"Wir haben keine Angst vor Gladbach"
Von Hardy Heuer
Heidenheim - Noch vor sechs Wochen trainierte Nico Frommer im Trainingscamp der arbeitlosen Fußballer.
Heute (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) trifft der Stürmer mit Drittligist FC Heidenheim in der zweiten DFB-Pokalrunde auf Borussia Mönchengladbach, die Überraschungsmannschaft der aktuellen Bundesliga-Saison und ein ehemaliger Arbeitgeber Frommers, der in der Saison 1999/2000 für Gladbach in der Zweiten Liga in 18 Spielen drei Tore erzielte.
Bei SPORT1 spricht Heidenheims Nico Frommer über das besondere Duell mit seinem Ex-Verein, seinem Tor-Lauf in der Liga und über die Chancen auf ein Weiterkommen.
SPORT1: Heidenheim ist gegen Mönchengladbach Außenseiter, hat aber in der ersten Runde Werder Bremen rausgeworfen. Wo sehen Sie die Chancen für Ihre Mannschaft?
Nico Frommer: Es ist nur ein Spiel, zudem ist es ein Pokalspiel. Da gibt es immer Chancen.
Mit Sicherheit wird es nicht viele Torchancen geben, weil Gladbach eine sehr gute Abwehr hat. Wir werden aber versuchen, die wenigen Chancen die wir bekommen, zu nutzen.
SPORT1: Ist eine Pokalüberraschung drin? (DATENCENTER: DFB-Pokal).
Frommer: Wenn wir nicht daran glauben würden, dann müssten wir erst gar nicht auflaufen. Wir glauben schon daran, dass etwas möglich ist. Die Mannschaft hat schon in der ersten Runde gegen Bremen bewiesen, dass sie an einem guten Tag einen Bundeligisten schlagen kann (DIASHOW: 1. Runde des DFB-Pokals).
SPORT1: Sie sind ja neu zur Mannschaft gestoßen und waren bei der Sensation gegen Werder nicht dabei. Rechnet sich die Mannschaft auch etwas gegen Gladbach aus?
Frommer: Die Mannschaft hat auf jeden Fall Respekt vorMönchengladbach. Wir haben aber auf keinen Fall Angst, sondern freuen uns auf das Spiel.
SPORT1: Sie haben selber für die Borussia gespielt. Wie besonders ist die Partie deshalb für Sie?
Frommer: Für mich ist das natürlich etwas Schönes, dass ich gegen meinen ehemaligen Verein nochmal spielen kann. Es ist mit Sicherheit ein besonderes Spiel für mich.
SPORT1: Sind noch irgendwelche Rechnungen offen?
Frommer: Nein, auf keinen Fall. Ich freue mich einfach nur wie der Rest der Mannschaft auf das Spiel. Wie werden dann sehen, wie die Partie endet.
SPORT1: Wurden bei Gladbach irgendwelche Schwächen ausgemacht?
Frommer: Schwächen wird es nicht viele geben. Gladbach spielt bisher eine tolle Saison, da kann man dann auch nicht viele Schwächen ausmachen.
SPORT1: In der Dritten Liga haben Sie aktuell einen Lauf (4 Spiele, 4 Tore). Da dürfte doch auch ein Treffer gegen Gladbach drin sein…
Frommer: Das wäre natürlich schön, aber Gladbach ist natürlich ein ganz anderes Kaliber. Meine Tore waren zum Teil auch sehr glücklich.
Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen und ich habe gute Mitspieler.
Es würde mich natürlich freuen, wenn ich ein Tor erziele, aber viel wichtiger ist, dass wir ein gutes Spiel machen und eine Runde weiterkommen.
SPORT1: Würde Sie auf einen Torjubel verzichten?
Frommer: Wenn ich das 1:5 erziele, dann lasse ich den Torjubel sowieso weg. Wenn es aber ein wichtiges Tor zum Sieg wäre, warum sollte ich dann nicht jubeln? Außerdem ist es schon lange her, dass ich bei Gladbach gespielt habe.
SPORT1: Es läuft für Sie ja ganz gut, dabei waren Sie zwei Monate ohne Verein. Wie war diese Zeit für Sie?
Frommer: Es war natürlich keine schöne Zeit. Ich habe versucht, das Beste daraus zu machen und mich fit gehalten.
Mir ist zu Gute gekommen, dass ich direkt in den laufenden Spielbetrieb einsteigen konnte.
SPORT1: Haben Sie erwartet, dass sie so schnell und so gut zurückzukommen?
Frommer: Es war ein bisschen Glück im Spiel, dass es gleich zu Beginn läuft. Dann trifft man im zweiten Spiel nochmal und es entwickelt sich ein kleiner Lauf. Aber man kann natürlich nicht damit rechnen, dass es gleich so gut laufen würde.
SPORT1: Wie kam der Wechsel nach Heidenheim zustande?
Frommer: Ich habe Trainer Frank Schmidt persönlich angerufen, weil ich mich bei Heidenheim fit halten wollte. Er hat dann gemeint, dass er sowas nicht so gerne macht bzw. es gar nicht machen wollte. Es war aber dann eine besondere Situation, weil ein, zwei Stürmer verletzt waren und es in der Liga einen kleinen Hänger gab.
Zwei Tage später hat sich der Verein nochmal gemeldet und hat angefragt, ob ich mit der Mannschaft für kurze Zeit trainieren möchte. Danach sollte es eine schnelle Entscheidung geben, ob mich der Verein verpflichtet.
SPORT1: In der Liga steht Heidenheim auf dem dritten Platz. Welche Ziele hat die Mannschaft - träumen Sie bereits vom Aufstieg?
Frommer: Das ist noch weit weg. Es ist gerade mal ein Drittel der Saison gespielt. Deswegen schauen wir mal, dass wir so lange wie möglich oben dran bleiben. Wenn wir im Frühjahr immer noch oben mit dabei sind, dann können wir uns neu ausrichten und konkretere Ziele äußern. Wir wollen uns auf jeden Fall oben festsetzen.
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