Nach Niederlage: Stars sauer auf Villas-Boas
London - Erst kassierte er den nächsten sportlichen Wirkungstreffer, nun hat er auch noch Stress mit den Stars:
Trainer Andre Villas-Boas vom FC Chelsea muss nach dem 1:3 in der Champions League beim SSC Neapel ( Bericht) um seinen Job kämpfen (DATENCENTER: Champions-League-Achtelfinale).
Frank Lampard und Ashley Cole werden sich dabei nicht als Fürsprecher des Portugiesen hervortun, beide Stars hatte Villas-Boas im wichtigen Achtelfinal-Hinspiel auf die Bank gesetzt. (DIASHOW: Achtelfinale-Hinspiele)
Die englischen Nationalspieler waren darüber alles andere als "amused".
Keine guten Voraussetzungen, um den Negativtrend umzukehren.
Rund um die Stamford Bridge rumort es. Andre Villas-Boas, der sein Handwerk als Co-Trainer von Meistercoach Jose Mourinho erlernt hat, wird dabei immer mehr zum traurigen Hauptdarsteller.
Scharfe Kritik von Cole
Am Abend vor der Begegnung mit dem SSC Neapel hatte Villas-Boas auf die Talfahrt in der Premier League reagiert und seine Führungsspieler Cole und Lampard zu einem klärenden Gespräch gebeten.
Linksverteidiger Ashley Cole verzichtete dabei laut Informationen der "Sun" auf die sprichwörtlichen Samthandschuhe und kritisierte Villas-Boas scharf.
"Ich bin hierhergekommen, um Trophäen zu gewinnen. Aber das werde ich mit dieser Taktik niemals", wird Cole zitiert.
Eklatante Abwehrschwächen
Den Beweis blieb die Elf der "Blues" nicht lange schuldig.
Chelsea zeigte ohne den verletzten John Terry vor allem in der Abwehr eklatante Schwächen.
Auch die eingewechselten Cole (12.) und Lampard (70.) konnten das Unheil nicht abwenden, nun muss Chelsea im Rückspiel zwei Tore aufholen. Das ist in der jüngeren Geschichte der Champions League erst drei Teams gelungen.
"Wir haben Spieler von hoher Qualität, die die Sache umdrehen können. Wir werden bis zum Ende kämpfen. Es könnte aber besser sein, weil wir kaum Zeit zur Erholung haben", sagte Villas-Boas nach dem Spiel.
Kredit aufgebraucht
Was für seine angeschlagenen Spieler gilt, trifft auch auf Villas-Boas zu.
Vor Saison-Beginn wurde er bei seiner Vorstellung als "Mini-Mourinho" gefeiert, man versprach sich in London "großartige Erfolge auf nationaler Ebene und in europäischen Wettbewerben."
Nun droht dem 34-Jährigen die Zeit davonzulaufen. Nur zwei der letzten zehn Spiele konnte Chelsea in der Premier League gewinnen.
Ein Aus im Achtelfinale würde den steilen Aufstieg von Villas-Boas wohl per Vollbremsung stoppen, vielleicht aber auch schon eine Niederlage am Samstag gegen die Bolton Wanderers. Die Fans der "Blues" forderten unlängst schon per Sprechchor den richtigen Mourinho zurück.


