Bayern am Scheideweg: Triple oder Trauma?
Aus Basel berichtet Martin Volkmar
Basel - Triple oder Trauma?
Schon die 90 Minuten von Basel können richtungweisend für die Saison des FC Bayern sein.
Vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim Schweizer Meister (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) dürfen die Münchner noch von allen drei Titeln träumen.
Doch nach den schwachen Leistungen in der Rückrunde und dem Abrutschen auf Platz drei ist die Verunsicherung spürbar.
Auch eine Pleite beim heimstarken FC Basel und damit verbundene massive Turbulenzen beim deutschen Rekordmeister sind nicht mehr ausgeschlossen.
"Wir wissen, dass wir schlecht gespielt haben und wollen das korrigieren", sagte Philipp Lahm.
"Natürlich sind wir Favorit"
Und bei SPORT1 ergänzte der Kapitän: "Basel hat Manchester United in der Gruppenphase aus der Champions League gekickt. Deshalb sind sie ein schwieriger Gegner. Aber natürlich sind wir Favorit, das ist uns allen klar." ( DATENCENTER: Champions League)
Doch dieser Favoritenrolle müssen die Bayern im Gegensatz zum enttäuschenden 0:0 beim SC Freiburg im mit 36.000 Zuschauern seit Wochen ausverkauften St. Jakob-Park gerecht werden.
Breitner fordert, Hoeneß warnt
"Es kommt darauf an, nicht solche 90 Minuten wie in Freiburg abzuliefern. Es geht nicht um den FC Basel, sondern nur darum, dass wir unsere Mannschaft so sehen, wie wir es gewohnt sind", forderte Chefscout Paul Breitner im Gespräch mit SPORT1
.
Gleichzeitig warnte Präsident Uli Hoeneß davor, den Außenseiter zu unterschätzen: "Unsere Mannschaft ist sehr gut beraten, das Spiel sehr ernst zu nehmen. Das zeigt das Beispiel Manchester United." (DIASHOW: Achtelfinal-Hinspiele der Champions League )
Die Fakten zum Spiel:
• Personal:
Bis auf die verletzten Bastian Schweinsteiger und Diego Contento hat Trainer Jupp Heynckes alle Spieler zur Verfügung.
Arjen Robben kehrt gegen die Schweizer in die Startelf zurück, dafür muss Thomas Müller weichen. Zudem spielt Anatoliy Tymoshchuk für Luiz Gustavo.
Basels Coach Heiko Vogel hat bis auf Genseric Kusunga (Angina) alle Mann an Bord, darunter die beiden von einem Kreuzbandriss wiedergenesenen Valentin Stocker und Gilles Yapi.
In Alex Frei, Marco Streller, Benjamin Huggel, Philipp Degen und dem Deutschen Markus Steinhöfer werden voraussichtlich fünf ehemalige Bundesligaprofis in der Anfangsformation stehen.
• Bilanz:
In der vergangenen Saison traf der FC Bayern bereits auf den "kleinen FCB" und gewann 3:0 zu Hause und 2:1 in Basel - dank zweier Treffer des diesmal fehlenden Schweinsteiger.
Nur einmal verloren die Münchner, die in der Qualifikation zur aktuellen Champions League zweimal gegen den FC Zürich gewannen, gegen ein Schweizer Team: 1987 gegen Neuchatel (1:2).
Allerdings hat der deutsche Rekordmeister nur vier der vergangenen zwölf Auswärtsspiele für sich entschieden.
Und die Baseler sind besonders heimstark, verloren in dieser Saison nur im Oktober gegen Benfica Lissabon und im August gegen den FC Zürich.
• Spieler im Fokus: Xherdan Shaqiri
Für mehr als zehn Millionen Euro haben die Münchner den 20 Jahre alten Shootingstar noch vor dem direkten Duell aus seinem bis 2014 laufenden Vertrag gekauft.
Dennoch will Shaqiri auf seinen künftigen Arbeitgeber keine Rücksicht nehmen. "Noch trage ich das Trikot des FC Basel. Ich werde alles dafür geben, dass wir gewinnen", sagte der Mittelfeldwirbler.
Alle Experten erwarten eine starke Vorstellung des Jung-Nationalspielers, der auf großer Bühne bislang immer seine besten Leistungen gezeigt hat.
"Er ist durch und durch Fußballer. Shaq ist zwar körperlich klein, aber ein Riese", sagt sein Trainer Heiko Vogel.
• Das sagen die Trainer:
Jupp Heynckes (FC Bayern): "Basel ist eine absolute Top-Adresse, das wird kein leichter Gang. Und es ist klar, dass der FC Bayern nicht ausscheiden darf."
Heiko Vogel (FC Basel): "Das notwendige Glück muss auf der Seite des Siegers sein - und das gilt nicht nur für uns, sondern auch für die Bayern."
• Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Basel: Sommer - Degen (Park), Abraham, Dragovic, Steinhöfer - Huggel, Xhaka - Shaqiri, Stocker - Streller, A. Frei
München: Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm - Tymoshchuk, Alaba- Robben, Kroos, Ribery - Gomez
Schiedsrichter: Rizzoli (Italien)



