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Die Vuvuzelas gehören zum farbenfrohen Spektakel in Südafrika dazu © getty

Schon jetzt machen die Vuvuzelas den Sound des Confed Cup aus. Die FIFA ist sich aber über den Umgang mit den Geräten unsicher.

München - Wenn in Südafrika der Höllenlärm einer Horde Elefanten ertönt, hört Frank Urbas schon die Kassen klingeln.

Der Düsseldorfer Unternehmer will die "Vuvuzelas", jene ohrenbetäubend lauten Plastiktröten, die beim Confederations Cup in Südafrika für eine unvergleichliche Atmosphäre sorgen, zur WM 2010 auch in Europa zum Verkaufsschlager machen.

"Eine Fanfare aus Kunststoff darf jeder produzieren, die Tröte mit dem Namen Vuvuzela allerdings nicht", sagt Urbas.

Allseits beliebt in Südafrika

Der Verkaufspreis der in Südafrika teils schon vergriffenen Tröten auf dem deutschen Markt stehe noch nicht fest.

Er werde aber "zwischen sieben und zehn Euro" liegen.

Die Trompeten sind so laut und in Südafrika so populär, dass sie bereits den Präsidenten des Weltverbandes auf den Plan gerufen haben.

"Afrika ist voller Energie, Musik, Tanz"

"Die FIFA wird den Fall diskutieren, ich weiß aber nicht, ob wir diesen Sound stoppen können", sagte der Schweizer.

"Afrika ist laut, es ist voller Energie, Rhythmus, Musik, Tanz, Trommeln. Das ist Afrika, wir müssen dies so annehmen."

Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in Pretoria vor dem Spiel USA-Brasilien ergänzte Blatter.

"Jede Nation hat ihre Eigenheiten. In der Schweiz sind es zum Beispiel die Kuhglocken, hier in Südafrika haben sie ihre Trompeten. Ich wüsste nicht, wie man so etwas unterbinden sollte."

Er appellierte an die übertragenden Sender, eine technische Lösung zu finden.

In der Tat erscheint es schwer vorstellbar, wie die FIFA gegen die am Kap der guten Hoffnung seit vielen Jahren etablierten Vuvuzelas einen Bannstrahl verhängen will.

Bei den TV-Übertragungen sorgen die Plastiktröten, die beim Confed Cup teilweise schon ausverkauft sind, für eine für europäische Ohren ungewohnte Geräuschkulisse.

Alonso empfindet Tröten als Ärgernis

Während die südafrikanischen Kicker daran längst gewöhnt sind, haben andere Confed-Cup-Teilnehmer Probleme damit.

"Ich denke, es wäre gut, sie zu verbannen. Sie machen es uns Spielern schwer, auf dem Platz zu kommunizieren und sich zu konzentrieren", sagte beispielsweise der spanische Mittelfeldspieler Xabi Alonso, der als Profi beim FC Liverpool an der Anfield Road eigentlich auch lautstarke Anfeuerung durch die Anhänger gewohnt sein sollte.

Xabi Alonso: "Sie sind ein Ärgernis und tragen nichts zur Atmosphäre bei."

Vuvuzelas lauter als Kommentatoren

Für Urbas wäre ein Verbot geschäftsschädigend.

Nur, wer vor seinem Fernseher das sonore Dauertuten erlebt, wird sich selbst die Tröte zulegen. 117760(Die Bilder vom Confed Cup)

Beim Confed Cup überlagerte der Lärm sogar die Stimmen der Kommentatoren.

Das große Geschäft mit der 62 Zentimeter langen Trompete läuft gerade erst an.

Spezielle Version für Europa

Vom südafrikanischen Unternehmen Masincedane Sport CC sicherten sich die Unternehmer Mitte 2008 die exklusiven Marken-, Produktions- und Vertriebsrechte für alle Länder der Europäischen Union.

Im Gegensatz zur südafrikanischen Vuvuzela ist die Kunststoff-Fanfare in Europa in drei Teile zerlegt.

"Wenn der Fan die Vuvuzela vor Wut irgendwo gegenschlägt, wird er niemanden verletzen, da das Produkt in Teile zerfällt", sagt Urbas. 11568(DIASHOW: Die WM-Stadien)

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