
Ballakrobat und Knipser: Bayerns Neue glänzen
Aus Regensburg berichtet Mathias Frohnapfel
Regensburg - Drei, vier Minuten stand Claudio Pizarro an der Seitenlinie und wartete auf seine Einwechslung.
3:0 hieß es da bereits für den FC Bayern bei Jahn Regensburg und der Stürmer-Veteran hatte genug Muße, das Spiel seiner Kollegen zu studieren und vor allem die Geistesblitze jenes pfiffigen Schweizers Xherdan Shaqiri.
Der hatte beim DFB-Pokalauftakt per gefühlvollen Freistoß zum 2:0 getroffen, Mario Mandzukic zum 3:0 aufgelegt.
Und kaum war Pizarro dann auf dem Rasen, passte er auch ihm perfekt per Lupfer den Ball in den Fuß (DATENCENTER: Alle Spiele der 1. Runde). .
Ein Geschenk für den Ex-Bremer und Bayern-Rückkehrer.
Show der Neuzugänge
Mit seinem Tor zum 4:0-Endstand ( Spielbericht) erfüllte Pizarro in zehn Minuten Spielzeit die Idealanforderung an die Neueinkäufe im Bayern-Kader:
Sie sollen ja sofort funktionieren und den FCB - auch von der Bank her - noch stärker machen.
In Regensburg beeindruckte die Show der Bayern-Neuzugänge: Der Ex-Wolfsburger Mario Mandzukic nutzte gleich die zweite Chance zur Führung und traf auch nach der Pause.
"Alle Jungs, die hier sind, sind gut. Es macht hier Spaß, Fußball zu spielen", sagte Mandzukic bei "Sky".
Konkurrenzkampf mit Gomez
Der aktuelle Vertreter des verletzten Mario Gomez machte nach dem Supercup bereits das dritte Pflichtspieltor für die Münchner.
Wer die Tore erziele, sei doch egal, meinte Mandzukic nachher allerdings zurückhaltend.
Dabei weiß er als Stürmer am besten, wie gut ihm jetzt jeder Treffer im Konkurrenzkampf mit Bayerns Top-Stürmer tut.
"Man muss viel einstecken"
Die Regensburger konnten den ebenso bulligen wie reaktionsschnellen Kroaten jedenfalls nicht bändigen.
"Er arbeitet unheimlich viel mit dem Körper, auch mit dem Ellenbogen, man muss viel bei ihm einstecken", berichtete Abwehrspieler Laurito SPORT1 vom Nahkampf mit Mandzukic.
Der schaute derweil bereits sehnsüchtig auf das Ende der Sommerpause in der Liga:
"Wir haben gegen Dortmund und jetzt gezeigt, dass wir bereit sind. Am Samstag geht endlich die Bundesliga los und alle freuen sich darauf."
Shaqiri als Ballkünstler
Vor der Pause servierte Flügeldribbler Franck Ribery mit Finesse Mandzukic den Ball, in der zweiten Hälfte übernahm Shaqiri diese Aufgabe - und wie!
Auch Matthias Sammer war von dem nimmermüden 1,69 Meter großen Dauerläufer angetan.
Kompliment für neuen Scharfschützen
Ein "großes Kompliment!", wollte der Sport-Vorstand gleich loswerden, zumal Shaqiri die Bayern nach der Pause unberechenbarer machte und auch an der Temposchraube drehte.
Da mochte es Sammer auch verschmerzen, in Sachen von Wunschspieler Javier Martinez "keinen neuen Stand" verkünden zu können. Die Bayern warten weiterhin auf das Okay aus Bilbao.
Doch quasi nebenbei hat der FCB wieder einen hochgefährlichen Standardschützen, bereits in den Tests zuvor hatte Shaqiri erkennen lassen, was er mit einem ruhenden Ball anzufangen weiß.
"Es war ein schönes Tor, ich habe den Ball perfekt getroffen", berichtete der Schweizer im Plauderton und träumte sich ein wenig vom brüchigen Jahn-Stadion mit den Holzstufen weg in die großen Arenen (DIASHOW: Die 1. Runde im Pokal).
"Ich hoffe, dass es mehrere solche Tore gibt", sagte der Schweizer Auswahlspieler.
"Ich will immer gute Leistungen zeigen"
In Basel war er gesetzter Stammspieler, in München hat er außen Franck Ribery sowie Arjen Robben und im Zentrum Thomas Müller vor sich.
"Ob ich von Anfang an spiele oder reinkommen ist egal", ließ Shaqiri dazu nur wissen.
"Ich will immer gute Leistungen zeigen und Mannschaft verstärken. Wir haben einen breiten Kader, jeder kann von Anfang an spielen."
Unwohlsein bei Ribery
Jupp Heynckes genoss nach Schlusspfiff die neue Luxus-Auswahl in der Offensive, genauso habe man sich das schließlich erhofft.
"Konkurrenz belebt das Geschäft. Keiner kann sich zurücklehnen, sonst spielt er nicht."
Shaqiri nannte der Bayern-Coach einen "richtigen Straßenfußballer, der alles besitzt: Intuition, Technik, Ballgefühl".
Ribery habe er aber auch deshalb ausgewechselt, weil der Franzose über leichtes Fieber und Unwohlsein geklagt habe.
Regenburgs Keeper von Bayern überwältigt
Die tapferen Regensburger versuchten indes, sich von der 0:4-Pleite nicht allzu sehr deprimieren zu lassen.
"Wir waren körperlich völlig im Eimer", stellte Keeper Michael Hofmann angesichts der Hitze im Stadion zur zweiten Halbzeit fest: "Bayern war brutal stark, auch technisch."


