Guardiola: "Wir werden in München dabei sein"
Von Christian Stüwe
München - Die Situation ist ernst, aber Barcelonas Trainer Pep Guardiola hat seinen Optimismus nicht verloren.
"Ich habe keine Zweifel daran, dass wir in München dabei sein werden", sagte Guardiola vor dem Rückspiel gegen Chelsea (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).
Das Hinspiel in London hatte Barca mit 0:1 verloren, auch im Clasico gegen Real Madrid kassierte Spaniens Meister am Samstag eine Niederlage. ( NACHBERICHT: Mourinhos minimalistisches Meisterwerk)
Von einer Krise will Guardiola aber nichts wissen. (DATENCENTER: Champions League)
"Glauben Sie mir, wenn ich sage, dass wir es schaffen werden", sagte der 41 Jahre alte Coach: "Ich glaube aus hundert Gründen daran, dass meine Spieler Chelsea schlagen werden."
Er sei Optimist, fügte Guardiola auf der Pressekonferenz vor der Partie hinzu. Die Niederlagen hätten schon einige Tage geschmerzt, doch nun blicke er nach vorne.
Er habe Vertrauen in die Mannschaft, so der Trainer. "Unsere Halbfinals waren immer knapp. Das Hinspiel war enttäuschend, aber wir dürfen nicht darüber nachdenken." (DIASHOW: Die Bilder des Hinspiels)
Di Matteo fordert ein Tor
Dennoch droht Barca der Fluch der Titelverteidigung einzuholen. Noch nie konnte eine Mannschaft zweimal in Folge die Champions League gewinnen. (DIASHOW: Die gescheiterten Titelverteidiger)
Sollte Chelsea ein Tor im Camp Nou erzielen, müsste Barcelona schon dreimal treffen. Und die Blues wittern ihre Chance:
"Wir werden unsere Gelegenheiten bekommen und versuchen, ein Tor zu machen", sagte Chelseas Interimscoach Roberto Di Matteo: "Auf ein torloses Unentschieden zu spielen dürfte sehr schwierig werden."
SPORT1 hat die Fakten zum Spiel.
• Ausgangslage:
Die Offensivmaschine des FC Barcelona ist ins Stocken geraten.
Zwar hatten die Katalanen sowohl gegen Chelsea wie auch gegen Madrid wie gewohnt mehr Ballbesitz, verloren aber beide Spiele und erzielten nur ein Tor.
Der Nimbus der quasi unbesiegbaren Übermannschaft wackelt.
Chelsea hingegen erlebt nach der Entlassung von Andre Villas-Boas einen bemerkenswerten Aufschwung. Am Wochenende erkämpften sich die Blues in der Premier League ein 0:0 gegen Arsenal.
Für Extra-Motivation dürfte außerdem sorgen, dass viele der Leistungsträger wie John Terry, Frank Lampard, Didier Drogba oder Petr Cech schon im fortgeschrittenen Fußballer-Alter sind und nicht mehr allzu viele Chancen bekommen dürften, die Champions League zu gewinnen.
• Spieler im Blickpunkt:
Lionel Messi: Der Weltfußaller ist normalerweise der Spieler, der den Unterschied ausmacht. Doch sowohl gegen Chelsea als auch gegen Real wurde Messi durch konsequente Doppeldeckung abgemeldet, was ihn im Clasico sogar zu einem Frustfoul verleitete.
Gegen Chelsea ist dem Argentinier außerdem noch nie ein Treffer gelungen. Es dürfte entscheidend sein, ob Messi diesen Bann brechen kann.
Didier Drogba: Der Ivorer erzielte im Hinspiel den einzigen Treffer. Allerdings sorgte der Stürmer auch mit Schauspieleinlagen und Zeitschinden für Ärger.
Überhaupt ist der 34 Jahre alte Angreifer nicht unumstritten, bei den Blues schien er schon auf dem Abstellgleis.
Ob sein sein im Sommer auslaufender Vertrag verlängert wird, schien fraglich. Doch seine derzeitige Topform könnte die Ausgangslage verändern.
"Ich denke, was Didier gerade zeigt, wird den Klub zum Umdenken zwingen", sagt Drogbas Manager Thierno Seidy.
• Das sagen die Trainer:
Josep Guardiola (Barcelona): "Es ist unmöglich, vor einem solchen Spiel nicht aufgeregt zu sein. Die Spieler sind Menschen, sie wollen gut spielen und Titel gewinnen. Aber die Spieler wissen genau, wie man solche Spiele angeht."
Roberto Di Matteo (Interimstrainer Chelsea): "Es ist ein 50:50-Spiel. Wir haben einen Vorteil, aber wir wissen, wie schwierig es wird. Ich denke, wir müssen ein Tor schießen, um eine größere Chancen zu haben."
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Barcelona: Valdes - Alves, Mascherano, Pique (Adriano), Puyol - Busquets - Xavi, Iniesta - Messi, Sanchez, Fabregas
Chelsea: Cech - Ivanovic, Cahill, Terry, Cole - Mikel - Lampard, Meireles - Mata, Ramires - Drogba

