Bitteres Remis! BVB kriegt die späte Quittung
Aus Manchester berichtet Matthias Becker
Manchester - Borussia Dortmund hat die Chance verpasst, in Fußball-Europa ein dickes Ausrufezeichen zu setzen.
Beim englischen Meister Manchester City errang der deutsche Double-Gewinner in einem mitreißenden Spiel zwar ein 1:1 (0:0) und steht in der Hammergruppe D mit vier Punkten nach zwei Spieltagen gut da.
Doch angesichts einer Vielzahl hundertprozentiger Torchancen hätten die Dortmunder als Sieger vom Platz gehen müssen. ( DATENCENTER: Die Champions League)
Marco Reus erzielte das Tor für die Borussia (62.), Mario Balotelli glich kurz vor Schluss per Handelfmeter aus (89.)
Klopp hadert, aber nur ein bisschen
"Wenn man so spielt... Dass man dann auch die komplette Punktzahl mitnehmen will, ist nachvollziehbar", haderte Jürgen Klopp nach Abpfiff.
Allzu zerknirscht wollte sich der BVB-Trainer aber dennoch nicht zeigen: "Manchester hat auch Chancen gehabt. Es war ein intensives Spiel. Meine Mannschaft hat ganz, ganz toll gespielt."
Den ersten Paukenschlag hatte Klopp schon mit seiner Aufstellung parat.
Kapitän Kehl nur auf der Bank
Überraschend rutschte Kapitän Sebastian Kehl aus der Mannschaft, für ihn feierte Sven Bender im defensiven Mittelfeld sein Startelf-Debüt in dieser Saison.
City-Coach Roberto Mancini entschied sich für eine Art 3-5-2-System, in dem Edin Dzeko und Samir Nasri den Vorzug vor Mario Balotelli und Carlos Tevez erhielten.
Und Nasri hätte seine Bewährungschance um ein Haar schon nach wenigen Sekunden genutzt. Den Distanzschuss des Franzosen parierte Roman Weidenfeller aber. (DIASHOW: Bilder des 2. Spieltags)
Weidenfeller hält BVB im Spiel
Es sollte nicht die einzige Großtat des Torhüters bleiben, der sich fortan ein Privatduell mit Sergio Agüero lieferte.
Der Argentinier scheiterte aber gleich drei Mal freistehend vor dem BVB-Torhüter (8./27./34.)
Wie schon zum Auftakt der Gruppenphase gegen Ajax Amsterdam konnten sich die Dortmunder also bei ihrem Keeper bedanken, nicht frühzeitig in Rückstand geraten zu sein.
Famoser Hart lässt Borussia verzweifeln
Erneut spielte die Borussia engagiert nach vorne, nutzte aber ihre Chancen nicht. Angebtrieben von Mario Götze nutzte der BVB die Lücken in der wackligen City-Defensive - scheiterte aber seinerseits am famosen Joe Hart im Tor der Gastgeber.
Erst lenkte der englische Nationalkeeper einen Götze-Schuss an den Pfosten (12.). In der 39. Minute wehrte er - wieder gegen Götze - aus kürzester Distanz ab und lenkte direkt im Anschluss einen weiteren Schuss des Spielmachers reaktionsstark an die Latte.
Weder die Dortmunder Anhänger noch die ManCity-Fans hatten Zeit zum Verschnaufen, Der freistehende Silva zielte aus drei Metern zu hoch, auch Ilkay Gündogan scheiterte erneut alleine vor Hart (beides 45.).
Haarsträubende Fehler bei City
Für die Zuschauer war das schön anzusehen, die Trainer schüttelten an der Seitenlinie dagegen immer wieder den Kopf.
Vor allem die Defensivabteilung der Gastgeber um den unsicheren Kapitän Vincent Kompany erlaubte sich in der Vorwärtsbewegung immer wieder haarsträubende Ballverluste, die den Dortmundern Raum zum Kontern eröffneten.
City wankte, City taumelte zu Beginn der zweiten Halbzeit - und endlich gelang es dem BVB, den Favoriten für seine Sorglosigkeit zu bestrafen.
Immer wieder Götze
Götze scheiterte zwar aus 16 Metern erneut an Hart.
Doch in der 62. Minute konnte selbst Citys Krakenmann nichts mehr ausrichten:
Jack Rodwell spielte einen absurden Querpass genau in den Lauf von Marco Reus, der Hart aus elf Metern tatsächlich überwand.
Lewandowski verpasst Vorentscheidung
City reagierte geschockt und dilettierte in der Abwehr weiter vor sich hin. Der unglaubliche Hart hielt sein Team gegen Reus (65.) und einen tollen Schlenzer von Gündogan (67.) aber noch im Spiel.
Der Borussia gelang es einfach nicht, den Deckel auf ein Spiel zu machen, das sie in der zweiten Halbzeit klar dominierte. Der von Gündogan perfekt freigespielte Lewandowski schoss aus sechs Metern links neben das Tor - das 2:0, es wäre zu viel gewesen für ManCity.
Die späte Strafe folgte eine Minute vor Schluss: Nach einem Handspiel von Neven Subotic nach Agüeros Schuss gab Schiedsrichter Pavel Kralovec einen strittigen Strafstoß, den der eingewechselte Balotelli cool verwandelte.

