Nächster Coup: Werder geht zu zehnt k.o.
Münster - Erneutes Desaster für Werder Bremen: Der sechsmalige Cupsieger ist bereits zum zweiten Mal in Folge in der ersten Runde des DFB-Pokals gescheitert und hat sich damit nach Kräften blamiert.
Die neuformierten Hanseaten verloren beim Drittligisten Preußen Münster verdient mit 2:4 (2:2, 0:1) nach Verlängerung, nachdem sie bereits im Vorjahr in der ersten Runde an Münsters Liva-Rivalen 1. FC Heidenheim gescheitert waren (1:2).
Das Bundesliga-Gründungsmitglied aus Westfalen zog dagegen zum ersten Mal seit 23 Jahren in die zweite Runde ein (DATENCENTER: Alle Spiele der 1. Runde).
Neuzugang Eljero Elia (45.) und Joker Nicolas Füllkrug knapp zwei Minuten nach seiner Einwechslung (67.) hatten Bremen zweimal in Führung gebracht. Der überragende Matthew Taylor (55./82., 118.) und Dimitri Nazarov (96.) schossen Münster aber zum Sieg (DIASHOW: Die 1. Runde im Pokal).
In der 108. Minute erhielt der Bremer Sokratis wegen unsportlichen Verhaltens zudem noch die Gelb-Rote Karte.
Mielitz lobt Underdog
"Münster hat das gut gemacht. Aber das darf keine Entschuldigung sein. Bis zu unserem Spiel am Freitag in Dortmund müssen wir schnellstens Kräfte freibekommen", meinte Werders Torhüter Sebastian Mielitz.
Werder beginnt schwach
Vor 18.000 Zuschauern im ausverkauften Preußen-Stadion zeigten die mit den vier Neuzugängen Theodor Gebre Selassie, Kevin de Bruyne, Elia und Nils Petersen angetretenen Bremer in der ersten Halbzeit eine erschreckend schwache Leistung.
Der Tabellenvierte der Dritten Liga zeigte keinerlei Respekt und bestimmte sogar das Spiel gegen zögerliche Hanseaten, die am heißesten Tag des Jahres mit etwa 37 Grad in undankbaren schwarzen Trikots auflaufen mussten.
Petersen mit der Chance
Wie aus dem Nichts hatte der von Bayern München ausgeliehene Petersen dann zweimal die Führung für Werder auf dem Fuß.
Nach tollen Pässen von de Bruyne und Zlatko Junuzovic scheiterte er aber jeweils freistehend am starken Preußen-Keeper Daniel Masuch (12./28.).
Auch Gebre Selassie fand im 35 Jahre alten Routinier im Münsteraner seinen Meister (43.).
Mielitz rettet
Auf der Gegenseite fehlten dem Außenseiter zweimal innerhalb weniger Sekunden Millimeter zur Führung. Zunächst traf Amaury Bischoff mit einem Freistoß aus mehr als 30 Metern den Pfosten (34. ), dann lenkte Werder-Schlussmann Sebastian Mielitz einen Schuss von Kevin Schöneberg an die Latte (35.).
Elia erfolgreich
Eigentlich zum idealen Zeitpunkt ging Werder dann in Führung. Nach schönem Pass von de Bruyne schlenzte der von Juventus Turin in die Bundesliga zurückgekehrte Ex-Hamburger Elia den Ball mit dem schwachen rechten Fuß ins lange Eck.
Die Halbzeitführung gab den Bremern, die im Sommer unter anderem die etablierten Tim Wiese, Naldo, Marko Marin, Tim Borowski und Claudio Pizarro verloren hatten, aber auch nicht die erhoffte Sicherheit.
Taylor nutzt Missverständnis aus
Münster war auch nach dem Wechsel das bessere Team und wurde belohnt, als Taylor ein Missverständnis zwischen Mielitz und Abwehrspieler Sokratis nutzte und den Ball ins Tor schob.
Der Erstligist fand danach immer noch nicht zu seinem Spiel, eine Kombination seiner beiden Joker Füllkrug und Marco Arnautovic sorgte aber für das 2:1, ehe der schon in der Liga dreimal erfolgreiche Taylor Werder abermals schockte.
Mit einem Traumtor sorgte dann Nazarow für die Vorentscheidung, ehe Taylor seine Leistung krönte.


