Köln nach Elfmetern weiter - Bochum quält sich
München - Die beiden Zweitligisten 1. FC Köln und TSV 1860 München haben im DFB-Pokal das Achtelfinale erreicht.
Während die Löwen mit einem souveränen Auswärtssieg beim Berliner AK 3:0 (1:0) gewannen, musste der FC in Worms ins Elfmeterschießen.
Kapitän Miso Brecko verwandelte den entscheidenden Elfmeter zum Endstand von 4:3. Nach regulärer Spielzeit hatte es 0:0 gestanden.
Auch Bochum quälte sich nach der Entlassung von Trainer Andreas Bergmann in die nächste Runde. Gegen den Regionalligisten Havelse siegte der VfL unter der Regie von Coach Karsten Neitzel mit 3:1 (1:1).
Havelse geht in Führung
Nach dem Rückstand durch Patrick Posipal (17.) drehten Alexander Iashvili (30.), Marc Rzatkowski (72.) und Michael Ortega (90.+4) die Partie.
Für die Löwen erzielten Moritz Stoppelkamp (38./62.) und Ismael Blanco (89.) die Tore in Berlin ( DATENCENTER: Die Spiele der 2. Runde).
Chihis Treffer zählt nicht
7203 Zuschauer in der ausverkauften Arena sahen in der ersten halben Stunde eine weitgehend ausgeglichene Begegnung mit leichten Feldvorteilen für Köln.
Große Torchancen blieben allerdings Mangelware, ein Treffer von Adil Chihi aus der 13. Minute wurde wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben.
Oppermann verpasst Siegtreffer
Nach der Pause waren es überraschend die Gastgeber, die näher am Führungstreffer waren. FC-Schlussmann Timo Horn klärte in höchster Not gegen den freistehenden Martin Röser (48.).
Der viermalige Pokalsieger aus der Domstadt mühte sich dagegen gegen bissige Wormser und kam eher zufällig zu Gelegenheiten. Doch Chihi schoss von der Strafraumgrenze weit über das verwaiste Tor (69.).
In der Verlängerung erwischte erneut Worms den besseren Start, doch Lucas Oppermann zielte allein vor Horn knapp am Tor vorbei (92.).
"Wir sind glücklich im Elfmeterschießen weitergekommen, also Mund abwischen. Wir sind drin im Lostopf und das ist wichtig", sagte Kölns Trainer Holger Stanislawski und fügte schmunzelnd an: "Wir haben auswärts vier Tore geschossen, dann muss man auch gewinnen."
Berlin startet gut
Vor 4500 Zuschauern im Jahn-Sportpark kämpfte der BAK verbissen gegen die Löwen um eine weitere Überraschung, scheiterte aber in der ersten Halbzeit gleich zweimal am gedankenschnellen Timo Ochs im Tor der Münchner.
Moritz Stoppelkamp schließlich war es vorbehalten, nach einem perfekten Steilpass den Berliner Torhüter Dominik Kisiel zu umspielen - und das 0:1 zu erzielen (38.).
Stoppelkamp spielt stark
In der 62. Minute legte Stoppelkamp nach, dann traf auch noch Blanco (89.) (DIASHOW: Die Bilder der 2. Runde).
Für den türkisch geprägten Regionalligisten war das Pokalspiel eine gelungene Abwechslung zu den Liga-Duellen mit dem ZFC Meuselwitz oder dem Torgelower SV Greif.
Beinahe wäre sogar der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ins Poststadion gekommen, doch er schlug die Einladung des BAK aus und nahm einen offiziellen Termin in Berlin wahr.
Cakmak unauffällig
Viel verpasst hatte Erdogan nicht: Die Berliner waren bemüht, sie versteckten sich nicht, suchten ihre Chance. Die höhere individuelle Klasse jedoch gab den Ausschlag für den Favoriten.
Metin Cakmak, BAK-Doppeltorschütze gegen Hoffenheim, war kaum einmal zu sehen.
"Der Berliner AK hat uns mit ihren Sprüchen vor der Partie genug motiviert. Damit hatten sie ihre einzige Chance schon vor dem Spiel vertan", meinte Doppeltorschütze Stoppelkamp.
Iashvili gleicht aus
Bochum erwischte gegen Havelse einen Fehlstart. Der Regionalligist, der in Runde eins Bundesligist 1. FC Nürnberg nach Verlängerung ausgeschaltet hatte (3:2), ging bereits in der 17. Minute durch Patrick Posipal, Enkel des 54er-Weltmeisters Jupp Posipal, in Führung.
Bochums Routinier Iashvili (30.) glich mit einem Schlenzer aus 25 Metern aus, doch auch nach dem Treffer fand der Favorit gegen den gut postierten und leidenschaftlich kämpfenden Außenseiter kein Mittel.
Ortega trifft ins leere Tor
Nach dem Wechsel baute der VfL aber zunehmend Druck auf und wurde in der 73. Minute belohnt. Nach Vorarbeit von Ex-Nationalspieler Paul Freier drückte Youngster Rzatkowski den Ball aus kurzer Distanz über die Torlinie.
In der Nachspielzeit sah VfL-Akteur Christoph Kramer Gelb-Rot wegen einer Unsportlichkeit (90.+2), dann stellte Ortega den Endstand her (90.+4).
"Ich bin ein Fan von Bier und Bratwurst im Stadion, schon allein daher war es ein gelungener Abend", meinte Neitzel schmunzelnd, "aber so war es natürlich noch schöner."


