Bayern siegt locker dank Schweinsteiger und Kroos
Aus der Allianz Arena berichten Matthias Becker und Martin Volkmar
München - Der FC Bayern hat den ersten Schritt zur Trauma-Bewältigung gemacht und ist erfolgreich in die "Mission Wembley" gestartet.
Zum Auftakt der neuen Champions-League-Saison besiegte der Rekordmeister den chancenlosen FC Valencia mit 2:1 (1:0).(DIASHOW)
Auf den Tag genau vier Monate nach dem "Drama dahoam" im Finale gegen den FC Chelsea erzielten Bastian Schweinsteiger (38. Minute) und Toni Kroos (76.) die Tore für die Münchner. Nelson Valdez (90.+1.) traf für die Gäste. (DATENCENTER: Champions League)
"Es war ein Geduldsspiel"
"Es war ein Geduldsspiel. Valencia hat auf Konter gespielt, hatte aber fast keine Torchance", sagte Trainer Jupp Heynckes: "Die Schlussphase muss man kritisch sehen. Das darf einer Mannschaft wie der unseren nicht passieren. Da haben wir die Konzentration verloren."
Die Bayern wahrten ihre Weiße Weste und feierten im sechsten Pflichtspiel der Saison den sechsten Sieg.
Lahm freut sich über gelungenen Start
"Es ist traumhaft, wieder Champions League zu spielen. Das hat man auch wieder gemerkt. Das Gegentor war ärgerlich, und wir hätten früher das 2:0 machen müssen. Aber wir haben drei Punkte gegen den ärgsten Konkurrenten eingefahren - das ist ein gelungener Start", sagte Kapitän Philipp Lahm.
Arjen Robben wollte von der Endspiel-Niederlage nichts mehr wissen: "Wir fangen wieder von vorne an."
Martinez und Pizarro in der Startelf
Den erneuten Anlauf auf den Thron Europas mit Fernziel Finale in London am 25. Mai 2013 startete der FCB mit vier Veränderungen in der Startelf im Vergleich zum 3:1 in der Bundesliga gegen Mainz.
Wie erwartet feierte 40-Millionen-Neuzugang Javi Martinez gegen seine spanischen Landsleute im defensiven Mittelfeld sein Startelf-Debüt an der Seite von Schweinsteiger.
Der zuletzt starke Thomas Müller musste ebenso auf der Bank Platz nehmen wie Xherdan Shaqiri.
Für sie lief die gegen Mainz noch geschonte Flügelzange Franck Ribery und Robben auf und rahmte den etwas überraschend aufgebotenen Mittelstürmer Claudio Pizarro ein.
Kroos verpasst frühe Führung
"Mein Team besteht nicht nur aus elf Spielern, sondern aus 24. Pizarro hat sehr gut trainiert und eine große Erfahrung", erklärte Bayern-Trainer Jupp Heynckes seine Maßnahme.
In der Anfangsphase sah sich Heynckes in seiner Einschätzung bestätigt. Pizarro agierte sofort auffällig als kombinationsstarke Anspielstation und bereitete die erste Großchance mit vor.
Eine flache Hereingabe Riberys ließ er geschickt durch, der freistehende Toni Kross zielte allerdings zu hoch (4.).
Schweinsteiger trifft nach Robben-Pass
Im Anschluss hatten die Bayern die harmlosen Gäste sicher im Griff, ohne sich allerdings weitere klare Chancen herauszuspielen.
Kurz vor der Pause waren es dann ausgerechnet die tragischen Figuren der Final-Niederlage gegen Chelsea, die für die überfällige Führung sorgten.
Nach guter Vorarbeit von Ribery bediente Elfmeter-Fehlschütze Robben (Verlängerung) den Elfmeter-Fehlschützen Schweinsteiger (Elfmeterschießen), der knallhart ins linke Eck vollendete.
Die Dominanz der Bayern ließ sich nach 45 Minuten auch an der Statistik ablesen: 66 Prozent Ballbesitz, 5:0 Ecken und 9:0 Torschüsse wies die aus.
Klarer Elfmeter verweigert
Für den leicht angeschlagenen Ribery rückte nach der Pause Müller nach rechts und Robben wechselte auf den linken Flügel.
Für den ersten Aufreger sorgte aber Schiedsrichter Firat Aydinus aus der Türkei, der in seinem ersten Champions-League-Spiel dem durchgestarteten Kroos einen glasklaren Elfmeter verweigerte (54.).
Bayerns Zehner kanalisierte seine Wut in einem fulminanten 20-Meter-Kracher, den Alves aber aus dem Winkel kratzte (58.).
Kroos-Hammer macht alles klar
Gäste-Coach Mauricio Pellegrino, selbst einschlägig bekannter Elfmeter-Fehlschütze, brachte Ex-Bundesliga-Stürmer Nelson Valdez und hätte fast über den Ausgleich jubeln dürfen.
Dante ließ sich im Strafraum von Sofiane Feghuli überlisten, der Franzose setzte den Ball aus zehn Metern aber rechts neben das Tor (67.).
Diese Schrecksekunde genügte, um die Bayern zur Vorentscheidung zu animieren. Wieder legte sich Kroos den Ball zurecht - und gegen den zweiten 20-Meter-Hammer des besten Bayern-Spielers konnte auch Alves nichts mehr ausrichten.
Der Anschlusstreffer durch Valdez in der Nachspielzeit war einer von zwei späten Schönheitsfehlern. Der zweite war ein von Mario Mandzukic mit dem Schlusspfiff vergebener Foulelfmeter.