BVB greift "mit maximaler Lust" nach den Sternen
Von Raphael Weber
München – Die Brust, mit der Borussia Dortmund ins DFB-Pokalfinale gegen Bayern München (Sa., ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER) geht, könnte viel breiter gar nicht sein.
Nach der Titelverteidigung in der Meisterschaft will Trainer Jürgen Klopp mit dem Schwung aus der Bundesliga die nächste Sprosse auf der sportlichen Erfolgsleiter erklimmen. (DATENCENTER: Der DFB-Pokal)
Die Meisterschaft verringere die "Lust auf den Titel" nicht, im Gegenteil: "Wir haben jetzt schon überragende Saison hinter uns und jetzt die Chance, mit dem Fangnetz Meisterschaft nach ganz, ganz weit entfernten Sternen zu greifen und das Double zu holen."
Klopp selbst ist bis in die Haarspitzen motiviert: "Meine Vorfreude ist überbordend. Das ist pure Freude und maximale Lust."
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist sicher: "Es wird ein Fußballfest."
Watzke erklärt BVB-Profis für unverkäuflich
Drei Tage vor dem Endspiel erteilte Watzke den Angeboten für Lukasz Piszczek, Robert Lewandowski und Co. eine deutliche Abfuhr: "Für keinen Preis dieser Welt kann uns ein irgendein Verein dazu verleiten, einen dieser Spieler abzugeben."
Nachdem Sportdirektor Michael Zorc erklärte hatte, man fahre bei Shinji Kagawa zweigleisig, stellte Watzke klar: "Bei allen anderen fahren wir eingleisig.
Real und Barca können sich Angebote sparen
Und der BVB-Boss wurde noch konkreter: "Jeder Klub dieser Welt – selbst Real Madrid oder der FC Barcelona – kann sich Angebote an Lukasz Piszczek, Robert Lewandowski und alle Spieler, die bis 2014 Vertrag haben, sparen." (DIASHOW: Bundesliga-Transfermarkt)
Man wolle, so Watzke, "nicht in Konkurrenz zur Dortmunder Sparkasse oder der Dortmunder Volksbank treten", sondern sportliche Erfolge feiern. Auch einen Seitenhieb auf Erzrivale Schalke 04, der demnächst an die Börse gehen will ( NEWS), nicht verkneifen: "Wir müssen auch keine Anleihen begehen."
Die Schale kommt mit
Watzkes Worte wird Klopp gerne gehört haben. Im Pokalfinale muss der BVB all seine Stärken aufbieten, denn "gegen Bayern München war es immer schwer, ist es immer schwer und wird es vermutlich auch immer schwer bleiben."
"Aber das Schöne ist", fügte Klopp mit einem Lächeln an, " dass es gegen uns mittlerweile auch nicht ganz so leicht ist."
Damit es auf jeden Fall etwas zu feiern gibt, nehmen die Dortmunder die Meisterschale sicherheitshalber mit nach Berlin, wie sich Klopp auf der Pressekonferenz am Mittwoch versichern ließ.
"Wir haben nach dem Spiel auf jeden Fall schon mal was in der Hand", scherzte der Coach, stellte aber auch klar, dass es ihm "deutlich lieber" wäre, mit beiden Trophäen zu feiern. (DIASHOW: Dortmund bekommt die Schale)
Revanche-Bedarf beim FCB
Feiern wollen allerdings auch die Bayern, und zwar endlich wieder einen Sieg über den BVB. Die letzen vier Duelle entschieden die Dortmunder allesamt für sich.
Klopp fürchtet er, dass der Rekordmeister mit "extra Motivation im Gepäck" nach Berlin reist.
"Ich glaube aber nicht, dass diese Motivation größer sein kann als unsere, mit aller Macht erstmalig in der Geschichte des Vereins das Double zu holen", so Klopp.
Er hofft nicht darauf, dass der FCB durch das nächste Highlight abgelenkt sein konnte, sondern ist sicher, dass es "keinen Moment geben wird, in dem das Champions-League-Finale relevant werden könnte."
Lob für die Entwicklung der Bayern
Stattdessen lobte Klopp die "herausragende" Saison des FCB und analysiert die Entwicklung: "Ihr statisches Spiel wurde viel flexibler und ist schwer ausrechenbar. Robben und Ribery rochieren extrem."
Auch zentral habe sein Gegenüber Jupp Heynckes die Qual der Wahl: "Ob Thomas Müller oder Toni Kroos – das hat auf die Qualität leider gar keinen Einfluss."
Siegessicher ist Klopp dennoch: "Wir haben uns auf die besten Bayern eingestellt, die man sich so vorstellen kann. Aber auch die wollen wir schlagen."
Sticheleien gesucht
Giftpfeile feuert der Deutsche Meister nicht Richtung München ab. Thomas Müllers Aussage, man müssen Dortmund "das Stoppschild reinhauen" lässt Klopp kalt.
"Dazu bin ich doch einen Tick zu schlau, um das als Provokation empfinden zu können", erklärte der Trainer und zeigte sogar Verständnis für den bayrischen Überdruss an BVB-Feierlichkeiten.
"Ich würde jede Stichelei gerne aufnehmen", sagt Klopp; "aber ich habe noch keine vernommen."
Götze von der Bank
Für Rückkehrer und EM-Fahrer Mario Götze kommt das Endspiel wohl noch einen Tick zu früh.
"Mario ist sehr gut drauf und wird jeden Tag besser", schwärmte Klopp zwar, das sei aber "vor allem eine gute Nachricht für Joachim Löw."
Auch wenn Klopp Wert darauf legte, noch keine Aufstellung gemacht zu haben, erklärte er, dass ": die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass er nicht von Beginn an spielt."


