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Lucio (r.) freut sich über das Führungstor von Luis Fabiano © getty

Der Weltmeister bekommt gegen Brasilien die Grenzen aufgezeigt und verliert deutlich. Sensationell zieht die USA ins Halbfinale ein.

Pretoria/Rustenburg - Vorgeführt, blamiert, ausgeschieden: Nach einem denkwürdigen Debakel gegen die brasilianischen Fußball-Zauberer ist für Weltmeister Italien die Mini-WM schon beendet.

Die Squadra Azzurra leistete sich beim Confed Cup in Südafrika eine peinliche 0:3 (0:3)-Pleite im Klassiker gegen den Rekordweltmeister und verpasste damit das Halbfinale.

"Wir werden nun viele Dinge überdenken müssen", sagte Weltmeistertrainer Marcello Lippi: "Die Mannschaft hat enttäuscht, Brasilien hat den Sieg klar verdient."

In die Runde der letzten Vier zogen neben Titelverteidiger Brasilien überraschend die USA ein, die Afrikameister Ägypten 3:0 (1:0) in Rustenburg bezwangen.

Brasilien seit 1982 gegen Italien ungeschlagen

Luis Fabiano mit einem Doppelpack (37. und 43.) sowie ein Eigentor von Andrea Dossena (45.) besiegelten das Aus der "Mumien", wie die Italiener in der Heimat nach der 0:1-Blamage am vergangenen Donnerstag gegen Ägypten verspottet worden waren.

Die brasilianischen Stars um 65-Millionen-Mann Kaka, die seit der WM 1982 (2:3) nicht mehr gegen die Azzurri verloren haben, treffen im Halbfinale am Donnerstag (ab 20.15 LIVE oder im DSF) in Johannesburg auf Gastgeber Südafrika.

"Jetzt wollen wir ins Finale gegen Spanien", sagte Kaka nach dem Abpfiff: "Die Höhe des Sieges gegen Italien ist überraschend, aber so ist das: Wenn wir lange zusammen sind, kommen immmer gute Ergebnisse heraus."

USA im Halbfinale

Die USA bekommen es am Mittwoch (ab 20.15 LIVE oder im DSF) in Bloemfontein mit Spanien zu tun. Der Europameister hatte am Samstag mit seinem 15. Sieg in Folge, dem 2:0 gegen Südafrika, einen Weltrekord aufgestellt.

Die Treffer für die USA erzielten Charlie Davies (21.), der Gladbacher Bundesliga-Profi Michael Bradley (63.) und Clint Dempsey (71.) (DATENCENTER: Der Confed Cup)

Italien chancenlos

Regelrecht vorgeführt wurde die alte Garde der Azzurri vor 41.195 Zuschauern im Lotus-Versfeld-Stadion von Pretoria. Wieder hatte Trainer Lippi auf seine Helden von Berlin gesetzt und acht Weltmeister von 2006 in der Anfangsformation aufgeboten 117760(Die Bilder des Confed-Cups).

Diesmal durfte auch der Münchner Luca Toni von Beginn an ran. Doch ihm gelang genauso wenig wie seinen Kollegen, während sie von den Brasilianern durcheinandergewirbelt wurden.

Kapitän Fabio Cannavaro bestritt sein 126. Länderspiel und zog mit Rekordnationalspieler Paolo Maldini gleich.

Bis zur 37. Minuten hatten die Azzurri noch unglaubliches Glück, dass der Rekordweltmeister allerbeste Chancen nicht nutzte.

Luis Fabiano trifft doppelt

Luis Fabiano traf den Pfosten (6.), eine Hereingabe von Lucio lenkte Daniele De Rossi an die Latte (33.). Zudem rettete Torhüter Gianluigi Buffon dreimal in höchster Not.

Machtlos war der Schlussmann von Juventus Turin allerdings bei Luis Fabianos Doppelschlag:

Zunächst stoppte der Stürmer des FC Sevilla einen Schuss seines Teamkollegen Maicon und überwand Buffon, dann schloss er eine sehenswerte Kombination über Robinho und Kaka mit seinem dritten Turniertreffer ab.

Schließlich wurde Buffon auch noch von einem Mitspieler bezwungen: Andrea Dossena bugsierte den Ball nach einer scharfen Hereingabe von Robinho ins eigene Tor.

Nach 57 Minuten war für Toni nach einer erneut enttäuschenden Leistung der Arbeitstag beendet. Lippi wechselte den Bayern-Stürmer gegen Alberto Gilardino aus.

Danach machten die Italiener mehr Druck, doch Julio Cesar machte mehrere Chancen zunichte.

Bradley trifft für die USA

In Rustenburg geriet Ägypten durch ein kurioses Tor in Rückstand. Nach einem Pass von Jozy Altidore vors Tor behinderte Ahmed Fathi seinen Torwart Essam El Hadary, Davies war der lachende Dritte und schoss zur amerikanischen Führung ein.

Danach hatte der sechsmalige Afrikameister Pech, als Hosni Abd Rabbou die Latte traf (39.). Beim zweiten Treffer verwertete Bradley ein Zuspiel des Ex-Münchners Landon Donovan.

Dann traf Dempsey per Kopf.

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