"Es war wichtig, ein Zeichen zu setzen"
Aus der Allianz Arena berichten Matthias Becker und Martin Volkmar
München - Jupp Heynckes strebte gutgelaunt dem Ausgang entgegen, er hatte alle seine Aufgaben an diesem Abend erfüllt (DIASHOW).
Seine Mannschaft hatte beim 2:1-Sieg des FC Bayern zum Auftakt der neuen Champions-League-Saison gegen den FC Valencia ( Bericht) eine überlegene Vorstellung abgeliefert und auch die obligatorische Pressekonferenz hatte Heynckes schon hinter sich gebracht.
Trotzdem blieb er bei den wartenden Journalisten noch einmal stehen und sprach im Interview über gute und schlechte Ansätze im Spiel seines Teams, das Startelf-Debüt von Javi Martinez und seinen Spaß an der Rotation.
Frage: Der Start in die Champions League ist mit dem 2:1 gegen Valencia geglückt (DATENCENTER: Champions League). Wie fällt Ihr Fazit zum Spiel aus?
Jupp Heynckes: Insgesamt war es ein souveräner Start meiner Mannschaft. Wir haben aber gesehen, dass es nicht so einfach ist, gegen Valencia zu spielen. Besonders in der ersten halben Stunde waren sie sehr gut organisiert und haben gutes Pressing gespielt. In der Anfangsphase hätte ich es lieber gesehen, wenn wir etwas mehr auf Risiko gespielt hätten.
Frage: Weshalb haben Ihre Spieler das nicht getan?
Heynckes: Wir waren zu sehr darauf bedacht, keine Fehler zu machen, denn Valencia ist ein konterstarke Mannschaft. Vom 1:0 sind wir beflügelt worden. Die Phase bis zur Halbzeit hat mir am besten gefallen.
Frage: Ein guter Start, oder?
Heynckes: Es war wichtig, gegen Valencia ein Zeichen zu setzen und gut in die Champions-League-Saison zu starten. Aber wenn man Ambitionen hat, die Gruppenphase zu überstehen, dann muss man zuhause auch gegen Valencia gewinnen.
Frage: Bastian Schweinsteiger hat in vier Spielen schon drei Tore geschossen. Was macht ihn im Moment so stark?
Heynckes: Er hat über weite Strecken sehr gut gespielt, auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass er von Spiel zu Spiel noch besser werden wird. Er hat eine wahnsinnig gute Übersicht, strategische Fähigkeiten und kommt langsam auch physisch wieder in den Zustand, den er vor einem Jahr gehabt hat. Man merkt, dass er wieder Spaß am Fußballspielen hat. Er fühlt sich fit und gesund und das zeigt sich auf dem Spielfeld.
Frage: Toni Kroos bekommt die Rolle als Zehner besser, als die im defensiven Mittelfeld.
Heynckes: Im letzten Jahr gab es eine Diskussion darüber, dass Toni ein Zwischenspieler sei. Schon damals habe ich gesagt, dass die optimale Position für ihn im vorderen Mittelfeld ist. Da kann er Torgefahr entwickeln und dem Spiel mit seinen Pässen, seiner Fußballintelligenz und seiner überragenden Technik Impulse geben.
Frage: Wie hat Ihnen das Startelf-Debüt von Javi Martinez gefallen?
Heynckes: Er wird von allen Spielern gesucht, ist laufstark und immer anspielbar. Er war aber auch sehr vorsichtig und wollte keine Fehler machen. Man hat gesehen, dass er das vergangene Jahr nicht so einfach aus den Kleidern schütteln kann. Ich weiß, was er zu Leisten im Stande ist. Da können wir noch viel mehr erwarten.
Frage: Die Suche nach einem Elfmeterschützen hält an?
Heynckes: Nein. Mario Mandzukic ist normalerweise schon ein guter Elfmeterschütze. Aber das symbolisiert das, was mir in der Endphase nicht so gut gefallen hat. Wir haben das Spiel schon als gewonnen betrachtet. Das sieht man daran, dass wir noch ein Gegentor kassiert haben und einen Elfmeter nicht verwandelt haben. Das hätte gefährlich werden können, wenn das Spiel noch länger gedauert hätte.
Frage: Sie haben im Vergleich zum Mainz-Spiel einige personelle Änderungen vorgenommen. Weshalb?
Heynckes: Das Leben wäre ja langweilig, wenn man nicht irgendwann eine Überraschung einbaut. Zu einer Fußballmannschaft gehören nicht nur elf Spieler. Wir haben ein Riesenpensum bis Dezember. Ich denke, jetzt haben wir den qualitativ guten Kader, um zu rotieren.
Frage: Das war der sechste Pflichtspielsieg. Jetzt geht es gegen Schalke.
Heynckes: Das wird auch wieder ein gutes Spiel - und da kann man ja auch wieder ein bisschen wechseln.