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Spaniens Andres Iniesta (l.) und Cesc Fabregas an ihrem freien Tag © imago

Vor dem Italien-Duell kämpft Spanien gegen schmutzige Gerüchte an. Beide Teams beklagen "unmenschliche" Bedingungen.

Fortaleza - "Unmenschliche" Hitze, "dreiste Lügengeschichten" und rachsüchtige Italiener:

Auf dem Weg ins Finale des Confed Cup haben Spaniens Welt- und Europameister gleich mehrere gefährliche Gegner - und das, obwohl Mario Balotelli, der gefährlichste Kontrahent, bei der Neuauflage des EM-Endspiels von 2012 gar nicht dabei ist.

Balotelli sitzt wohl zu Hause auf dem Sofa, wenn seine Kollegen im Glutofen Estadio Castelao in Fortaleza am Donnerstag (ab 20.45 Uhr im LIVE-TICKER, Highlights, Fr., 19.15 Uhr im TV auf SPORT1) das Unmögliche schaffen und die seit unglaublichen 28 Pflichtspielen unbezwungene "Rote Furie" niederringen sollen.

Ironisch ist das auch deshalb, weil man die Schlagzeilen, die die Spanier gerade beschäftigen, eher ihm zugetraut hätte.

Spanier von Pary-Gerüchten genervt

Die "Lügen", wie Vize-Kapitän Sergio Ramos Berichte über angebliche Party-Exzesse nannte, nerven die Spanier.

Die Zeitung "O Globo", die von Alkohol und Strip-Poker in Recife geschrieben hatte, besudele das Ansehen Spaniens, meinte der Abwehrchef.

Die Polizei ermittelt. "O Globo" behauptet, Zeugen und ein Beweisvideo zu haben. Der Weltverband FIFA, von Ramos zum Handeln aufgefordert, schweigt.

Inzwischen hat "Sex, Lügen und Video" ("Globo") einen zweiten Teil.

Sex, Lügen und Video Teil zwei?

Die Zeitung "Diario do Nordeste" aus dem Spielort Fortaleza berichtete von einer weiteren Feier mit weiblicher Beteiligung in der Nacht auf Montag nach dem Sieg über Nigeria im Hotel Luzeiros.

Trainer Vicente del Bosque versuchte, die Geschichten mit einem Scherz zu entkräften.

Die Presse habe einst auch geschrieben, dass er nach einem Spiel bis tief in die Nacht auf einem Tisch getanzt habe, "dabei habe ich noch nie in meinem Leben getanzt".

Fabregas und Soldado angeschlagen

Ernsthaftere Gedanken macht er sich wohl um seine Startelf. Ob Kapitän Iker Casillas im Tor steht, wollte der Coach nicht verraten.

Auch das Mitwirken der angeschlagenen Stammspieler Cesc Fabregas und Roberto Soldado (muskuläre Probleme) ist weiter unklar.

Als Ersatz testete del Bosque im Training David Silva und Fernando Torres, der im Turnierverlauf bereits fünf Treffer erzielte.

Hitze "unmenschlich"

Doch Torres klagte wie auch die anderen Spanier nach dem Nigeria-Spiel über die Hitze in Fortaleza, der Hauptstadt des Bundesstaates Ceara im Nordosten. "Unmenschlich" sei das, lautet die einhellige Meinung.

Die teilen übrigens auch die Italiener. Um 16 Uhr Ortszeit zu spielen, sei ein schlechter Witz, findet Italien-Coach Cesare Prandelli. Mit Blick auf die WM 2014 müssten FIFA und OK umdenken.

Der WM-Spielplan sieht sechs Begegnungen in Fortaleza vor - drei um 16, eine um 17 und zwei um 13 Uhr Ortszeit. Für die Azzurri ein Skandal - zumal ihr Gegner ja eigentlich Herausforderung genug ist.

"Besser als 2012"

Spanien, sagt Prandelli, "ist noch besser als 2012". Und damals hieß es in Kiew bereits 4:0. (Confed Cup: Ergebnisse und Tabellen)

Den Azzurri bleibe nur zu hoffen, dass es nicht erneut so komme wie in der Ukraine, meint Kapitän Gianluigi Buffon.

"Sie sind immer noch die beste Mannschaft der Welt, aber wir wollen nicht noch einmal so eine schwache Leistung zeigen. Damals war es ein Klassenunterschied, aber es ist nicht gesagt, dass es wieder so endet."

War das schon eine Kampfansage? "Wir wollen Revanche", sagt Buffon.

Pirlo wieder fit

Das Fehlen von Balotelli will Italien im Kollektiv auffangen - und mit Alberto Gilardino im Sturm.

Der 30-Jährige sei "richtig stark", versicherte Teamkollege Claudio Marchisio.

Und es gab eine weitere gute Nachricht: Regisseur Andrea Pirlo hat seine Wadenprobleme überwunden und ist ins Teamtraining zurückgekehrt.

Er soll den Spaniern noch mehr Ärger machen.

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