Osnabrück träumt lila-weißen Traum
Osnabrück - Die Vorfreude in Osnabrück ist riesig. Die Stadt denkt lila-weiß, atmet lila-weiß und träumt lila-weiß.
Und sagt der Verstand auch tausendmal, dass natürlich Schalke 04 am Mittwoch (ab 20.15 LIVE) der große Favorit im Pokal-Viertelfinale beim heimischen Drittligisten VfL ist, so hofft das Herz doch auf eine erneute Sensation.
Nach dem Hamburger SV und Borussia Dortmund den dritten Bundesligisten eliminieren - warum denn nicht?
Schalkes Keeper Manuel Neuer warnt daher vor Übermut. "Wir müssen da von vornherein hellwach sein und dürfen den Gegner auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen", sagte er.
"Magath wird uns nicht unterschätzen"
Auch Benedikt Höwedes forderte "höchste Konzentration".
Denn der VfL ist "heiß auf Schalke", wie Trainer Karsten Baumann versicherte.
Der Ex-Dortmunder hofft, "dass der Pokaltraum weitergeht. Wir können bei Felix Magath allerdings tausendprozentig sicher sein, dass sein Team uns nicht unterschätzen wird".
Der Glaube an die eigenen Möglichkeiten unter Flutlicht im engen Stadion an der Bremer Brücke ist seit den beiden vorherigen Coups gegen die namhafte Konkurrenz einfach da.
Lindemann freut sich auf "geiles Spiel"
"Warum sollen wir denn nicht auch Schalke schlagen?", fragt Abwehrspieler Tobias Nickenig und Mittelfeldspieler Björn Lindemann ergänzt:
"Wir haben nichts zu verlieren, das wird ein geiles Spiel."
16.130 Zuschauer werden wieder im Stadion einen Höllenlärm veranstalten, der bereits den HSV und den BVB verschreckte.
"Ich schätze, dass wir auch ausverkauft wären, wenn das Stadion 50.000 Zuschauer fassen würde", sagte Geschäftsführer Ralf Heskamp.
Osnabrück nicht nur im Pokal erfolgreich
Für den Zweitliga-Absteiger ist der Vorstoß unter die letzen Acht bereits finanziell ein Segen, rund drei Millionen Euro sind bereits in die Kassen geflossen, weitere rund 1,75 Millionen Euro kämen bei dem Vorstoß ins Halbfinale sicher dazu.
Sportlich läuft es bei den Niedersachsen befeuert durch die Erfolge in den ersten drei Pokalrunden, schon zum Auftakt wurde in Hansa Rostock ein höherklassiges Team eliminiert.
Nach dem 0:0 beim Mit-Absteiger FC Ingolstadt behauptete das Team von Trainer Karsten Baumann die Tabellenführung in der dritten Liga.
"Am meisten imponiert mir bei meiner Mannschaft der Teamgeist und das sie niemals aufgibt", sagt Baumann.
Pokalheld Barletta zurück
Personell kann der Coach möglicherweise auf die Rückkehr von Kapitän Angelo Barletta zählen, der Dortmund im Achtelfinale mit zwei Toren den Garaus gemacht hatte.
Der Abwehrchef hatte sich im Trainingslager eine Knochenprellung im linken Sprunggelenk zugezogen, trainiert nun aber wieder mit dem Team.
"Ich weiß, dass mir drei Wochen fehlen und die Jungs haben super gespielt", sagte der Italiener. "Ich werde jede Entscheidung akzeptieren".
Osnabrück bei Flutlicht unbesiegbar
An Baumann und seinem Erfolg gibt es ja auch nichts zu rütteln.
Der neue Trainer, der nach dem Abstieg auf "Kulttrainer" Claus-Dieter Wollitz folgte, ist neben den Pokalerfolgen auf besten Weg, das Team direkt in die zweite Liga zurückzuführen.
Seit drei Jahren hat Osnabrück zu Hause unter Flutlicht nicht verloren, zwei Bundesligisten wurden schon ausgeschaltet und von drei Pokalduellen mit Schalke wurden zwei gewonnen.
"Wir spielen zu Hause, wir spielen wieder unter Flutlicht und der Pokal hat seine eigenen Gesetze", sagt Nickenig. "Das werden wir noch einmal beweisen."
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