Jones-Blessur vergrößert Schalker Stimmungstief
Gelsenkirchen - Krisensitzung, klare Worte, harsche Kritik - und jetzt auch noch große personelle Sorgen:
Ausgerechnet vor dem ersten Heimspiel in der Champions League ist die Stimmung beim FC Schalke 04 im Keller.
Von Vorfreude auf einen weiteren Europapokal-Festabend in der Schalker Arena gegen den französischen Meister HSC Montpellier (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) ist wenig zu spüren.
Königsblau bangt nicht zuletzt um Jefferson Farfan und Jermaine Jones.
Bangen um Farfan und Jones
Der peruanische Nationalspieler Farfan konnte auch am Montag nicht mit der Mannschaft trainieren, nachdem er bereits das Bundesliga-Spiel bei Fortuna Düsseldorf (2:2) wegen einer Innenbandverletzung am Sprunggelenk verpasst hatte.
US-Auswahlspieler Jones erlitt derweil im Training am Montag einen Schlag auf den Knöchel und musste die Einheit abbrechen.
Und noch immer wirken zudem die beiden verlorenen Punkte beim Remis bei Aufsteiger Düsseldorf nach. ( BERICHT: Fassungslosigkeit auf Schalke)
Höwedes ist um Ruhe bemüht
"Schuldzuweisungen untereinander bringen nichts. Jeder hat sein Päckchen zu tragen", sagt Benedikt Höwedes.
Und der Kapitän ergänzt: "Es ist nicht nötig, dass wir uns in der Kabine gegenseitig anschreien und attackieren. Natürlich muss man die Sachen ansprechen und aus den Fehlern lernen. So was darf uns nicht noch mal passieren."
Sportvorstand Horst Heldt, der seine Wut nicht verbergen wollte, nahm die Spieler in der Mannschaftskabine persönlich ins Gebet.
Jones sieht das Positive
Danach hieß die Devise Wiedergutmachung - zum zweiten Mal in dieser Saison.
"Positiv ist, dass du das Spiel abhaken wirst und schnell weitermachst", sagt Mittelfeldspieler Jones.
Beim ersten Mal klappte es zumindest vom Ergebnis her: Beim 3:0 gegen den FSV Mainz 05 gab es drei Tage nach der 0:2-Heimniederlage gegen Bayern München allerdings Pfiffe von den Rängen.
Sieg wäre die halbe Miete
Diesmal könnte ein großer Schritt Richtung Achtelfinale in der Königsklasse die Fans versöhnlicher stimmen.
Denn nach dem 2:1 zum Auftakt bei Olympiakos Piräus wäre der zweite Sieg in der Gruppe B schon die halbe Miete. ( DATENCENTER: Die Champions League)
"Wir haben durch den Sieg in Piräus einen guten Start in die Champions League hingelegt", so Torjäger Klaas-Jan Huntelaar: "Nun wollen wir gegen Montpellier den ersten Heimsieg, dafür müssen wir es besser machen als in der zweiten Halbzeit in Düsseldorf."
Zu viele Nachlässigkeiten
Dort hatte sich zum wiederholten Mal in der noch jungen Saison der Schlendrian ins Schalker Spiel eingeschlichen - und wie schon zum Start beim 2:2 in Hannover zwei Punkte gekostet.
Dass die Königsblauen trotz teilweise deutlicher spielerischer und taktischer Überlegenheit durch Nachlässigkeiten ihre schwächeren Gegner stark machen, zieht sich wie ein roter Faden durch die Spielzeit.
Diese Gefahr droht auch gegen Montpellier. Der Überraschungsmeister aus Frankreich, der zum Auftakt zu Hause 1:2 gegen den FC Arsenal verlor, gilt als schwächstes Team der Gruppe.
"Ein recht unbekannter Gegner"
Zwar siegten die Südfranzosen am Samstag bei AS Nancy 2:0, mit nur acht Punkten aus den ersten sieben Spielen hinken sie auf Platz 13 den eigenen Ansprüchen und der Konkurrenz aber noch weit hinterher.
"Montpellier ist ein recht unbekannter Gegner, doch wer in Frankreich Meister geworden ist, den werden wir gewiss nicht unterschätzen", sagt Höwedes:
"Unser Ziel ist es, nach zwei Spieltagen mit sechs Punkten dazustehen und uns so eine gute Ausgangsposition für die weiteren Gruppenspiele zu verschaffen."
Spannend ist, inwieweit Trainer Huub Stevens, der in Düsseldorf "fassungslos" war, sein Team für Mittwoch umstellen wird.
Jungstar Julian Draxler, der am Freitag 79 Minuten auf der Bank saß, könnte für den schwachen Tranquillo Barnetta in die Startelf rücken.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Schalke: Unnerstall - Höwedes, Papadopoulos, Matip, Fuchs - Jones (Höger), Neustädter - Afellay, Holtby, Draxler (Barnetta) - Huntelaar
Montpellier: Jourdren - Bocaly, Yanga-Mbiwa, Hilton, Jeunechamp - Saihi, Estrada - Cabella, Belhanda, Ait-Fana - Camara
Schiedsrichter: Karasew (Russland)