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Fernando Torres (r.) wechselte 2007 von Atletico Madrid nach Liverpool © getty

Die spanischen Weltrekordler sind heiß auf den nächsten Titel. Südafrika fühlt sich trotz der Niederlage als Gewinner.

Bloemfontein/Johannesburg - Die Weltrekordler haben noch lange nicht genug. Während die Südafrikaner ihre laute Fußball-Party beim Confed Cup (Ergebnisse) fortsetzten, nahm Europameister Spanien den nächsten Titel ins Visier.

"Es war wichtig, Geschichte zu schreiben", sagte Stürmer Fernando Torres nach dem 2:0 (0:0) gegen die Gastgeber (Spanien und Südafrika im Halbfinale), dem 15. Sieg der "Roten Furie" in Folge, und verkündete: "Jetzt wollen wir mehr."

Die Weltrekordserie soll nicht nur im Halbfinale am Mittwoch (ab 20.15 Uhr LIVE und live im DSF) in Bloemfontein halten, sondern auch im Endspiel am kommenden Sonntag.

"Den Champagner machen wir heute noch nicht auf, der ist für nächste Woche", sagte der Torjäger des FC Liverpool.

Und Mittelfeldstratege Xavi pflichtete ihm nach dem 35. Spiel nacheinander ohne Niederlage bei: "Wir wollen weiter siegen und Trophäen gewinnen."

Vuvuzuela blasend ins Halbfinale

Davon sind "Bafana Bafana" weit entfernt, doch das hält die Fans im WM-Gastgeberland 2010 nicht davon ab, singend, tanzend und Vuvuzela blasend ein großes Fußballfest zu feiern.

Nach der Niederlage gegen Spanien mussten Spieler und Anhänger in Bloemfontein zwei bange Minuten lang warten, bis sie der Stadionsprecher mit dem Ergebnis aus Johannesburg erlöste.

Neuseeland hatte dem Irak ein 0:0 abgeknöpft und Südafrika ins Halbfinale verholfen.

"Das Land steht hinter uns"

"Die Erleichterung war riesengroß", sagte der ehemalige Dortmunder Steven Pienaar: "Wir haben unser Ziel erreicht."

Mit dem größten Erfolg seit der Afrikameisterschaft 1996 hat der Gastgeber ein Jahr vor der ersten WM auf dem Schwarzen Kontinent die Fußball-Euphorie weiter angeheizt. 117760(Die Bilder zum Confed-Cup)

"Das ganze Land steht hinter uns", sagte Verteidiger Matthew Booth: "Die Atmosphäre ist grandios - eine riesige Werbung für die Weltmeisterschaft. Das wird fantastisch nächstes Jahr."

Milutinovic verabschiedet sich

Dass am Donnerstag (ab 20.15 Uhr LIVE und live im DSF) im Ellis Park von Johannesburg die Vuvuzelas wieder ohrenbetäubenden Lärm machen werden, haben die Südafrikaner vor allem den bereits ausgeschiedenen Neuseeländern zu verdanken.

Die "Kiwis" versperrten dem Irak den Weg ins Halbfinale und beendeten höchstwahrscheinlich das kurze Engagement von Bora Milutinovic als Trainer des Asienmeisters.

"Ich wünsche meinen Jungs alles Gute für die Zukunft", sagte der Fußball-Weltenbummler nach dem Vorrunden-Aus.

"Sie haben gezeigt, dass sie viel Talent und taktisches Geschick besitzen. Aber vor allem wünsche ich ihnen Freiheit und die Chance, glücklich und friedvoll zu leben."

Seit 2002 kein Heimspiel

Die Iraker, die wegen des Krieges sei Juli 2002 kein Heimspiel mehr austragen durften, sind in der WM-Qualifikation bereits gescheitert.

Milutinovic will aber anscheinend mit einem sechsten Team zur WM, bislang hatte er Mexiko (1986), Costa Rica (1990), die USA (1994), Nigeria (1998) und China (2002) bei Weltmeisterschaften betreut.

Verloren und doch gewonnen

Vor 38.000 Zuschauern, die im Free State Stadium von Bloemfontein für den bisherigen Lautstärke-Rekord der Mini-WM sorgten, hatten "Bafana Bafana" eine Halbzeit lang gegen den Europameister mithalten können.

Doch EM-Torschützenkönig David Villa, der 30 Sekunden nach einem verschossenen Foulelfmeter mit viel Wut im Bauch sein drittes Turniertor erzielte (52.), und der eingewechselte Fernando Llorente (72.) wiesen die WM-Gastgeber in die Schranken.

"Es ist bittersüß, wir haben verloren und trotzdem gewonnen", meinte Booth und fügte schnell an: "Aber es war gegen die beste Mannschaft der Welt."

Kritik an Trainer Santana

Trotzdem musste sich am Ende der umstrittene Trainer Joel Santana wieder kritische Fragen gefallen lassen.

Der Brasilianer, der nach dem enttäuschenden 0:0 zum Turnierstart gegen den Irak von der Presse schon zum Abschuss frei gegeben worden war, musste jede Auswechslung verteidigen, die angebliche "Konfusion" am Spielfeldrand in der Schlussphase erklären - und fühlte sich am Ende doch als Sieger.

"Vielleicht habt ihr gedacht, ich muss jetzt gehen", sagte der 60-Jährige, "aber ich bleibe."

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