommen:
"Man muss die Bedingungen in Florenz sehen. Wenn der Ball dann so auf einen zukommt, ist es möglich, ihn prallen zu lassen. Ich sehe da überhaupt keinen Torwartfehler."
Im Sport1.de-Interview spricht Nerlinger über den Achtelfinal-Krimi, den Poker um Franck Ribery und die Auswirkung des Champions-League-Erfolgs auf die Bundesliga.
Sport1.de: Herr Nerlinger, wie groß ist die Freude nach dem Viertelfinaleinzug, nachdem es bis zum letzten Moment gegen Florenz ja brenzlig war?
Christian Nerlinger: Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Sie ist immer wieder zurückgekommen und hat sich mit einer unglaublichen Einstellung gewehrt. Sie steht im Großen und Ganzen zu Recht unter den letzten Acht in der Champions League.
Sport1.de: Wie wichtig war es für den FC Bayern weiterzukommen - auch bezogen auf die Zukunft von Franck Ribery?
Nerlinger: Das werden wir sehen, die Gespräche gehen wir in Bälde an. Nicht heute, nicht morgen, aber in Bälde. Wir gehen da mit aller Gelassenheit ran und werden sehen, wie die weitere Entwicklung ist.
Sport1.de: Hat der hart erkämpfte Erfolg Ihre Mannschaft sehr viele Körner gekostet?
Nerlinger: Ja natürlich. Vor allem wenn man gesehen hat, wie die Jungs gefightet haben und sie dann in der Kabine gesehen hat. Ich hoffe, dass die meisten Verletzungen bis zum Samstag auskuriert sind. Mit einem Weiterkommen lässt sich aber damit ganz gut leben.
Sport1.de: Wie bewerten Sie die Leistung des spanischen Schiedsrichters Undiano Mallenco?
Nerlinger: Ich denke, dass er in diesem Hexenkessel eine sehr gute Partie gemacht hat.
Sport1.de: Nach dem umstrittenen Abseitstor aus dem Hinspiel war das nicht ganz unwichtig.
Nerlinger: Ja, richtig. Der Schiedsrichter hat das wie gesagt hervorragend gelöst.
Sport1.de: David Alaba hat als 17-Jähriger in der Champions League debütiert. Welchen Eindruck hinterließ er bei Ihnen?
Nerlinger: David Alaba hat aus meiner Sicht eine hervorragende Partie gespielt.
Sport1.de: Und wie wirkt sich die Erfolgsgeschichte in Champions League aus Ihrer Sicht auf die Bundesliga aus?
Nerlinger: Erfolgserlebnisse sind immer wichtig, gerade bei der Schlagzahl an Spielen, die wir vor uns haben. Am Samstag gegen Freiburg steht ein sehr wichtiges Spiel an. Die anderen Konkurrenten haben schwere Gegner (Leverkusen spielt gegen Hamburg, Schalke gegen Stuttgart, Anm. der Red.), vielleicht können wir uns ein wenig absetzen.
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