Mario II will auch die Königsklasse erobern
Vom FC Bayern berichtet
Christian Paschwitz
München - Die neue Champions-League-Saison wird für Mario Gomez unweigerlich so beginnen, wie die vergangene endete: Mit viel Frust und null Toren.
Im zurückliegenden Endspiel konnte es auch der Stürmer des FC Bayern nicht ändern, dass das "Finale dahoam" gegen den FC Chelsea zu einem Desaster geriet.
Beim Neustart in die Königsklasse gegen den ersten Gruppengegner FC Valencia (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) wird Gomez wieder leer ausgehen.
Noch immer ist der 27-Jährige außer Gefecht gesetzt wegen der Nachwehen einer Operation, bei dem ihm freie Gelenkkörper im linken Sprunggelenk entfernt wurden.
Mandzukic sofort unverzichtbar
Es dürfte "Super-Mario" ebenso schmerzen, von seinem Namensvetter - zumindest vorübergehend - in die Vergessenheit gedrängt worden zu sein.
Denn: Binnen weniger Wochen hat sich Mario Mandzukic zur unverzichtbaren Stammkraft aufgeschwungen und dafür gesorgt, dass der vergangene Top-Torjäger (26 Liga-Tore) kaum vermisst wird.
Mario II lässt Taten sprechen: Drei Tore in drei Liga-Spielen, dazu zwei Vorlagen. Und obendrein noch ein Doppelpack in der ersten DFB-Pokal-Runde bei Jahn Regensburg (4:0).
Profiteur von Gomez' Verletzung
"Ich habe immer an mich geglaubt, und ich hatte mir gewünscht, dass es so losgeht", sagt der vom VfL Wolfsburg gekommene Stürmer und ergänzt: "Ich bin zufrieden, aber ich habe auch gute Mitspieler neben mir - das macht mich besser."
Ob er sich manchmal die Frage stellt, ob es für ihn denn ohne Gomez' Verletzung auch sofort derart gut gelaufen wäre? "Das ist schwer zu beantworten", weicht Mandzukic gegenüber SPORT1 aus.
"Werde um meinen Platz kämpfen"
Doch klar ist: Freiwillig ins zweite Glied zurücktreten, wenn Gomez wieder fit ist, will der Kroate keinesfalls.
"Ich habe keine Sorgen, denn in jedem großen Klub ist starke Konkurrenz. Ich werde um meinen Platz kämpfen", meint der 26-Jährige.
Gleichwohl ist Mandzukic clever genug zu wissen, dass angesichts einer langen Saison mit drei Wettbewerben Verschaufpausen zwangsläufig sind: "Wir haben viele Spiele, da wird man auch mal draußen sitzen."
Heynckes wenig überrascht
Dass Jupp Heynckes unlängst Gomez Rückendeckung gab ("Wenn Mario wieder zurückkommt, muss er sich nicht hinten anstellen"), bekümmert Mandzukic wenig.
Dafür genießt er selbst zu viel Zuspruch des Trainers: "Ich bin nicht überrascht über seine Leistung. Manzu ist ein Spieler, der immer unterwegs ist und sich zerreißt", sagt Heynckes. Ihm "imponiert, dass er eine ungemeine physische Präsenz hat."
Dabei ist der 1,87 Meter große Mandzukic mit 75 Kilogramm deutlich leichter als Gomez (1,89 Meter, 86 Kilogramm).
Gomez: "Weiß nicht, wo ich stehe"
Während Gomez weiter fürs Comeback schuften und sich gedulden muss ("Ich weiß nicht, wo ich stehe"), will Mandzukic in der Königsklasse an seine starke Frühform anknüpfen.
"Ich freue mich schon sehr auf die Champions League, bisher habe ich immer nur Quali gespielt. Wir wollen da so gut weitermachen, wie wir in die Saison gestartet sind."
Was gewissermaßen einem Versprechen für weitere Mandzukic-Tore gleichkommt. Am besten bis zum Finale im kommenden Mai in London. (DATENCENTER: Champions League)
Final-Traum von Wembley
"Im Wembley-Stadion habe ich schon mal gespielt", sagt der Kroate. "Das ist ein besonderes Stadion, eines der schönsten überhaupt. Wenn man es bis dahin schafft, wäre das nicht schlecht."
In der Allianz Arena gilt Mandzukic gegen Valencia im Angriff als gesetzt - wie dem Vernehmen nach auch Javier Martinez.
Martinez vielleicht von Beginn an
Heynckes deutete an, dem 40-Millionen-Euro-Zugang von Athletic Bilbao eine Bewährungschance von Beginn an einzuräumen.
"Ich denke schon, dass er spielen kann", so der Trainer. "Er steigert sich in jedem Training, vor allem hat er auch die Akzeptanz der anderen Spieler."
Martinez hat in der Bundesliga bisher erst zwei Kurzeinsätze von jeweils rund einer Viertelstunde hingelegt, dabei aber seine Klasse aufblitzen lassen. Es ist aber auch möglich, dass Heynckes erneut Luiz Gustavo den Vorzug gibt.
Weiter Rätselraten um Ribery und Robben
Weiter etwas unklar erscheint der Einsatz von Arjen Robben und Franck Ribery.
"Beide haben gut trainiert und das gesamte Pensum absolviert. Ich hoffe, dass beide einsatzfähig sind", so Heynckes.
Allerdings hätte Robben in der Vorwoche zunächst auch angedeutet fit zu sein, ehe sich einen Tag vor dem Liga-Duell gegen Mainz neue Probleme einstellten.
Müller bekommt wohl Vorzug
Ribery und Robben hatten nach überstandenen Muskelproblemen am Montag erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert. "Ich glaube, ich kann am Mittwoch spielen", sagte Ribery anschließend.
Robben will in jedem Fall kein Risiko eingehen: "Es hatte mit dem Rücken zu tun, die Adduktoren haben sich nicht gut angefühlt, jetzt muss man vernünftig und schlau sein. Es gibt so viele wichtige Spiele in den kommenden Wochen."
Möglicherweise wird Robben gegen Valencia deshalb nur auf der Bank sitzen, zumal Thomas Müller auch gegen Mainz in starker Form war.