Ohne Leader, aber mit großer Chance
Von Raphael Weber und Reinhard Franke
München - Es ist ein zarter Aufwärtstrend, aber dennoch kein Befreiungsschlag.
Der Auswärtspunkt beim 2:2 in Leverkusen war für den VfB Stuttgart zumindest ein positives Signal rechtzeitig vor dem Pokal-Hit gegen die Bayern am Mittwoch (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).
Der frühere VfB-Trainer Jens Keller glaubt, dass die Schwaben nun viel investieren werden, um im Südderby die Wende zu schaffen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
"Sie werden alles daran setzen, um zu gewinnen, denn der Pokal ist der einfachste Weg, um international mitspielen zu können", sagte Keller im Gespräch mit SPORT1.
Es werde ein "super schweres" Spiel, glaubt der 41Jährige - doch für die Schwaben eben auch ein besonders Wichtiges.
Absturz in der Liga
Denn die Chance, sich in der Liga einen Qualifikationsplatz für die Europa League zu sichern, wird immer kleiner.
Sechs Niederlagen am Stück sorgten für einen kapitalen Absturz in der Tabelle, bevor in Leverkusen immerhin mal wieder ein Punktgewinn gelang.
Auch wenn der in den letzten Jahren fast schon obligatorische Fehlstart in diesem Jahr verhindert werden konnte, steht der VfB aktuell mit 23 Punkten nur noch auf Rang elf.
"Noch keine richtige Struktur"
Keller, der Ende 2010 als VfB-Trainer entlassen wurde, aber nach wie vor als Scout für den VfB tätig ist, hat generelle Probleme ausgemacht.
"Die Mannschaft hat immer noch keine richtige Struktur", sagt der Labbadia-Vorgänger, der seinen Nachfolger aber noch nicht in Gefahr sieht. "Fredi Bobic und der Verein sind im Moment noch ruhig und noch zufrieden mit der Arbeit."
In den letzten Jahren habe der VfB immer wieder Leistungsträger ziehen lassen müssen, erklärt Keller und führt Mario Gomez, Jens Lehmann und Sami Khedira an.
Auch wenn das in dieser Saison "ein bisschen anders" sei, habe sich die Mannschaft noch nicht gefunden.
"Es fehlen Persönlichkeiten"
Zuletzt wurde Stürmer Vedad Ibisevic aus Hoffenheim verpflichtet. Dieser blieb in seinen ersten beiden Spielen allerdings noch ohne Tor.
"Ein Spieler alleine kann es nicht richten", verteidigt Keller den Bosnier. Vielmehr fehle es generell in der Mannschaft an "Persönlichkeiten. Und es ist keiner da, der mal die Ärmel hochkrempelt", sagt Keller.
Gomez mit starker Bilanz gegen Stuttgart
So wie es früher Mario Gomez getan hat.
Der Stürmer kehrt nun mit dem FC Bayern nach Stuttgart zurück. Gomez erzielte früher Tore wie am Fließband für die Stuttgarter, nun ist er fast schon zum Schreckgespenst für den VfB geworden.
In den letzten drei Spielen gegen seine Ex-Klub traf er sechsmal, die Bayern entschieden sieben der letzten acht Duelle für sich.
Die Fußspuren, die Gomez hinterlassen hat, sind dementsprechend riesig.
Mit einem Sieg im Pokalduell könnten Ibisevic und seine neuen Kollegen einen ersten Schritt machen, um diese eines Tages auszufüllen.


