vergrößernverkleinern
Bianca Schmidt spielt seit 2006 für den 1. FFC Turbine Potsdam © getty

Am Dienstag werden im Bundeskanzleramt die Spielorte der Frauen-WM 2011 bekanntgegeben. Auch Angela Merkel wird dabei sein.

Frankfurt/Main - Die Bundeskanzlerin ist da, der FIFA-Boss schaut vorbei und auch der DFB-Präsident ist mit von der Partie.

Doch weder Angela Merkel, noch Joseph S. Blatter oder Theo Zwanziger werden am Dienstag im Bundeskanzleramt in Berlin das Städte-Rätsel lösen und 1000 Tage vor dem Eröffnungsspiel die Spielorte der Frauen-WM 2011 bekanntgeben.

Die ehrenvolle Aufgabe übernimmt U20-Nationalstürmerin Bianca Schmidt.

Die 18-Jährige präsentiert die Kurzfilme der ausgewählten Städte und wird so zur Glücksfee für sechs bis acht der elf Bewerber.

Elf Bewerbungen

Wenn Schmidt die Städte vorstellt, wird die Entscheidung über die Spielorte rund zwei Stunden alt sein.

Nachdem das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei der außerordentlichen Sitzung am Montagabend einen Vorschlag erarbeitet hat, liegt die endgültige Entscheidung am Dienstag in den Händen des Weltverbandes FIFA.

"Wir stehen vor einer sehr schweren Entscheidung. Uns liegen elf ausgezeichnete Bewerbungen vor, alle elf Bewerber erfüllen die Bedingungen", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

"Das letzte Wort hat wie bei der Männer-WM 2006 aber die FIFA."

Berlin und Frankfurt gesetzt

Allerdings müssen nicht alle Bewerber, die dem DFB per Vertrag eine Fanmeile mit Rahmenprogramm, jeweils 500 bis 700 freiwillige Helfer und eine WM-Dekoration in ihren Städten garantiert haben, wirklich zittern.

"Wir stehen zu unserer Aussage, die WM ins ganze Land zu bringen", erklärte Niersbach.

Daraus ist beim Blick auf die Deutschlandkarte abzulesen, dass neben den gesetzten Spielorten Berlin und Frankfurt auch an Wolfsburg sowie Augsburg kein Weg vorbeiführen wird.

Acht Spielorte favorisiert

Hoffen und Bangen müssen also nur noch Sinsheim, Dresden, Mönchengladbach, Magdeburg, Leverkusen, Bielefeld sowie Bochum.

Für alle Städte wird aus wirtschaftlichen Gründen kein Platz bei den Titelkämpfen sein.

"Jedes Stadion kostet Geld", meinte Niersbach. Als favorisiert gilt eine Lösung mit acht Spielorten, die sich dann jeweils auf vier der 32 WM-Spiele freuen dürfen.

WM-Etat verabschiedet

Mit der Bekanntgabe der Spielorte wird das letzte Geheimnis im Vorfeld der Weltmeisterschaft gelüftet.

In allen anderen Bereichen hat das Organisationskomitee (OK) um Präsidentin Steffi Jones bereits Planungssicherheit.

Das DFB-Präsidium verabschiedete am Montag den WM-Etat, der wesentlich sparsamer als das Budget der Männer-Titelkämpfe 2006 (430 Millionen Euro) angelegt ist.

Ausgaben zwischen 50 und 55 Millionen

"Wir kalkulieren mit Ausgaben zwischen 50 und 55 Millionen Euro, die wir über zwei Einnahmequellen erwirtschaften müssen. Die Eintrittsgelder und die Lizenzsummen der nationalen Förderer", sagte Niersbach.

Im Klartext bedeutet dies, dass die nationalen Sponsoren 24 Millionen Euro in den WM-Topf zahlen sollen.

Bisher haben zwei der sechs geplanten Sponsoren die Verträge unterschrieben.

"Wir hoffen, dass wir bis Ende des Jahres alle Verträge unterschreiben können", verdeutlichte der DFB-Funktionär.

50 Euro für Eintrittskarten

Die restlichen 30 Millionen Euro für einen ausgeglichenen Haushalt sollen die Ticketverkäufe einbringen.

Bei einer geplanten Kapazität von einer Million Plätzen (2006 waren es drei Millionen) würde somit die Eintrittskarte durchschnittlich 50 Euro kosten, um nach Abzug der Steuern und im Fall einer kompletten Auslastung die gewünschte Summe zu erzielen.

Die günstigste Karte soll 20 Euro kosten, 2006 musste der Fan dafür 35 Euro bezahlen.

Frauen-WM ohne Gewinn

"Wir planen bei der Frauen-WM keinen Gewinn", sagte Niersbach, der nicht müde wird, das vom DFB getragene Risiko zu betonen.

"Im Gegensatz zu fast allen internationalen Großveranstaltungen beanspruchen wir für unseren Etat keine öffentlichen Gelder. So war es bereits bei der WM 2006."

Das finanzielle Risiko bei der Männer-WM hielt sich allerdings in Grenzen, am Ende stand ein Gewinn in Höhe von 140 Millionen Euro.

Zum Forum ? jetzt mitdiskutieren

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel