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Ihr größter Tag: Smisek wurde 2007 mit den DFB-Frauen Weltmeister © getty

Sandra Smisek sagt den DFB-Frauen nach 13 Jahren servus. Silvia Neid und Theo Zwanziger vermissen "die gute Seele" schon jetzt.

Basel - Nationalspielerin Sandra Smisek hat ihren Mannschaftskolleginnen am Montag gründlich den Appetit verdorben.

"Ich habe es ihnen beim Mittagessen gesagt", meinte die zweimalige Weltmeisterin, nachdem sie kurz zuvor ihre Mitspielerinnen über das Ende ihrer Karriere im Trikot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) informiert hatte.

"Einige waren schon traurig. Ich bin eben die gute Seele hier."

Der letzte Vorhang für Smisek fällt beim EM-Qualifikationsspiel der bereits für die Endrunde 2009 in Finnland qualifizierten deutschen Mannschaft am Mittwoch in Basel gegen die Schweiz.

Seit 1995 für Deutschland

"Es sprach alles dafür. Ich habe alles erreicht", erklärte die 31 Jahre alte Angreiferin vom deutschen Meister 1. FFC Frankfurt, die am 13. April 1995 ihr Länderspiel-Debüt feierte und in 132 Einsätzen insgesamt 33 Tore für die DFB-Auswahl erzielte.

In der Tat ist Smisek eine der erfolgreichsten deutschen Fußballerinnen aller Zeiten.

Die Torjägerin gewann neben den zwei WM-Titeln 2003 und 2007 dreimal die Europameisterschaft, wurde zweimal UEFA-Cup-Siegerin, holte fünf deutsche Meisterschaften sowie vier DFB-Pokalsiege.

Smisek als Kommissarin

Bei den zurückliegenden Olympischen Spielen von Peking gewann sie Bronze.

Doch nicht nur die Erfolge der Vergangenheit sprachen für einen Abschied Smiseks aus der Nationalmannschaft, auch die Zukunft spielte eine entscheidende Rolle.

Zu Jahresbeginn schloss die gebürtige Frankfurterin ihre Ausbildung bei der Polizei ab und ist mittlerweile als Kommissarin vollzeitbeschäftigt.

Viele gute Erinnerungen

"Ich hatte während meiner Ausbildung drei Jahre Dreifachbelastung durch den FFC, die Nationalmannschaft und den Beruf. Jetzt will ich mich auf den Beruf konzentrieren", meinte Simsek, die ihren bis zum Saisonende laufenden Vertrag beim FFC aber erfüllen will.

"Ich werde jetzt ein Jahr schauen, wie sich die Arbeit mit dem Fußball vereinbaren lässt und dann weitersehen."

Trotz der hohen Belastung in der Vergangenheit nimmt Smisek, für die die WM 2011 im eigenen Land keine Motivation mehr darstellt ("Das ist einfach zu weit weg"), viele gute Erinnerungen aus 13 Jahren Nationalmannschaft mit.

Zwanziger würdigt Smisek

"Die WM 2007 war definitiv das Highlight. Da habe ich alle Spiele von Anfang an gemacht und eine entscheidende Rolle gespielt", sagte die Stürmerin, die ihr letztes Länderspiel am Mittwoch "einfach nur genießen" will.

Vermisst wird Smisek bereits jetzt von DFB-Präsident Theo Zwanziger, der die Torjägerin als "großartige Sportlerin" würdigte.

"Aber nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ist sie ein Vorbild. Mit ihrer humorvollen und offenen Art ist sie zu einer Sympathieträgerin des Frauenfußballs geworden."

Neid verliert vierte arrivierte Spielerin

Auch DFB-Trainerin Silvia Neid, die nach Sandra Minnert, Silke Rottenberg und Renate Lingor bereits die vierte arrivierte Spielerin binnen eines Jahres verliert, hätte gerne weiter auf Smisek gebaut.

"Ich werde sie vermissen. Als Trainerin war es immer sehr angenehm, mit ihr zusammenzuarbeiten. So eine Spielerin wie Sandra ist einfach eine Bereicherung für jede Mannschaft."

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