Keine Lust auf hinten links: Badstuber schmollt
Vom FC Bayern berichtet
Christian Paschwitz
München - Es ist alles gerichtet für den ersehnten Aufgalopp in der Königsklasse.
Der FC Bayern will gegen den FC Valencia (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) den ersten erfolgreichen Schrittt machen, die Schmach vom verlorenen "Finale dahoam" zu tilgen.
"Das ist eine neue Chance, Großes zu erreichen", sagt Holger Badstuber und gibt sich höchst zuversichtiich angesichts der starken Saison-Frühform des Rekordmeisters.
Drei Spiele, drei Siege und 12:2-Tore bedeuten einen neuen Startrekord für die Münchner.
Und außerdem: "Wir haben unseren Kader gut verbessert, neue Qualität hinzugewonnen", sagt Badstuber und verweist dabei nicht zuletzt auf den 40-Millionen-Euro-Zugang Javier Martinez.
Keine Lust auf Linksverteidiger
Alles gut also an der Säbener Straße? Nicht ganz. Denn ausgerechnet Badstuber lässt durchblicken, dass ihm seine gegenwärtige Situation nur bedingt gefällt. (DATENCENTER: Champions League)
Der Nationalspieler macht deutlich, dass ihm seine neue Rolle als Linksverteidiger wenig zusagt: "Langfristig möchte ich natürlich dort spielen, wo ich mich am wohlsten fühle - auf der Innenverteidigerposition."
Und weiter: "Ich sehe mich nun mal als Innenverteidiger, da liegen meine Stärken, dort kann ich mich mehr einbringen, mehr fürs Spiel leisten und das Spiel auch mehr führen."
Alaba weiterhin verletzt
Doch weil David Alaba noch immer verletzt ist (Ermüdungsbruch im linken Fuß) und Trainer Jupp Heynckes seit Saisonbeginn Jerome Boateng und Dante als Innenverteidiger-Duo bevorzugt, muss Badstuber nach Außen ausweichen.
Eine Position, die der 23-Jährige schon einmal 2010 im DFB-Team ausfüllte, die ihm aber immer weniger behagt.
Auch wenn sich Badstuber zwischendurch diplomatisch gibt: "Ich bin da variabel und auch viel reifer geworden in den zwei Jahren. Ich kann die ein oder andere Situation mehr 'mit Auge' spielen. Ich weiß, worauf es ankommt. Ich akzeptiere die Rolle, nehme das an und versuche dem Trainer, das Vertrauen zurückzugeben."
Kampfansage an Dante
Sich damit abfinden, dass Konkurrent Dante auch fortan innen spielen darf, wird sich Badstuber ("Ich glaube, es kann jeder sehen, dass ich mich innen wohler fühle") nicht:
"Gesunder Konkurrenzkampf ist gut, ich nehme das an, das macht mir keine Angst. Ich mache mir da keine Sorgen", meint er.
Und schickt unterschwellig eine Kampfansage hinterher: "Ich weiß, was ich kann und was ich zukünftig zu leisten imstande bin. Ich bin da sehr selbstsicher."
Neuer wiegelt ab: Passt doch
Die Kollegen dagegen erachten Badstubers persönliche Situation als weniger diskussionswürdig:
"Das ist vielleicht nicht so einfach für ihn, aber das haben hinten links ja auch schon andere vor ihm gemacht wie zum Beispiel Boatang", meint etwa Manuel Neuer.
"Er macht das gut, er geht viele Wege und versucht sich einzuschalten - das passt", so das Fazit des Keepers.
Shaqiri sieht sich offensiver
Auch für Xherdan Shaqiri ergibt sich kein Problem bei den Bayern hinten links.
Er selbst, obwohl zuvor beim FC Basel auch als Außenverteidiger im Einsatz, hätte allerdings ebensowenig Lust auf die Rolle ganz am Rande der Vierer-Abwehrkette.
"Der Trainer sieht mich als Mittelfeldspieler", sagt der Schweizer der "tz". "Und ich mich auch. Ich bin nicht als linker Verteidiger gekommen und habe meine Stärken in der Offensive. Die will ich hier zeigen."

