Gladbach zahlt Lehrgeld und braucht ein Wunder
Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach hat beim Comeback auf der europäische Bühne nach 16 Jahren viel Lehrgeld bezahlt.
Der fünfmalige deutsche Meister unterlag im Playoff-Hinspiel zur Gruppenphase der Champions League den abgezockten Profis des ukranischen Vizemeisters Dynamo Kiew mit 1:3 (1:2) und steht im Rückspiel am nächsten Mittwoch vor einer fast unlösbaren Aufgabe.
Damit werden die Gladbacher aller Voraussicht nach in der Europa League starten (DATENCENTER: Alle Spiele der CL-Playoffs).
Youngster Ring mit der Führung
Alexander Ring brachte die engagiert auftretenden Gladbacher in der 13. Minute zwar verdient in Führung, doch der 13-malige Champion aus der Ukraine schlug eiskalt zurück und bestrafte Gladbacher Fehler gnadenlos.
Taras Michalik glich in der 28. Minute mit einem von Filip Daems abgefälschtem Distanzschuss aus, Andrej Jarmolenko traf noch vor der Pause zur Führung der international erfahrenen Gäste (36.).
Eigentor von de Jong
Die Neuzugänge Granit Xhaka und Luuk de Jong hatten zuvor den Ball im Mittelfeld leichtfertig vertändelt.
Zu allem Überfluss traf de Jong (81.) in der Schlussphase auch noch ins eigene Tor (DIASHOW: Die Bilder der Playoff-Hinspiele).
Favre sauer über Einstellung
"Ein Spiel dauert 90 Minuten. Es ist einfach, 20 Minuten gut zu spielen", ärgerte sich Trainer Lucien Favre über das Spiel seiner Mannschaft.
Favre hatte vor der Begegnung vor 45.075 Zuschauern im Borussia-Park ein glückliches Händchen bewiesen.
Ring für Herrmann
Im Gegensatz zum 2:0-Sieg im DFB-Pokal bei Drittligist Alemannia Aachen gab er dem finnischen Nationalspieler Ring den Vorzug gegenüber Patrick Herrmann im rechten Mittelfeld.
Der 21-jährige Ring hatte in einer stürmischen Anfangsphase der Gastgeber auch die erste Chance (2.), bevor er elf Minuten später ein Zuspiel von Juan Arango mit einem Flachschuss zur Führung abschloss.
Xhaka und de Camargo scheitern
Die Gladbacher begannen insgesamt sehr konzentriert und äußerst laufstark.
Xhaka scheiterte schon vor dem 1:0 mit seinem Distanzschuss an Dynamo-Schlussmann Maxim Kowal (7.), Igor de Camargo schoss fünf Minuten später aus guter Position über das Tor der Gäste.
"Wir haben voller Euphorie angefangen", stellte Sportdirektor Max Eberl in der Halbzeitpause fest: "Wir haben es gut gemacht, bis auf einige Kleinigkeiten."
Diese Kleinigkeiten wurden von den Gästen, bei denen der Ex-Berliner Raffael zunächst auf der Bank Platz nehmen musste und erst in der 78. Minute eingewechselt wurde, jedoch konsequent ausgenutzt.
Stranzl und Dominguez harmonieren
Kiew agierte zunächst immer wieder mit langen Bällen auf ihre einzige Sturmspitze Ideye Brown.
Die Gladbacher Innenverteidigung mit Martin Stranzl und Neuzugang Alvaro Dominguez hatte damit allerdings in der Anfangsphase keine Probleme.
Doch nach 25 Minuten schlichen sich einige Unaufmerksamkeiten ins Spiel der Gastgeber ein. Der Ausgleich, bei dem Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen chancenlos war, wirkte wie ein Schock.
Dem 1:2 ging der Ballverlust von Xhaka und de Jong voraus, zudem war Außenverteidiger Daems in der Vorwärtsbewegung.
"Fohlen" zu umständlich
Trotz der Führung im Rücken wirkte die Dynamo-Defensive auch in der zweiten Halbzeit unsicher. Gladbach agierte aber etwas zu umständlich, allerdings fehlt in einigen Situationen auch das Glück.
Der Niederländer de Jong war noch kein gleichwertiger Ersatz für den zu Meister Borussia Dortmund gewechselten Nationalspieler Marco Reus.

