Prinzipientreuer Neuer rüttelt Team wach
Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel
München - Die schwarze Radlerhose hat Manuel Neuer für das Pokalspiel in Stuttgart (Mi., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) fix eingeplant.
Und der Bayern-Keeper wird sich auch ein Handtuch an seinen Arbeitsplatz hinters Tor legen.
"Ich achte darauf, dass die Handschuhe nicht zu nass werden und ich sie trockenreiben kann", verriet er am Dienstagnachmittag einen Trick gegen die beißende Kälte.
Auch sonst glaubt sich der 25-Jährige auf das Alles-oder-Nichts-Spiel gut vorbereitet, selbst wenn die Münchner mit nur vier Punkten aus drei Spielen enttäuschend aus der Winterpause in die Bundesliga gestartet sind.
Neuer sieht Steigerung
"Der Ball lief gegen den HSV besser", sagte Neuer trotz des 1:1 ( Bericht) und des Verlustes der Tabellenspitze.
Zum ersten Mal seit seinem Blackout im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach sprach Neuer wieder in der Presserunde an der Säbener Straße.
Entspannt trat der Nationalkeeper auf und ohne Anzeichen von Stress.
Dass er in Gladbach Marco Reus unfreiwillig eine wunderbare Torvorlage gab, hat er längst abgehakt.
"Ich habe es sofort aufgearbeitet und die Niederlage auf mich genommen", meinte Neuer auf SPORT1-Nachfrage.
"Werde Spiel nicht ändern"
Dennoch soll weiterhin die schnelle Spieleröffnung zu seinem Torwart-Repertoire gehören, aller Kritik im Anschluss zum Trotz.
"Ich werde mein Spiel nicht ändern, aber man muss natürlich immer aufpassen. Es ist ein Fehler, der passieren kann und auch schon anderen Torhütern passiert ist."
Diese Sichtweise teilen auch Neuers Teamkameraden.
"Manu ist ein Spieler mit großem Willen und Charakter, er schaut nach vorne", erklärte kürzlich der verletzte Verteidiger Daniel van Buyten.
Wiedergutmachung gefordert
Mit soliden Leistungen hat Neuer ohnehin seitdem gezeigt, dass die Bayern sich auf ihn verlassen können. Vom Rumpelstart nach der Winterpause ist allerdings auch er betroffen.
"Wir haben etwas gutzumachen und wollen jetzt ein gutes Spiel hinlegen", forderte Neuer daher. "Wichtig ist die richtige Einstellung."
Noch immer haben die Münchner das Spiel in Hamburg präsent, als sie zum sechsten Mal in dieser Saison aus einem Rückstand keinen Sieg machen konnten.
Nur gegen Stuttgart und im Pokal in Bochum glückte das.
Analytischer Blick auf die Probleme
"Nach dem Tor zum 1:1 war es unorganisiert und nicht mehr kontrolliert", mäkelte Neuer am Stil der Vorderleute, die trotz des Ausgleichstors beim HSV den Faden verloren hatten.
Mit analytischem Blick sezierte Neuer Bayerns Situation, die Aufregung nach der verpatzten Rückrundenauftakt bezog er mit ein.
"Jeder Spieler kann sich selbst einschätzen, weiß, wie er gespielt hat", entgegnete er trocken auf die neuesten Krisenszenarien.
Überhaupt gab sich der Nationalkeeper überzeugt, "dass vorne der Knoten platzen wird".
"Kenne meine Stuttgarter Spezl"
Doch auch aus Stuttgart kommen vor dem Pokalfight selbstbewusste Töne.
"In einem einzigen Spiel hat man immer die Gelegenheit, wenn man an seine Grenzen geht. Wir haben die Riesenchance aufs Halbfinale", sagte Trainer Bruno Labbadia kämpferisch.
Neuer hat sich sogar mental schon auf ein mögliches Elfmeterschießen vorbereitet und scherzte, er kenne seine "Stuttgarter Spezl".
Warm geworden war es dem Blondschopf zu diesem Zeitpunkt längst, das Glas Tee vor sich hatte er dafür nicht anrühren müssen.
Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:
Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Niedermeier, Molinaro - Harnik, Kvist, Gentner, Schieber (Okazaki) - Ibisevic, Cacau
München: Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm - Schweinsteiger, Kroos (Timoschtschuk) - Ribery, Müller (Kroos), Robben - Gomez
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)


