Ein fast perfekter Start
Das Lob kam von höchster Stelle.
"Meine Hochachtung vor den drei Klubs. Das war ein Superstart für die Bundesliga", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Donnerstag über das Auftreten der deutschen Champions-League-Teilnehmer.
Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, freute sich zudem über wichtige Zähler für die Fünfjahreswertung der UEFA.
Ehre, wem Ehre gebührt. Immerhin sind die deutschen Vertreter erstmals seit der Saison 1997/98 mit drei Siegen in die Gruppenphase der Königsklasse gestartet.
Während die Bayern an ihre starken internationalen Auftritte der letzten Jahre mit zwei Finalteilnahmen binnen drei Spielzeiten durch das 2:1 gegen den FC Valencia anknüpften, waren die Siege von Meister Dortmund und Erzrivale Schalke 04 ein wichtiges Signal:
Die Bundesliga muss auch international nicht nur aus den Münchnern bestehen.
Schalke feierte durch den Erfolg in Piräus seinen ersten Auftaktsieg in der Champions League überhaupt.
Und der BVB hat mit dem Dreier gegen Ajax Amsterdam den Grundstein dafür gelegt, in der Hammer-Gruppe mit Manchester City und Real Madrid vielleicht doch das Achtelfinale zu erreichen.
Die Erinnerungen an die Auftritte der Vorsaison konnte die Klopp-Elf allerdings nicht ganz vertreiben.
Denn zum perfekten Start in die neue Kampagne fehlte der Borussia genauso wie Schalke und den Bayern ein Schuss Kaltschnäuzigkeit.
Festmachen lässt sich das an einer skurrilen Elfmeterschwäche. Alle drei deutschen Mannschaften bekamen in ihren Spielen Strafstöße zugesprochen - alle drei ließen die Großchance liegen.
Während der Fehlschuss bei den Bayern Sekunden vor dem Schlusspfiff noch zu verschmerzen war, hätte er die beiden Revier-Klubs beinahe um den Lohn der Arbeit gebracht.
Einmal ist das gut gegangen. Damit die Vorhersage von Niersbach, dass "die drei Klubs lange im Wettbewerb bleiben werden", aber wahr wird, sollte es sich nicht wiederholen.
Stärkere Gegner bestrafen solche Nachlässigkeiten in der Champions League erfahrungsgemäß gnadenlos.