Inter: Moratti schon auf Trainersuche?
Marseille - Nach dem Albtraum im Stade Velodrome stehen Inter Mailands Trainer Claudio Ranieri weitere qualvolle Nächte bevor:
Denn durch die Last-Minute-Pleite im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Olympique Marseille mit 0:1 (0:0) ( Bericht) ist nicht nur der Verbleib des italienischen Ex-Meisters in der Köngisklasse gefährdet, sondern wird auch für Ranieri die Luft wohl langsam dünner ( DATENCENTER: Champions League).
Laut italienischen Medien jedenfalls schaut sich Vereinspräsident Massimo Moratti aufgrund der vierten Niederlage in Serie ohne Torerfolg bereits nach einem geeigneten Nachfolger um.
Ranieri flüchtete sich angesichts der deprimierenden Lage in Zweckoptimismus.
"Ich bin enttäuscht vom Ausgang, aber sehr zufrieden mit unserem Auftritt, mit dem Engagement und unserem Kampfgeist", sagte der 60-Jährige, der erst seit September 2011 im Amt ist:
"Jetzt steht uns im Rückspiel eine schwierige Aufgabe bevor, aber wir haben genug Qualität, um in Mailand zwei Tore zu machen, also wird es ein unterhaltsames Spiel." (DIASHOW: Achtelfinal-Hinspiele der Champions League )
Prominente Nachfolger im Gespräch
Ob der gebürtige Römer nach der Pleite beim Champions-League-Sieger von 1993 durch Andre Ayews Tor in der dritte Minute der Nachspielzeit im Rückspiel in San Siro am 13. März noch auf der Trainerbank sitzt, ist aber fraglich.
Als Nachfolger werden bereits klangvolle Namen wie Franco Baresi, italienischer Ex-Nationalspieler und Star-Libero vom Stadtrivalen AC Mailand, oder auch Luis Figo gehandelt. Der ehemalige portugiesische Weltstar beendete 2009 seine Spielerkarriere bei Inter.
Ebenso gilt der jüngst als Trainer der englischen Nationalmannschaft zurückgetretene Fabio Capello als Kandidat.
Präsident Moratti sauer
Bislang alles nur Spekulation, eines ist aber klar: Inter-Boss Moratti ist fuchsteufelswild wegen der anhaltenden Schwächeperiode des Tabellensiebten der Serie A.
Schon beim 0:3 gegen den FC Bologna am vergangenen Wochenende war er bereits nach 60 Minuten restlos bedient aus dem Giuseppe-Meazza-Stadion geflüchtet.
Nach der Pleite von Marseille verließ der Erdölmagnat die Arena, ohne die Inter-Spieler zu grüßen.
Für eine bessere Laune des Präsidenten hätte bereits in der elften Minute Diego Forlan sorgen können. Doch Uruguays WM-Star scheiterte aus kurzer Entfernung an Olympique-Keeper Steve Mandanda.
Marseille setzt Höhenflug fort
Es sollte die beste Gelegenheit für den weitesgehend harmlosen Champions-League-Sieger von 2010 bleiben.
Die Gastgeber brannten vor 37.346 Zuschauern zwar ebenfalls kein Offensivfeuerwerk ab, setzten ihren Höhenflug aber dennoch fort.
Nach einer Ecke von Mathieu Valbuena erzielte der ghanaische Nationalspieler Ayew kurz vor Spielende per Kopf den Siegtreffer für Marseille, das seit nunmehr 16 Pflichtspielen ungeschlagen ist.
"Ein kleiner Vorteil"
"Als wir trafen, hatten sie keine Chance mehr, zurückzukommen", sagte Olympique-Trainer Didier Deschamps.
Der frühere Welt- und Europameister hebt aber trotz der glänzenden Ausgangsposition vor dem Rückspiel in drei Wochen nicht ab.
"Es ist ein kleiner Vorteil", sagte Deschamps und fand zugleich mahnende Worte: "Wir werden nicht in der Position sein, uns nur zurücklehnen und abwarten zu können."


