"Historisch!": Fürth mit Pokal-Euphorie Richtung Aufstieg
Sinsheim - Im Siegesrausch versagte Mike Büskens fast die Stimme.
"Das ist etwas Historisches", krächzte der Trainer der Pokalsensation SpVgg Greuther Fürth ungläubig in die Kameras.
90 Minuten Herumschreien an der Seitenlinie und das schier endlose Tanzen und Singen vor 5000 freudetrunkenen Fans hatten ihren Tribut gefordert (DIASHOW: Das Viertelfinale).
1:0 beim Bundesligisten 1899 Hoffenheim ( Bericht), Pokal-Halbfinale - gut möglich, dass selbst dem langjährigen Schalker Büskens bald die Superlative ausgehen.
Beste Aussichten in Fürth
Denn die Fürther, Vierter in der Zweiten Liga, haben weiterhin beste Aussichten auf eine perfekte, ja, sogar historische Saison, in der sie endlich, endlich auch den Aufstieg schaffen wollen.
"Wir sind einfach glücklich", sagte Büskens, der das Geschehen am Mittwoch in Sinsheim fast schon gerührt analysierte:
"Mit welcher Leidenschaft das Team gespielt hat, macht mich unheimlich stolz. Was ich heute auf dem Platz und auch von den Fans in der Kurve gesehen habe, war Wahnsinn! Ich glaube, unser Anhang hat es genauso wenig bereut wie ich, hier gewesen zu sein."
Rote Karte spielt Fürth in die Karten
Zwar hatten die Fürther gegen die krisengebeutelten Hoffenheimer ( BERICHT: Stanislawski gefeuert) nur phasenweise überzeugt und zudem von der Roten Karte gegen 1899-Abwehrspieler Marvin Compper (36.) profitiert - dem Jubel nach Spielschluss tat dies jedoch keinen Abbruch.
"Das Erreichen des Halbfinals ist für uns etwas ganz Besonderes", sagte Mittelfeldspieler Stephan Schröck. Auch Kapitän Thomas Kleine sprach von einem "Riesenerfolg".
Und mehr noch. Der Einzug in die Runde der letzten Vier, die Aussicht auf einen weiteren Saisonhöhepunkt gegen Borussia Dortmund, Bayern München oder Borussia Mönchengladbach, soll den Franken einen weiteren mentalen Schub im Aufstiegsrennen geben.
Nie mehr Greuther "Vierth"
Den Makel der "Unaufsteigbaren", den ungeliebten Beinamen Greuther "Vierth" - das will das oft glücklose Kleeblatt in diesem Jahr ablegen.
Die bittere Niederlage zum Rückrundenauftakt gegen Dynamo Dresden ist vergessen. "Nach der Niederlage in der Liga haben wir den Charaktertest bestanden. Wir haben als Underdog die passende Antwort gegeben", sagte Stefan Schröck, der sich im Pokal nicht auf einen Wunschgegner festlegen wollte:
"Ab jetzt ist es egal, gegen wen wir spielen."
Büskens: "Es wird brennen"
Auch Trainer Mike Büskens wollte sich nicht auf den nächsten Superlativ festlegen, den er im Falle des Einzugs ins Pokalfinale aus dem Hut zaubern wird.
Eine Kostprobe gab er aber schon einmal: "Jetzt haben wir das nächste Spiel des Lebens! Ich wünsche mir jetzt ein geiles Heimspiel. Dann wird's brennen."


