Schalke fegt über Arsenal hinweg
Aus London berichtet Christian Paschwitz
London - Der FC Schalke 04 hat das Tor zum Achtelfinale der Königsklasse weit aufgestoßen.
Vier Tage nach dem Triumph im Revier-Derby bei Borussia Dortmund schafften die Königsblauen beim Topfavoriten der Gruppe B ein weiteres Erfolgserlebnis.
Sie schlugen den FC Arsenal mit 2:0 (0:0) nach Toren von Klaas-Jan Huntelaar (76.) und Ibrahim Afellay (86.) und feierten den ersten deutschen Sieg in England seit 2001.
"Wir sind momentan eben in einer hervorragenden Form", sagte Mittelfeldspieler Roman Neustädter: "Arsenal hatte keine einzige richtig gute Torchance."
Schalke erklimmt die Spitze
Die Königsblauen übernahmen dadurch auch die Tabellenführung, liegen mit sieben Zählern nun einen Punkt vor den "Gunners". ( DATENCENTER: Die Champions League)
"Es wäre schön, wenn wir noch mal einen draufsetzen und eine tolle Woche mit einem Sieg in der Champions League abschließen können", hatte Kapitän Benedikt Höwedes vor dem Anpfiff im SPORT1-Interview erklärt.
Stevens vertraut Derby-Siegern
Trainer Huub Stevens vertraute zunächst exakt der Elf, die in Dortmund siegreich geblieben war.
Erneut stand Lars Unnerstall im Tor. Ex-Nationaltorwart Timo Hildebrand, nach seiner Knieverletzung wieder fit, musste auf der Bank Platz nehmen.
Arsene Wenger wiederum setzte auf seine beiden deutschen Nationalspieler Lukas Podolski und Per Mertesacker.
Dagegen ließ Arsenals Teammanager, der gleich acht verletzte Profis ersetzen musste, Mittelstürmer Olivier Giroud auf der Bank.
Schalke zu Beginn nervös
Die Schalker brauchten rund 20 Minuten, um ihre Nervosität abzulegen. (DIASHOW: Die Bilder des Spieltags)
Zunächst bestimmten die "Gunners" das Geschehen, wenngleich sie nicht wirklich gefährlich vor das S04-Tor kamen.
Nach einer Hereingabe von links durch Podolski, nach dessen England-Wechsel vom 1. FC Köln es das erste Kräftemessen mit einem Bundesliga-Klub war, verfehlte Gervinho das Ziel (9.).
Kurz darauf war es erneut der deutsche Nationalspieler, der sich links im Strafraum behauptete, dessen scharfer Flachpass aber keinen Abnehmer fand (18.).
Gervinho sorgt für Wirbel
Nach Santi Cazorlas Steilpass tauchte Gervinho abermals gefährlich auf, rannte sich aber an der Schalker Abwehr fest (23.), ehe Cazorla sein Heil mit einem Distanzschuss suchte, den Joel Matip aber abfälschte (27.).
Die Königsblauen brauchten einige Zeit, um sich zu befreien. Aufregung gab es dann aber beim ersten Angriff der Gäste:
Ibrahim Afellay ging im Zweikampf mit Arsenal-Torwart Vito Mannone zu Boden, allerdings mehr freiwillig als durch Einwirkung des Gegners.
Statt Elfmeter gab es die Gelbe Karte für den Niederländer (15.) - Schwalbe.
Immer wieder Fehler im Spielaufbau
Danach wurde der Bundesliga-Dritte etwas mutiger und gestaltete die Partie ausgeglichener. Arsenal fand nun seltener einen Weg in den Schalker Strafraum.
So blieben Chancen vor den 60.000 Zuschauern im Emirates Stadium Mangelware.
Die Gelsenkirchener offenbarten aber immer wieder mal Fehler im Spielaufbau und verhalfen dem Neunten der Premier League somit hin und wieder zu Möglichkeiten.
Huntelaar scheitert freistehend
Rechtsverteidiger Carl Jenkinson suchte vom Strafraumrand aus vollem Lauf den Abschluss, produzierte dabei aber nur eine Bogenlampe ins Toraus (41.).
Zwei Minuten vor der Pause bot sich dann den Schalkern, bei denen zuvor Jefferson Farfans Schussmöglichkeit abgeblockt wurde (31.) die große Möglichkeit zur Führung:
Neustädter hebelte die Abseitsfalle mit einem hohen Ball auf Atsuto Uchida aus. Dessen Querpass von rechts in den Strafraum setzte der bis dahin abgemeldete Torjäger Klaas-Jan Huntelaar freistehend aus knapp sechs Metern aber rechts daneben.
Jones kommt für Höger
Nach der Pause wurden die Knappen, bei denen Jermaine Jones den schwachen Marco Höger als Sechser ablöste, offensiver.
Die erste Chance nach Wiederanpfiff hatten aber die "Gunners", denen sich nun mehr Räume boten:
Höwedes klärte vor dem einschussbereiten Aaron Ramsey in höchster Not (47.) - und hätte kurz darauf umgekehrt zum Torschützen avancieren können.
Im Strafraum zielte der Abwehrchef in Rücklage aber ein paar Meter über das Tor (50.).
Huntelaar bringt Schalke in Front
Besser machte es dann Huntelaar:
Nach einem Querschläger schaltete Afellay blitzschnell und spielte den "Hunter" an - Andre Santos hob das Abseits auf, und der Niederländer vollendete fulminant mit einem Rechtsschuss (76.).
Fortan warf Arsenal alles nach vorn: Nachdem Co-Trainer Steve Bould, der den gesperrten Wenger auf der Bank vertrat, kurz zuvor Giroud für Gervinho (75.) brachte, legte er mit Serge Gnabry (für Jenkinson) und Andrey Arshavin (für Podolski) nach.
2:0 statt Arsenal-Ausgleich
Statt des Ausgleichs machte Schalke aber per Konter den Deckel drauf.
Nach Farfans Querpass von rechts muss Afellay am langen Pfosten nur noch einschieben (87.).