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Die Spanier um Fernando Torres untermauern ihren bauen ihren Weltrekord aus © getty

Die Spanier untermauern mit dem Kantersieg gegen Neuseeland ihren Favoritenstatus. Mit dem Remis sind die Iraker zufrieden.

Johannesburg - Südafrikas Fans haben mit einem farbenprächtigen Fußballfest Vorfreude auf die Weltmeisterschaft 2010 geweckt, nur ihr Team ist noch nicht WM-reif.

362 Tage vor der ersten WM auf dem Schwarzen Kontinent kamen die Gastgeber zum Auftakt des Confed Cups nicht über ein 0:0 gegen den Irak hinaus.

Bei ihrer besten Chance standen sich die Südafrikaner sogar selbst im Weg, als Bernard Parker sechs Minuten vor Schluss einen Kopfball von Kashigo Dikgacoi unfreiwillig auf der Torlinie abwehrte.

Das sportliche Spektakel veranstaltete Europameister Spanien.

Dreimal Torres, Fabregas und Villa

Der Topfavorit spielte Ozeanien-Meister Neuseeland beim 5:0 (4:0) schwindelig und übernahm in der Gruppe A die Tabellenführung. Fernando Torres eröffnete den Torreigen mit dem ersten reinen Hattrick in der Geschichte des Konföderationen-Pokals (6., 14. und 17.), also drei Tore eines Schützen in Folge in einer Halbzeit.

Nach den Treffern von Cesc Fabregas (24.) und David Villa (48.) schalteten die Spanier gleich mehrere Gänge zurück.

Im Ellis Park von Johannesburg hatten zuvor 48.837 Zuschauer für eine unvergleichliche Atmosphäre gesorgt.

Mit den Vuvuzelas, ihren langen Plastiktröten, erzeugten die Fans ohrenbetäubenden Lärm, die lautstarke Unterstützung half "Bafana, Bafana" allerdings nicht.

Der Afrikameister von 1996, der acht Tage zuvor noch Polen 1: 0 geschlagen hatte, enttäuschte über weite Strecken.

Milutinovic ist mit dem Remis zufrieden

"Ich wäre am liebsten auf der Stelle tot umgefallen", meinte Parker nach seinem Missgeschick kurz vor Schluss, als er sein Team um den Siegtreffer brachte. "Das Glück war nicht auf unserer Seite", sagte Publikumsliebling Teko Modise: "Aber wir lassen den Kopf nicht hängen."

Am Mittwoch in Rustenburg gegen Neuseeland ist das Team des brasilianischen Trainers Joel Santana bereits zum Siegen verdammt, wenn es das Halbfinale erreichen will.

Weltenbummler Bora Milutinovic, der bei der WM-Generalprobe den Asienmeister Irak trainiert, war mit dem Punktgewinn hochzufrieden.

"Das ist ein positives Ergebnis für uns. Wir haben jetzt die Chance, uns für die nächste Runde zu qualifizieren", sagte der 64-Jährige.

Am Mittwoch in Mangaung/Bloemfontein gegen Spanien ist die jüngste Mannschaft des Turniers allerdings krasser Außenseiter.

Große Worte, wenig Chancen

700 Kinder hatten in einer farbenfrohen Eröffnungsfeier die Fußball-Welt willkommen geheißen.

Sie formten die südafrikanische Flagge und das Motto "Ke Nako - Es ist Zeit", mit dem Südafrika auf die erste WM auf seinem Kontinent einstimmen will. Als FIFA-Präsident Joseph S. Blatter den "Brüdern und Schwestern in Afrika Danke" sagte und versicherte, "der Fußball vertraut euch", wurde er immer wieder vom Jubel der Fans unterbrochen.

"Dies ist ein großer Tag für Afrika und für Südafrika", erklärte Staatspräsident Jacob Zuma, als er den achten Confed Cup offiziell eröffnete.

Den vollmundigen Ankündigungen ihres Staatsoberhauptes, das den Turniersieg gefordert hatte, ließen die Gastgeber wenige Taten folgen. Viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau und Fehlpässe in die Spitze prägten die Partie, nur selten kamen die Südafrikaner gefährlich vor das Tor.

Ihre besten Chancen hatten "Bafana, Bafana", die sich nach der Pause steigerten, in der Schlussphase.

Weltrekord ausgebaut

Dass kein Tor fiel, verdarb die Partystimmung nicht. La Ola schwappte durch den Ellis Park, in dem die Südafrikaner 1995 die Rugby-WM gewonnen hatten.

Mit Vuvuzelas und Trommeln gaben die Fans, die schon im Vorfeld des Spiels rund um das Stadion friedlich-fröhlich gefeiert hatten, einen Vorgeschmack auf den WM-Sound 2010.

In Rustenburg baute Spanien indes ungefährdet seinen Weltrekord aus. Die Elf von Trainer Vicente Del Bosque ist seit 33 Spielen ungeschlagen. Dank "El Nino" Torres gab es nach gut einer Viertelstunde schon keinen Zweifel mehr, dass die Serie hielt.

Der Stürmer des FC Liverpool, der beim 1:0-Triumph im EM-Finale 2008 gegen die deutsche Nationalmannschaft das Siegtor erzielt hatte, tat es Gabriel Batistuta gleich.

Der Argentinier hatte beim 5:0 1998 gegen Jamaika ebenfalls mit drei Treffern in zwölf Minuten den schnellsten Hattrick der WM-Geschichte verbucht.

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