Teamplayer Podolski will Schalke abschießen
Von Christoph Lother
München - In acht Ligaspielen achtmal ausgewechselt.
Die bisherige Bilanz von Lukas Podolski in der Premier League wirkt auf den ersten Blick nicht wirklich furchteinflößend.
Man könnte meinen, Berti Vogts habe mit dem Vorwurf, Podolski sei lauffaul, voll ins Schwarze getroffen.
Doch sieht man sich das Zahlenwerk genauer an, wird deutlich:
Podolski ist in London angekommen und zählt vor dem Duell mit dem FC Schalke 04 (Mi., 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) am dritten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase sogar zu den großen Hoffnungsträgern des FC Arsenal.
Vier Scorerpunkte in acht Spielen
So belegen die acht Auswechslungen nämlich auch, dass Podolski in bislang allen Ligaspielen der "Gunners" von Beginn an auf dem Feld gestanden hat ( DATENCENTER: Die Champions League).
Und nicht nur das: Neben zwei Toren gelangen dem langjährigen Kölner Publikumsliebling in der Premier League auch schon zwei Vorlagen.
Hinzu kommen zwei Treffer aus den ersten beiden Champions-League-Partien in Montpellier und gegen Piräus, die die Londoner gewonnen haben.
Eine Ausbeute, die dem 27-Jährigen nach seinem Wechsel vom FC auf die Insel wohl nicht viele zugetraut hätten.
Podolski kontert Vogts-Kritik
Entsprechend verständnislos reagierte der Nationalspieler auch auf die jüngste Kritik von Ex-Bundestrainer Vogts.
"Er ist ein Trainer in Aserbaidschan und hat vielleicht keinen Fernseher, um die Spiele zu gucken", erklärte Podolski in der "Sun" und stellte klar:
"Ich mag es nicht, wenn Menschen in einem anderen Land sind und über dich als Spieler urteilen."
Zudem wundere er sich, wie eine solche Kritik überhaupt zustande kommen könne "wenn jemand meine Partien nicht guckt, mich im Training nicht sieht und mich nicht einmal kennt".
Presse feiert Spaßvogel
In London kennen Podolski dafür inzwischen wohl fast alle.
Die britische Presse feiert den schussgewaltigen Linksfuß jedenfalls überschwänglich, auch wenn er in der Premier League mittlwerweile seit über einem Monat nicht mehr getroffen hat.
Er bringe "ein Lächeln zu Arsenal", schrieb beispielsweise die "Sun" und lobt neben der anhaltend guten Laune Podolskis auch dessen Bodenständigkeit.
Schließlich sei es für einen zwölf Millionen Euro teuren Neuzugang nicht selbstverständlich, mit Bus und Bahn durch die englische Metropole zu reisen.
"Bin hier, um etwas zu gewinnen"
Doch bei all dem Spaß, den der Außenstürmer an seinem neuen Arbeitsplatz verbreitet, verliert er auch den Blick für das Wesentliche nicht.
Vielmehr soll Podolski bei den leidgeprüften "Gunners", die seit dem Gewinn des FA Cups im Jahr 2005 vergeblich auf einen Titel warten, zu einer Art Heilsbringer werden.
Und diese Rolle nimmt er gerne an. "Ich bin hier bei Arsenal, um etwas zu gewinnen", sagt Podolski.
"Ich will Tore schießen, meinen Mitspielern Vorlagen geben und gut für das Team spielen", betont er und ergänzt:
"Es bringt nichts, wenn du am Ende der Saison 30 Tore geschossen hast, aber das Team in der Liga nur Sechster ist."
Arsenal auf Achtelfinal-Kurs
Aktuell liegen die Londoner allerdings nur in der Königsklasse auf Kurs.
Nach sechs Punkten aus den ersten beiden Partien könnten Podolski und Co. gegen die Schalker, bei denen der Ex-Kölner vor seinem Wechsel nach London auch im Gespräch war, einen großen Schritt Richtung Achtelfinale machen.
In der heimischen Liga hingegen kommt Arsenal bislang nur schleppend voran.
Nach der zweiten Saisonniederlage bei Norwich City (0:1) liegt das Team von Trainer Arsene Wenger nur auf Platz neun.
"Versuche, immer zu lächeln"
Dem Optimismus von Podolski tut dieser Zwischenstand aber keinen Abbruch:
"Wenn du gewonnen hast, ist es natürlich einfacher zu lächeln, als wenn du verloren hast. Aber ich versuche immer zu lächeln, egal was passiert."
Sollte den "Gunners" gegen Schalke der dritte Sieg im dritten Champions-League-Spiel gelingen, wird sein Lächeln sicherlich wieder zu einem breiten Grinsen werden.

