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Beim Confed Cup 2005 in Deutschland begeisterten "Schweini" (l.) und "Poldi" (r.) © getty

Erst zweimal nahm die DFB-Elf beim Confed Cup teil. 1999 enttäuscht das Team auf ganzer Linie, 2005 löst es Euphorie aus.

München/Johannesburg - Joachim Löw fliegt erst zum Halbfinale ein und fühlt sich als Zuschauer beim Confed Cup in Südafrika durchaus wohl.

"Es ist kein Beinbruch, dass wir nicht dabei sind", sagte der Bundestrainer vor dem Confed Cup, der am Sonntag (ab 16 Uhr LIVESCORES ) als Generalprobe für die WM 2010 beginnt: "Es ist gut, dass die Spieler vor einer Weltmeisterschaft mal einen längeren Urlaub haben."

Während Michael Ballack und Co. die Füße hochlegen und den Akku für die entscheidende Phase der WM-Qualifikation aufladen, findet das zum "Festival der Meister" hochgejubelte Turnier wieder einmal ohne deutsche Beteiligung statt. (DATENCENTER: Spielplan Confed-Cup)

DFB-Elf erst zweimal dabei

Der dreimalige Welt- und Europameister war bei insgesamt sieben Austragungen nur zweimal dabei. Vor vier Jahren probte er für das Sommermärchen 2006, 1999 in Mexiko leistete er sich ein unvergessenes Debakel, das auf ewig mit dem Namen Erich Ribbeck verbunden ist.

Wegen der Bewerbung um die WM-Endrunde 2006 hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zähneknirschend zugesagt, im Juli 1999 nach Mexiko zu reisen.

Sportlich wurde der Confed Cup für Teamchef Ribbeck und seine mit vielen Neulingen besetzte Mannschaft zu einem Desaster.

Weltweiter Spott

Ein 0:4 gegen Brasilien, ein unansehnliches 2:0 gegen Neuseeland und ein 0:2 gegen die dritte Garde der USA machte den damaligen Europameister weltweit zum Gespött - und ließ das Debakel bei der EM zehn Monate später in Belgien und den Niederlande (Vorrunden-Aus) schon befürchten.

Nur notdürftig konnten die politischen Pluspunkte den Imageschaden für den deutschen Fußball kaschieren.

"Die Teilnahme hat uns die Tür geöffnet", resümierte Franz Beckenbauer als Chef der DFB-Bewerbung seinerzeit und erhielt von Bayern Münchens damaligem Vizepräsidenten Karl-Heinz Rummenigge Unterstützung: "Alle 24 Mitglieder der FIFA-Exekutive waren in Mexiko. Wenn wir nicht teilgenommen hätten, hätten uns alle für arrogant und ignorant gehalten."

"Wir sind die Dummen"

Davon konnten sich die Prügelknaben wie Ribbeck und die mitten in der Saisonvorbereitung steckenden Spieler, von denen Ronald Maul und Heiko Gerber nie wieder eingeladen wurden, nichts kaufen.

"Wir sind die Dummen", meinte der damalige Kapitän Lothar Matthäus, während "Sir Erich" von Bayern-Manager Uli Hoeneß immerhin Rückendeckung bekam: "Ribbeck ist die ärmste Sau. Er wollte nicht spielen, musste wegen 2006 aber."

Euphorie 2005

Sechs Jahre später bot das Team von Jürgen Klinsmann mit begeisterndem Offensivfußball einen Vorgeschmack auf das Sommermärchen bei der Heim-WM 2006.

Eine Welle der Euphorie trug die Elf um die Jungstars Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger auf Platz drei - wie ein Jahr später bei der Weltmeisterschaft.

"Da wächst eine Mannschaft heran, die sich voll einsetzt, immer an ihr Limit geht, voller Leidenschaft und Energie ist. Jeder hat seinen Spaß", lobte Klinsmann damals und verkündete: "Wir sind der Weltspitze wieder ein Stück näher gekommen."

Frankreich Rekordsieger

Zuvor hatte der DFB zweimal wegen Terminproblemen seine Teilnahme abgesagt - 1997 und 2003.

Auch der damalige Weltmeister Frankreich verzichtete 1999 auf den ungeliebten Wettbewerb. Dennoch ist die Equipe Tricolore mit Siegen 2001 in Südkorea und Japan sowie 2003 im eigenen Land Rekordgewinner - gemeinsam mit Brasilien, das 1997 in Saudi-Arabien und 2005 in Deutschland triumphierte.

Zudem siegte Gastgeber Mexiko 1999. Die noch inoffiziellen Vorläufer des Confed-Cups gewannen 1992 Argentinien und 1995 Dänemark.

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