Ferguson: "Das war typisch deutsch"
Von Olaf Mehlhose und Daniel Rathjen
München - Wayne Rooney hatte die Nase gestrichen voll.
Mit hängendem Kopf stapfte der Goalgetter von Manchester United nach dem Ausscheiden aus der Champions League durch die Mixed-Zone.
Zum Spiel wollte sich Rooney, der in dieser Saison in den verschiedenen Wettbewerben bereits 34 Tore erzielt hat, nicht äußern. (DATENCENTER: Champions League)
Zu tief saß der Frust, nachdem den "Red Devils" der fast schon sicher geglaubte Halbfinal-Einzug doch noch aus den Händen geglitten war.
Ferguson als schlechter Verlierer
"Wir sind enttäuscht", fasste der zweifache Torschütze Nani die Stimmung im Team zusammen: "Wir haben in der ersten Hälfte so gut gespielt. Wir haben drei Tore geschossen und eine unser besten Leistungen in diesem Jahr gezeigt. Und jetzt sind wir trotzdem draußen."
Sir Alex Ferguson zeigte sich nach dem Spiel als schlechter Verlierer. Manchesters Trainer regte sich vor allem über die gelb-rote Karte für Rafael auf.
Ohne das Einwirken der Bayern-Spieler hätte Referee Nicola Rizzoli den 19-Jährigen "niemals vom Platz gestellt", meinte Ferguson.
"Alle Spieler sind zum Schiedsrichter gelaufen und haben die rote Karte gefordert ", kritisierte er.
"Für mich war das die Schlüsselszene. Mit elf Spielern hätten wir nicht verloren. Das war typisch deutsches Verhalten: Sie haben ihre Chance gesehen und den Referee gezwungen, Rafael vom Platz zu stellen. Mit elf Spielern wären wir nicht ausgeschieden." (Die Bilder der Rückspiele)
Van Gaal kontert
Allerdings standen nur fünf deutsche Spieler im Aufgebot der Bayern. Louis van Gaal ließ die Einschätzung Fergusons dann auch nicht unwidersprochen im Raum stehen.
"Ich teile die Meinung von Sir Alex nicht. Ein Fußballer muss aggressiv sein und sich trotzdem unter Kontrolle haben. Jeder Spieler weiß, dass eine zweite gelbe Karte die Herausstellung bedeutet", sagte Bayerns Trainer:
"Nach dem Spiel ist es einfach zu sagen: Mit elf Mann wären wir weitergekommen. Ich glaube er war enttäuscht. Eigentlich ist England ja für Fairness bekannt."
Rooney "absichtlich attackiert"
Ferguson hatte aber noch weitere Vorwürfe parat. So beklagte er sich über die angeblich harte Gangart gegen Rooney und unterstellte der Bayern-Verteidigung, den angeschlagenen Knöchel des Stürmers "absichtlich attackiert" zu haben:
"Wir haben das erwartet. Aber es ist Sache des Schiedsrichters, so etwas zu unterbinden."
Mit der Nominierung des angeschlagen Torschützen hatte der 68-jährige Schotte viel riskiert. Vielleicht zu viel, sollte sich Rooneys Verletzung durch den Einsatz verschlimmert haben.
"Ausscheiden ist unverdient"
Insgesamt sei das Ausscheiden nach den beiden Partien unverdient. "Ich glaube, das bessere Team ist diesmal nicht weitergekommen", behauptete Ferguson.
Doch zumindest an Arjen Robbens Traumtor hatte er nichts auszusetzen: "Das war ein toller Schuss."
Englische Teams draußen
Im Gegensatz zu den letzten drei Jahren, als jeweils drei englische Teams im Halbfinale standen, findet die diesjährige Vorschlussrunde gänzlich ohne ein Team aus der Premier League statt.
Erstmalig seit 2004 wird ein Champions-League-Endspiel ohne eine englische Mannschaft ausgespielt. Dass die Briten davon nicht begeistert sind, ist nachzuvollziehen.
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