Bayern kommt mit violettem Auge davon
Das blaue Auge, mit dem die Bayern in Florenz davon gekommen sind, schimmert violett. Die Münchner stehen zwar im Viertelfinale der Champions League.
Doch der Gegner machte überdeutlich klar, wie anfällig der deutsche Rekordmeister aktuell ist.
Die FCB-Abwehr wirkte bei der 2:3-Niederlage nicht nur wegen der drei Gegentreffer bedenklich bröselig.
Dabei agierte Debütant David Alaba überraschend kühl und überlegt, der Wiener war nicht die befürchtete Schwachstelle.
Doch Innenverteidiger Daniel van Buyten leistete sich einige Unkonzentriertheiten, Nebenmann Holger Badstuber leitete mit seinem missglückten Kopfball die Chance ein, die zum ersten Florentiner Tor führen sollte.
Und es wird wohl nun mehr über Torwart Jörg Butt gesprochen, als dem Routinier lieb sein könnte.
Nach dem Patzer bei Lukas Podolskis Freistoßtreffer in Köln muss er sich zumindest vorwerfen lassen, beim 0:1 Riccardo Montolivos Gewaltschuss in Richtung Gegner abgelenkt zu haben.
Trotz aller äußeren Bedingungen wie Wind, rutschigem Boden und den neuartigen Flatterbällen wird diese Szene Butt selbst am meisten ärgern.
Die Rettung der Bayern kam in Gestalt zweier Niederländer: Mark van Bommel und Arjen Robben demonstrierten bei ihren Schüssen von außerhalb des Strafraums, was Vorsprung durch Technik bedeutet.
Erst nach Robbens Treffer bekamen die Bayern die Partie langsam wieder in Griff.
Am Ende steht das Weiterkommen und der skeptische Blick aufs Viertelfinale.
Teams wie Arsenal, das mit 5:0 über Porto hinwegfegte, dürften die Defensivschnitzer noch erbarmungsloser nutzen als die Fiorentina.
Selbst in der Offensive müssen sich die Münchner jetzt Sorgen machen.
Bayerns Kreativspiel, inklusive der hochgelobten Flügelflitzer Arjen Robben und Franck Ribery, ist zu stoppen: Sei es durch feinorchestriertes Verschieben der Abwehrblöcke, wie es Florenz vorexerzierte, oder durch schlichtes, aber hartnäckiges Rackern in der Verteidigung.
Beste Beispiele: Die Kellerkinder Nürnberg und Köln, die dem Bundesliga-Spitzenreiter so jeweils ein Remis abzwangen.
Im Viertelfinale der Königsklasse muss für den FCB dennoch nicht Schluss sein.
Die Mannschaft ist intakt ebenso wie das Selbstvertrauen, auf Rückschläge jederzeit reagieren zu können.
Um aber zu den vier besten Mannschaften Europas zu gehören, muss eine Leistungssteigerung her.
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