
"Shaqiri wird uns auf Dauer helfen"
Aus Regensburg berichten
Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp
Regensburg - Die Hitze machte auch vor der Kleiderordnung des FC Bayern nicht Halt.
Matthias Sammer analysierte daher im T-Shirt und Trainingsanzug den 4:0-Sieg des FCB zum Pokalauftakt bei Jahn Regensburg ( Bericht).
Und wahrscheinlich war der Münchner Sport-Vorstand ganz froh, dass er das im Freien erledigen durfte, im Inneren des recht maroden Jahn-Stadion gibt es keine Interview-Zone.
"Es ist auch wichtig, den Gegner müde zu spielen", erklärte er auf SPORT1-Nachfrage den etwas mühsamen Beginn, zeigte sich aber mit dem Engagement des Teams nach der abendlichen Hitzeschlacht von über 30 Grad zufrieden. (DATENCENTER: Alle Spiele der 1. Runde)
Im Interview spricht Sammer über die Münchner Partie beim Zweitliga-Aufsteiger, die starke Leistung der Neuzugänge Mario Mandzukic und Xherdan Shaqiri sowie den Transfer von Javier Martinez und das Aufbauprogramm von Bastian Schweinsteiger. (DIASHOW: Die 1. Runde im Pokal)
Frage: Herr Sammer, wie fällt Ihr Fazit aus nach dem Sieg in Regensburg?
Sammer: Wir sind froh, dass wir gewonnen haben. Solche Aufgaben muss man zuerst im Kopf, dann mit den Beinen abarbeiten. Das haben wir in der zweiten Halbzeit gemacht.
Frage: Waren Sie also mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden?
Sammer: Unserem Anspruch entsprechend hätten wir es besser machen wollen und sollen. Ich denke, es ist auch wichtig, den Gegner müde zu spielen und irgendwann zu profitieren in der zweiten Hälfte. Wir hatten aber auch Passagen, die zu erkennbar waren und zu wenig Tempo hatten. Das müssen wir besser machen.
Frage: War die Hitze und die Temperaturen von über 30 Grad der größte Gegner?
Sammer: Es war ziemlich warm, ich habe es aber immer als schlimmer empfunden, wenn die Sonne richtig gestochen hat. Da hatte man das Gefühl, sie saugt einen aus. Es war gut zu spielen, der Platz war auch in Ordnung.
Frage: Mario Mandzukic hat zweimal getroffen, besser geht es kaum für einen Neuzugang, oder?
Sammer: Er war torgefährlich, ich möchte aber den Ball flach halten. Wir haben ihn dafür geholt, dass er gefährlich ist. Er ist auf einem guten Weg.
Frage: Gegen Regensburg haben die Neuzugänge alle Tore erzielt. Wie optimistisch stimmt Sie das mit Blick auf die neue Saison?
Sammer: Wir nehmen das erfreut zur Kenntnis. Es zeigt, dass wir uns qualitativ verbreitert haben, es ist jedoch nicht mehr als ein Anfang.
Frage: Xherdan Shaqiri hat mit einem tollen Freistoß getroffen. Hat Bayern wieder einen hochgefährlichen Mann für Standards?
Sammer: Er hat es sehr gut gemacht, uns sehr gut geholfen, in der zweiten Halbzeit zwischen den Linien von Mittelfeld und Abwehr für Kreativität, Entlastung und Tempo gesorgt. Das wird uns auch auf Dauer helfen. Man sagt ja, ein Einwechselspieler soll sich zeigen. Das hat er eindrucksvoll getan. Großes Kompliment!
Frage: Alle warten darauf, dass der Transfer von Javier Martinez verkündet wird. Wie ist der Stand?
Sammer: Die Konzentration lag vorher auf dem Pokalspiel, ich hatte am Montag keinen Kontakt nach Spanien und auch nicht zu Karl-Heinz Rummenigge (FCB-Vorstandsboss, Anm. d. Red.). Es gibt keinen neuen Stand. Es liegt an Bilbao, wir können nur darauf reagieren. Fakt ist der Wechsel nicht.
Frage: Bastian Schweinsteiger braucht ja Einsatzzeit, um wieder auf sein Level zu kommen. Warum spielte er dann nur gut 15 Minuten?
Sammer: Es war ja kein Test gegen Regensburg, es ging sportlich gesehen um Leben und Tod, da können wir nicht irgendwelche Tests absolvieren. Bastian trainiert sehr gut, ist wieder griffig, er muss jetzt das Vertrauen in Fuß und Körper wieder finden und sehr, sehr viel arbeiten.
Frage: Wieso dauert es eigentlich so lange, Schweinsteiger wieder ans Team heranzuführen?
Sammer: Der Körper, der die Pausen hatte, muss die Möglichkeiten haben, die Defizite aufzuarbeiten, die es aufgrund der Verletzungen gab. Wir alle wollen, dass das schnell geht, manchmal kann man gewisse Dinge aber nicht beschleunigen. Der Trainer wird das genau beobachten. Wir setzen uns da nicht unter Druck.


