Gladbach schrammt am Wunder vorbei
Kiew - Das Wunder von Kiew blieb aus, Borussia Mönchengladbach muss bei der Rückkehr auf die internationale Bühne nach 16 Jahren in Europas zweite Klasse.
Acht Tage nach dem 1:3 gegen Dynamo Kiew verpasste der Bundesligist trotz des 2:1 (0:0) im Rückspiel in der Ukraine den Einzug in die Champions League.
Statt des FC Barcelona oder Real Madrid und mindestens 15 Millionen Euro Zusatzeinnahmen warten in der Europa League nun Gegner wie Academica Coimbra oder Rubin Kasan.
Der fünfmalige Deutsche Meister mühte sich zwar vor 66.862 Zuschauern im Olympiastadion nach Kräften, erspielte sich auch mehrere hochkarätige Torchancen.
Doch am Ende sprangen nur ein Eigentor von Jewhen Chatscheridi (70.) und ein Kopfballtreffer von Juan Arango (78.) heraus - zu wenig.
Brown trifft kurz vor Schluss
Zwei Minuten vor Schluss stellte Kiews Ideye Brown den Endstand her.
Einige Gladbacher ließen die Köpfe hängen, doch Torwart Marc-Andre ter Stegen schickte seine Mitspieler nochmal nach vorne, schließlich hätte ein Treffer zur Verlängerung gereicht.
Doch Alexander Ring konnte die letzte Chance des Spiels nicht nutzen.
"In den letzten Minuten war mehr drin"
"Ich denke, dass wir ganz gut gespielt haben. Es war ein bisschen Pech dabei. Wir sind alle enttäuscht. In den letzten Minuten war mehr drin. Aber das Leben geht weiter", sagte Torhüter Marc-Andre ter Stegen.
"Am Ende war es noch mal sehr eng, wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, aber es hat leider nicht gereicht", ergänzte Patrick Herrmann.
"Es war möglich, ein drittes Tor zu machen. Es fehlten ein paar Zentimeter. Wir haben am Ende ein wenig überhastet gespielt", sagte Trainer Lucien Favre: `Es ist eine große Enttäuschung. Wir haben das Spiel zu Hause verloren, keine Diskussion. In der Europa League gibt es auch sehr, sehr gute Mannschaften."
Arango überragt
"Die Mannschaft macht ein hervorragendes Spiel, aber es fehlt das Tor", stellte Max Eberl zur Pause fest. Das fiel zwar nach dem Seitenwechsel, als der Dynamo-Abwehrspieler nach einer Flanke von Juan Arango den Ball ins eigene Netz köpfte.
Der überragende Arango legte nach. Dennoch schauen die Gladbacher nur wehmütig zu, wenn am Donnerstagabend die Gruppen der Königsklasse ausgelost werden.
Einen Tag später erfahren sie, auf wen sie in der deutlich weniger lukrativen Gruppenphase der Europa League treffen.
Herrmann mit der ersten Chance
Nach nur 70 Sekunden hätten die Gäste im EM-Finalstadtion bereits in Führung gehen können. Nach einem Traumpass von Arango spitzelte Patrick Herrmann den Ball an Torhüter Maxym Kowal, aber auch um wenige Zentimeter am Tor vorbei.
Quasi im Gegenzug wäre dann allerdings beinahe schon die letzte Hoffnung gestorben: Ideye Brown steuerte allein auf Torwart Marc-Andre ter Stegen zu, doch Innenverteidiger Martin Stranzl grätschte dem Nigerianer den Ball vom Fuß (4.).
Der Bundesliga-Vierte der Vorsaison setzte zwangsläufig weiter auf Offensive, hatte in der Anfangsphase 70 Prozent Ballbesitz und kam immer wieder gefährlich vor das Tor der Ukrainer.
Doch Mike Hanke setzte den Ball aus fünf Metern erneut nach einer Arango-Flanke über die Querlatte (13.).
De Jong ohne Bindung
Mit einem 20-Meter-Schuss von Herrmann hatte Kowal Probleme, doch niemand stand zum Nachschuss bereit (22.). An Rekordeinkauf Luuk de Jong lief das Spiel weitgehend vorbei.
Kiew lauerte derweil auf Konter, bei einem musste ter Stegen in höchster Not gegen Brown retten (31.).
Nach dem Seitenwechsel zunächst dasselbe Bild: Gladbach versuchte sich unermüdlich in der Offensive. Einen Schritt zu spät kam Herrmann, als Kiews Torwart Kowal nach einem Schuss des starken Arango den Ball abprallen ließ (53.).
Wunder bleibt aus
Die Hoffnungen, die Wende doch noch zu schaffen, keimten nach Arangos Kopfballtor nach einer Ecke des eingewechselten Alexander Ring wieder auf - doch das Wunder blieb aus.
Im Gegensatz zum Hinspiel hatte Trainer Lucien Favre sein Team gleich auf drei Positionen umgestellt. Für Neuzugang Alvaro Dominguez (Magen-Darm-Probleme) verteidigte Roel Brouwers.
Auf der rechten Seite ersetzte Herrmann den Finnen Alexander Ring, der vor einer Woche die Borussen in Führung gebracht hatte. Neben Zwölf-Millionen-Mann de Jong stürmte Hanke statt Igor de Camargo.