S04: Gruppensieger - doch Makel bleiben
Von Marc-Oliver Robbers
München - Ohne Niederlage hat der FC Schalke 04 beim 1:1 (0:0) den Gruppensieg ( Bericht) eingetütet und Englands Topklub FC Arsenal hinter sich gelassen.
Ein Erfolg, den Mittelfeldspieler Jermaine Jones gar als "Ausrufezeichen" fürs Achtelfinale wertete.
Das mag in der Gesamtleistung vielleicht stimmen, von einem Befreiungsschlag nach nur zwei Siegen in den letzten neun Pflichtspielen waren die Königsblauen aber weit entfernt.
Die runderneuerte Schalker Mannschaft überzeugte wieder nicht und verpasste es beim französischen Überraschungsmeister neues Selbstvertrauen für die Bundesliga zu sammeln.
Dass es letztendlich trotzdem zum Sieg in der Gruppe reichte, ist auch der der schwachen Leistung von Arsenals B-Elf im Parallelspiel bei Olympiakos Piräus zu verdanken ( DATENCENTER: Champions League).
Gunners-Coach Arsene Wenger ließ beim 1:2 (0:1) gleich mehrere Stammkräfte in London und schickte eine verstärkte Jugendmannschaft aufs Feld.
Stevens zockt bei Aufstellung
Schalke-Trainer Huub Stevens nahm zwar alle Leistungsträger mit in den französischen Süden, schonte aber gleich vier Stammkräfte.
Die gelb-vorbelasteten Joel Matip und Jermaine Jones erlebten den Anpfiff genauso von der Bank wie Stürmer Klaas-Jan Huntelaar und Linksverteidiger Christian Fuchs.
Stevens zockte im Kampf um den Gruppensieg und behielt am Ende recht. Bei einer Pleite und Platz zwei in der Gruppe hätte sich die angespannte Stimmung auf Schalke aber noch weiter verschärft.
Doch so konnte der Niederländer nach dem Spiel Lob verteilen.
"Es war auf diesem schwierigen Boden ein gutes Spiel von beiden Mannschaften. In der ersten Halbzeit hatten wir die besseren Torchancen, in der zweiten Hälfte dann Montpellier", sagte Stevens nach der Partie.
Lob für Hildebrand
Ein Sonderlob heimste dabei Torwart Timo Hildebrand ein, der die Königsblauen vor allem in der Schlussphase gleich mehrfach mit starken Paraden im Spiel hielt (DIASHOW: Die Bilder des Spieltags).
"Timo hat uns einige Male gut geholfen", hob der Coach hervor und stärkte damit dem Ex-Nationalspieler nach dem Torwart-Wechsel und seinem unglücklichen Gegentor am Wochenende gegen Mönchengladbach den Rücken.
Keine neue Torhüter-Diskussion
Dass Hildebrand beim Gegentor durch Emanuel Herrera (59.) eine Flanke nicht aus der Gefahrenzone bekam, ließ Stevens dabei unkommentiert.
Auch Sportvorstand Horst Heldt erstickte eine neuerliche Torwart-Diskussion gleich im Keim.
"Er hat das Unentschieden am Schluss gerettet. Das hilft ihm, das hilft der Mannschaft. Beim Tor kann ich keinen Fehler erkennen. Die Flanke war so gut gemacht, da kann ein Torwart nicht hinkommen", meinte Heldt.
Routinier Metzelder überzeugt
Lob gab es auch für Routinier Christoph Metzelder.
Der 32-Jährige, der in dieser Saison bislang nur 45 Minuten im DFB-Pokal ran durfte, lieferte eine tadellose Partie ab und bereitete die Schalker Führung durch Nebenmann Benedikt Höwedes (53.) vor.
"Er hat gut gespielt, zuverlässig, zweikampfstark - eine solide Leistung. Metze macht einen guten Job, auch wenn er nicht spielt. Dann führt er die Mannschaft", betonte Heldt Metzelders Rolle in der Mannschaft.
Eine ganz andere Rolle hat noch Linksverteidiger Sead Kolasinac inne. Der 19-Jährige präsentierte sich bei seinem Champions-League-Debüt sehr souverän und beeindruckte damit auch seinen Trainer.
Wunschgegner Real Madrid
"Wir wissen, dass er das kann, aber auf dem Niveau muss man das auch zeigen. Sead hat die Leistung heute gebracht. Es ist schön, eine Alternative für die Zukunft zu haben", kommentierte Stevens.
Einen Wunschgegner für das Achtelfinale ließ sich der Trainer allerdings nicht entlocken. "Wir haben da keinen Einfluss, auch wenn ich das gerne möchte."
Metzelder wurde deutlicher und wünscht sich ein Duell mit den ehemaligen Kollegen von Real Madrid.
Ein Sieg im Achtelfinale gegen das königliche Star-Ensemble wäre dann auch wirklich ein Ausrufezeichen.

