Rummenigge: "Das muss ein Warnschuss sein"
München - Zum Feiern war beim FC Bayern niemand zumute, zu knapp war der deutsche Rekordmeister am Ende an einer Blamage vorbeigeschrammt.
"Wir müssen jetzt aufpassen. Das war ein Warnschuss zum richtigen Zeitpunkt", schimpfte FCB-Präsident Uli Hoeneß nach der 0:2-Niederlage im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Arsenal (Spielbericht).
Nur aufgrund des 3:1 aus dem Hinspiel in London zogen die Münchner ins Viertelfinale der "Königsklasse" ein. Dennoch herrschte so etwas wie Krisenstimmung bei den Bayern.( DATENCENTER: Die Champions League)
"In der Champions League hängen die Trauben noch, das hat man heute gesehen, da muss man mit Demut rangehen und nicht glauben, dass man von alleine von Runde zu Runde weiterkommt", sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge.(DIASHOW: Bilder des Spiels)
SPORT1 fasst die Stimmen zum Spiel zusammen:
Uli Hoeneß (Präsident FC Bayern): "Wir haben am Anfang total geschlafen und dadurch eine ganz schlechte Ausgangsposition gehabt. Wir müssen jetzt aufpassen. Das war ein Warnschuss zum richtigen Zeitpunkt. Wir haben schon gegen Hoffenheim nicht gut gespielt. Gegen Düsseldorf haben wir zwar gewonnen, aber das ist nicht gerade unser Anspruch, mit Mühe und Not 3:2 zu gewinnen. Die heutige Niederlage muss jedem klarmachen, dass wir wieder anders spielen müssen, wenn wir das Ziel in der Champions League erreichen wollen."
Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzender FC Bayern): "Es war ein schweres Spiel. Wir können von Glück sagen, dass wir in London ausreichend Tore erzielt haben, dass wir weitergekommen sind. Das muss ein Warnschuss sein. In der Champions League hängen die Trauben noch, das hat man heute gesehen, da muss man mit Demut rangehen und nicht glauben, dass man von alleine von Runde zu Runde weiterkommt. Ich würde mir wünschen, dass es (im Viertelfinale, Anm. d. Red.) kein deutsches Duell gibt."
Franz Beckenbauer (Ehrenpräsident FC Bayern): "Wenn du so weiterspielst, bist du in der nächsten Runde draußen - egal, gegen wen sie spielen. So kann man nicht Fußball spielen. Es ist noch glücklich ausgegangen, Arsenal hätte noch das dritte Tor machen können. Die hatten noch ganz gute Möglichkeiten. Das darf nicht passieren."
Jupp Heynckes (Trainer FC Bayern): "Der frühe Rückstand war nicht programmiert, damit haben wir dem Gegner in die Karten gespielt. Wir haben das Spiel nicht wie gewohnt kontrolliert, nicht die Ruhe gehabt. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen. Das Spiel muss uns eine Lehre sei, dass man die nächste Runde nicht schon vor dem Rückspiel erreicht hat."
Philipp Lahm (FC Bayern): "Wenn man nicht zu 100 Prozent auf dem Feld steht, wird es eng. Wir hatten eigentlich gute Torchancen, die wir schlecht ausgespielt haben. Dann muss man am Ende zittern. Wenn man 0:2 verliert, war es am Ende knapp. Wenn man das Spiel über 90 Minuten sieht, haben wir einfach nicht die Tore gemacht und sind früh in Rückstand geraten. Ich mache mir keine Sorgen, wenn man die Qualität der Mannschaft kennt. Aber man muss immer zu 100 Prozent konzentriert sein. Wenn man das nicht ist, wird es eng. Wir stehen im Viertelfinale, aber wir müssen uns wieder verbessern."
Arjen Robben (FC Bayern): "So etwas darf nicht passieren, aber es passiert. Wir haben vorher darüber gesprochen. Wir waren gewarnt, sie haben nichts zu verlieren. Wir waren in der ersten Halbzeit nicht aggressiv genug. Vielleicht ist das positiv für uns, weil es ein Weckruf ist. Wir müssen einfach immer konzentriert sein."
Per Mertesacker (FC Arsenal): "Das (die frühe Führung, Anm. d. Red.) war für uns das Aha-Erlebnis, dass wir wieder daran geglaubt haben. Die Bayern haben schon versucht, Druck zu machen. Wir haben defensiv besser gearbeitet, wir haben wenig zugelassen. Ich hätte mir noch ein bisschen mehr Gefährlichkeit bei uns nach vorne gewünscht, besonders in der zweiten Halbzeit. Aber wir hatten die Bayern am Rande des Ausscheidens. Das ist sehr, sehr bemerkenswert. Daraus können wir viel Kraft ziehen."

