"Wahnsinn, was wir vorne für Potenzial haben"
Von Thorsten Langenbahn
Dortmund - Das Champions-League-Fieber steigt wieder bei Double-Gewinner Borussia Dortmund.
Am Dienstagmittag hob Flug AB 1008 in Richtung Manchester ab, wo der BVB am Mittwochabend bei ManCity zur großen Bewährungsprobe antritt (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).
"Wir freuen uns auf das Duell. So ein Spiel auf der Insel ist immer etwas Besonderes. Der deutsche Meister gegen den englischen Meister - was gibt es Besseres?", sagte Torwart Roman Weidenfeller.
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke glaubt an sein Team. "Wir können in dieser unglaublich starken Gruppe zeigen, ob es reicht. Wenn es nicht reicht, werden wir das akzeptieren. Aber wir werden alles dafür tun, dass es reicht", erklärte er. ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)
Die Hoffnung darauf, dass es reichen könnte, nährt nach dem 5:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach auch die zuvor kritisierte Defensive wieder. ( Bericht)
"Da haben wir wieder unser wahres Gesicht gezeigt", sagt Dortmunds Linksverteidiger Marcel Schmelzer.
Im SPORT1-Interview spricht der 24-Jährige außerdem über die Kritik der vergangenen Wochen, die Reaktion gegen Gladbach und die geniale Schusstechnik von Marco Reus.
SPORT1: Herr Schmelzer, wird es gegen Manchester City eine deutliche größere Herausforderung als gegen Mönchengladbach?
Marcel Schmelzer: Ja. Wir wissen, was uns erwartet. Das ist eine ganz andere Hausnummer. Wir haben immer darauf hingearbeitet, gegen solche Gegner zu spielen und freuen uns wahnsinnig auf den englischen Meister. Wenn wir so spielen wie gegen Gladbach und die Chancen so eiskalt verwerten, ist da für uns sicher ein Punkt drin.
SPORT1: Oder auch mehr?
Schmelzer: Das wird man nach den 90 Minuten sehen. Wichtig ist, dass wir von der ersten bis zur letzten Minute wieder so kompakt stehen und, wie gesagt, unsere Chancen nutzen. Mit dem 1:0 gegen Ajax sind wir schon gut reingekommen in die Champions League. Daran wollen wir anknüpfen.
SPORT1: War der Kantersieg gegen Gladbach die richtige Reaktion auf die sechs Gegentore aus den Spielen davor?
Schmelzer: Wir haben wieder unser wahres Gesicht gezeigt, waren über 90 Minuten konsequent und konzentriert. Wir haben wieder bewiesen, dass es schwer ist, Tore gegen uns zu schießen, wenn wir unsere 100 Prozent durchziehen. Von außen wurde es nach den Auswärtsspielen in Hamburg und Frankfurt schlimmer gemacht, als es ist. Wir sind froh, dass wir gewonnen haben und es nicht wieder heißt, dass der Deutsche Meister in der Krise steckt.
SPORT1: Warum ist die 2:0-Führung zur Pause diesmal nicht in Gefahr geraten?
Schmelzer: Weil wir von Anfang an gewusst haben, dass Gladbach genauso wie Frankfurt zurückkommen kann. Wir haben diesmal über die gesamte Spieldauer kompakt gestanden – das war ganz wichtig. Anders als in Frankfurt sind wir nicht vorne draufgegangen und haben uns auskontern lassen.
SPORT1: Auch dank Marco Reus. Wenn Sie seine Aktionen sehen, werden Sie da selbst zum Fan?
Schmelzer: Das bin ich bei jedem von unserer offensiven Reihe. Das ist Wahnsinn, was wir vorne für ein Potenzial haben. Da ist kein großer Qualitätsunterschied. Ich glaube, dass wird uns im Lauf der langen Saison noch sehr stark machen. Marco hat sich in der Mannschaft super eingefunden. Nichts anderes haben wir erwartet. Er ist so gefährlich, und dazu seine Schusstechnik. Jeder, der nicht wusste wovon wir reden, wenn wir gesagt haben, dass Marco eine geniale Schusstechnik besitzt, hat es spätestens bei seinem zweiten Treffer gegen Gladbach gesehen.
SPORT1: Wie haben Sie die Kritik der vergangenen Wochen an Ihrer Person, vor allem nach dem Österreich-Länderspiel wahrgenommen?
Schmelzer: Das ist ja nichts Neues, das auf uns Linksverteidigern in der Nationalmannschaft draufgehauen wird, egal wie wir spielen. Das muss man sich mal überlegen: Wir gewinnen in Österreich und alle interessieren sich nur für meine Leistung. Ich denke, da sollte keine einzelne Person im Vordergrund stehen, sondern die Mannschaft und die drei Punkte für die WM-Qualifikation.