Pokal-Coup: Club blamiert sich in Havelse
Garbsen - Der Pokal-K.o. in Havelse traf die Profis des 1. FC Nürnberg wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Nachdem die 120-minütige Hitzeschlacht bei den viertklassigen Amateuren des TSV Havelse in Garbsen mit 2:3 (2:2, 1:1) verloren war, stürmten die Club-Spieler wortlos in die Kabine. (DIASHOW: Die 1. Runde im Pokal)
Trainer Dieter Hecking verzog das Gesicht, während sich die Amateure aus Havelse auf die Ehrenrunde begaben und feiern ließen. (DATENCENTER: Alle Spiele der 1. Runde)
Balitsch: "Ganz herbe Geschichte"
"Das ist eine ganz herbe Geschichte. Diesen Rückschlag können wir nicht wiedergutmachen. Wir haben es nicht geschafft, das Tempo hochzuhalten. Wir haben dreimal praktisch das gleiche Gegentor bekommen. Das darf nicht passieren", sagte Ex-Nationalspieler Hanno Balitsch.
Marc Vucinovic hatte den peinlichen Pokal-K.o. der Franken mit seinem Tor in der 97. Minute besiegelt. Havelse wiederholte damit zum 100. Vereinsjubiläum den Pokalcoup gegen den gleichen Gegner vor genau 21 Jahren.
"Das war mein erstes DFB-Pokalspiel, doch ich möchte noch weitere solche Spiele erleben. Es war Wahnsinn, wie meine Mannschaft bei dieser Hitze eiskalt die Tore herausgespielt hat. Jetzt darf Borussia Dortmund als nächster Gegner kommen", sagte Havelses Trainer Andre Breitenreiter, der während des Interviews von seinen Spieler mit einem Wassereimer geduscht wurde.
Erste Einschussmöglichkeit genutzt
Dabei hatten die Gäste bereits ihre erste Einschussmöglichkeit zur schnellen Führung genutzt. Alexander Esswein war mit einem Flachschuss aus 14 Metern Entfernung in der siebten Minute erfolgreich, nachdem Javier Pinola mit Übersicht gut aufgelegt hatte.
Doch nur sechs Minuten später kamen die Niedersachsen zum Ausgleichstor. Christoph Beismann war mit einem Kopfball erfolgreich, Vorbereiter war per Flanke Marc Vucinovic.
Nach der Führung von Weltmeister-Enkel Patrick Posipal (59.) gelang dem eingewechselten Robert Mak der Ausgleich für Nürnberg (80.), womit sich der FCN in die Verlängerung rettete. Doch auch in der Verlängerung bauten die Amateure leistungsmäßig nicht ab und erzielten das entscheidende Tor.
Havelse hält Partie total offen
Vor 3506 Zuschauern im ausverkauften Wilhelm-Langrehr-Stadion hielt der Tabellen-14. der Regionalliga Nord die Partie total offen. Glück hatte das Team von Trainer Andre Breitenreiter allerdings, als in der 22. Minute ein Freistoß von Timmy Simons nur knapp am TSV-Gehäuse vorbeistrich.
Aber auch die Norddeutschen hätten in Führung gehen können, doch Beismann schoss aus spitzem Winkel in der 31. Minute knapp am linken Torpfosten vorbei.
Nach dem Seitenwechsel verließen die Platzherren bei hochsommerlichen Temperaturen zunehmend die Kräfte. Nürnberg verlagerte das Spielgeschehen immer mehr in die gegnerische Hälfte.
Platzherren mit "zweiter Luft"
Indes mangelte es weiterhin an klaren Torchancen. Doch nach dem Führungstreffer bekamen die Platzherren wieder die "zweite Luft", während Nürnberg mehr und mehr den Faden verlor.
Pinola und Esswein waren die stärksten Akteure in der Mannschaft von Coach Dieter Hecking. Bei Havelse, geschwächt durch das Fehlen von drei verletzten Stammspielern, verdienten sich die Torschützen Posipal und Beismann die Bestnoten.


