Stürmerpuzzle vor der Millionenjagd
Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel
München - Zumindest beim Münchner Anhang ist die Vorfreude auf das letzte Champions-League-Spiel des FC Bayern in diesem Jahr noch etwas gedämpft.
Noch 2000 Restkarten waren am Dienstag für die Partie des deutschen Rekordmeisters gegen Bate Borissow (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) zu haben.
Doch letztlich wird die Arena auch gegen Weißrusslands Meister - aller Voraussicht nach - ausverkauft sein, zumal ja noch zwei Fragen zu beantworten sind: Glückt Bayern die Revanche für die 1:3-Pleite Anfang Oktober und schafft der FCB so den Sprung auf den wichtigen Platz 1 der Gruppe F? ( DATENCENTER: Champions League)
Im Achtelfinale könnte man damit Hochkarätern wie Barcelona oder Manchester United aus dem Weg gehen.
Uli Hoeneß schaut zudem auf die Prämie, die ein Dreier gegen Borissow brächte.
"Es geht um eine Million Euro. Ein 1:0 und 2:0 reicht mir", sagte der Bayern-Präsident.
Pizarro fällt aus
Dabei werden die Bayern auf Claudio Pizarro verzichten müssen, der erkältet ist.
Der Peruaner hatte zuletzt in der Champions League so etwas wie eine Einsatzgarantie, war in vier von fünf Partien dabei und spielte gegen Lille und in Valencia von Beginn an.
Beim 6:1-Sieg gegen die Franzosen begeisterte der Routinier gar mit einem Dreierpack.
Mandzukic seit vier Partien ohne Tor
Somit darf sich Mario Mandzukic Hoffnungen auf einen Einsatz machen. Der Kroate würde seine zuletzt gezeigte Ladehemmung nur zu gerne ablegen.
Seit der wiedergenesene Mario Gomez wieder im Kader steht, hat Mandzukic keinen Treffer mehr erzielt.
Vier Partien ohne Tor sind für einen Stürmer nicht lang, in Freiburg stand er obendrein nicht von Anfang an auf dem Platz.
Doch ganz unbeeindruckt scheint Mandzukic nicht vom Gomez-Comeback.
Nach dem 1:1 gegen Dortmund verließ er ohne größere Kommentare die Arena, was allerdings für den Angreifer auch keine große Besonderheit ist.
Schon zuvor reihte er lieber Treffer an Treffer (neun in dieser Bundesliga-Saison insgesamt), als en detail sein Erfolgsgeheimnis zu besprechen.
Gomez ist da schon auskunftsfreudiger, besonders wenn es um Königsklassen-Tore geht.
Gomez: "Spiele, wo mich der Trainer braucht"
Zwölfmal drehte er in der Vorsaison seine Torero-Jubelrunden. Eine Neuauflage gegen Borissow würde ihm in der Aufbauphase nach seiner dreimonatigen Verletzungspause gerade recht kommen.
"Ich spiele so, wie der Trainer mich braucht", betont er allerdings nach dem Remis gegen Dortmund.
Der 27-Jährige geht geduldig mit den Fortschritten nach seiner langen Pause um.
"Ich möchte der Mannschaft helfen, wenn ich gebraucht werde", erklärt er zu seiner Rolle in der Startelf - oder eben als Joker - und fügt an: "Dass ich noch nicht bei 100 Prozent bin, weiß ich selbst am besten. Das weiß aber auch der Trainer."
In der Übungseinheit am Montag warb Gomez - mit Mütze und Handschuhen ausgestattet - jedenfalls schon mit ebenso kräftigen wie präzisen Schüssen für sich.