Heynckes beweist gutes Händchen
München - Ein glückliches Händchen bewiesen, die Fehler klar analysiert und große Ziele formuliert:
Trainer Jupp Heynckes zeigte bei seinem Pflichtspieldebüt als neuer Trainer von Bayer Leverkusen gleich, warum ihn der Werkslub bis 2011 verpflichtet hat.
Der 64 Jahre alte Coach wechselte beim glücklichen 1:0 (0:0)-Erfolg beim Regionalligisten SV Babelsberg 03 (Leverkusen zittert sich weiter) in der ersten Runde des DFB-Pokals in Siegtorschütze Eren Derdiyok (67.) nicht nur den genau richtigen Spieler ein, sondern machte bei seiner Premiere in der Filmstadt auch verbal eine gute Figur.
Berlin im Visier
"Wir haben große Ambitionen im Pokal. Die Mannschaft hat ja letzte Saison gezeigt, wie schön es ist, im Endspiel zu stehen. Das ist etwas ganz Besonderes, in Berlin dabei zu sein", sagte Heynckes nach seinem Einstand offensiv zum Ziel der Rheinländer im Cup-Wettbewerb. (DATENCENTER: Alle Paarungen)
Dass die Leistung seiner Mannschaft beim brandenburgischen Viertligisten eine Woche vor dem Bundesliga-Auftakt beim Aufsteiger FSV Mainz 05 noch verbesserungswürdig war, gab Heynckes jedoch offen zu:
"Wichtig ist, dass wir eine Runde weiter sind und wir gezeigt haben, dass die Mannschaft sehr guten Fußball spielen kann. An dem Anderen arbeiten wir noch."
Kritikpunkt: Chancenverwertung
Das "Andere" ist vor allem die Chancenverwertung.
Vor der Pause schnürte Bayer die Gastgeber vor 6153 Zuschauern im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion zwar ein. (DIASHOW: Die Bilder der 1. Runde)
Doch alle 13 Torschüsse verfehlten ihr Ziel. Ein Manko, dass bis zum kommenden Samstag behoben werden muss.
"Die Mannschaft muss einfach lernen, zielstrebiger zum gegnerischen Tor zu gehen und die Chancen zu nutzen", meinte Heynckes, der mit der Hereinnahme von Derdiyok letztlich selbst den entscheidenden Impuls setzte.
Siegtor kurz nach Einwechslung
Der Schweizer Neuzugang vom FC Basel hatte nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung für den glücklosen Theofanis Gekas den Siegtreffer erzielt.
"Es ist unbeschreiblich, gleich beim ersten Einsatz ein wichtiges Tor erzielt zu haben. Das bedeutet mir sehr viel", sagte Derdiyok.
Der Schweizer Nationalspieler mit türkischen Wurzeln war nach seiner guten Vorbereitung jedoch "etwas überrascht", dass er nicht in der Startelf gestanden hatte.
"Aber ich habe die Entscheidung des Trainers akzeptiert. Wir haben einen gesunden Konkurrenzkampf", sagte der 21-Jährige.
Derdiyok in der Stammelf?
Derdiyok machte in Babelsberg jedenfalls beste Werbung für sich und will nun in Mainz von Beginn an neben dem gesetzten Stefan Kießling auflaufen.
"Es ist noch zu früh, zu entscheiden, wer nächste Woche von Anfang an spielt. Ich bin froh, dass ich beide habe: Gekas und Derdiyok. Es ist unbedingt notwendig, dass man Stürmer hat, die einen Torriecher haben", erklärte Heynckes mit Blick auf den Langzeitverletzten Nationalspieler Patrick Helmes (Knie-OP).
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