

Leverkusen gewinnt Pokalfight auf der Alm
Bielefeld - Wien, München, Bielefeld: Bayer Leverkusen hat mit dem dritten Sieg innerhalb von sechs Tagen seinen Tanz auf drei Hochzeiten erfolgreich fortgesetzt.
Nach dem Kantersieg in der Europa League bei Rapid Wien und dem Überraschungserfolg in der Liga bei Spitzenreiter Bayern München zog die Werkself durch ein mühevolles 3:2 (2:2, 1:1) nach Verlängerung beim Drittligisten Arminia Bielefeld ins Pokal-Achtelfinale ein.
"Wir hätten es gerne kürzer gehabt", sagte Sportdirektor Rudi Völler: "Alle waren nach dem Bayern-Spiel ein bisschen müde, doch wir haben den Charaktertest bestanden."
Andre Schürrle erlöste den klaren Favoriten allerdings erst nach 94 Minuten und ließ damit die Mehrzahl der 24.771 Zuschauer auf der Bielefelder "Alm" kurzfristig verstummen. Schürrles Jubel gefiel den Fans allerdings überhaupt nicht, bis zu seiner Auswechselung wurde der Nationalspieler ausgepfiffen.
Pokal-Fight auf der Alm
Zuvor hatte Leverkusen in einem wahren Pokal-Fight die frühe Führung der Hausherren durch Sebastian Hille (10.) gedreht. Jens Hegeler (23.) gelang vor der Pause der Ausgleich, Manuel Friedrich köpfte zum 2:1 für Bayer ein (56.).
Ein abgefälschter Freistoß von Tom Schütz brachte Bielefeld zurück ins Spiel (82.), letztlich setzten jedoch die Gäste ihren Erfolgslauf fort. Bielefeld beendete die Partie nach der hektischen Schlussphase nur mit zehn Spielern.
Christian Müller (117.) kam gegen Hegeler zu spät und sah Gelb-Rot ( DATENCENTER: Die Spiele der 2. Runde).
Für Leverkusen war es der erste Erfolg in Bielefeld seit 13 Jahren. Die Arminia musste sich wie schon beim bisher einzigen Pokalduell im Achtelfinale der Saison 1997/98 den Rheinländern geschlagen geben (DIASHOW: Die größten Pokal-Sensationen).
"Wir sind natürlich enttäuscht, weil wir nah an der Sensation waren", sagte Torschütze Tom Schütz.
Bielefeld kontert gefährlich
Bayer bestimmte von Beginn an die Partie und hatte deutlich mehr Spielanteile, aber der Tabellenzweite der 3. Liga war bei seinen Kontern stets gefährlich. So wie beim 1:0, als Hille nach einem schönen Solo etwas überraschend einschoss.
Auf der Gegenseite zeigte Hegeler beim Ausgleich Gedankenschnelligkeit, als er aus dem Getümmel heraus traf.
Gut zehn Minuten nach Wiederanpfiff traf Innenverteidiger Friedrich zum 2:1. Anschließend kontrollierte Bayer mit viel Ballbesitz die Partie und musste dennoch in die Verlängerung (DIASHOW: Die Bilder der 2. Runde).
Hosogai fälschte Schütz' Freistoß unhaltbar für Rensing ab. In der Verlängerung hatte Leverkusen trotz der Dreifachbelastung der vergangenen Wochen mehr Kraft als Bielefeld.
Im Strafraum wählte Schürrle den einfachsten Weg und erzielte den Siegtreffer mit der Picke. In der 101. Minute zielte Lars Bender nur um Zentimeter vorbei.
Debüt für Rensing
Das Leverkusener Trainer-Duo Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski hatte seine Startformation auf vier Positionen geändert. Die Torschützen Hegeler und Friedrich kamen für Kapitän Simon Rolfes und Philipp Wollscheid.
Außerdem ersetzte der Ex-Kölner Michael Rensing in seinem ersten Pflichtspiel für Bayer Stammkeeper Bernd Leno (Schleimbeutel-Operation) und Daniel Schwaab rückte für Hajime Hosogai ins Team.
Drei Verletzte bei Bayer
Kurz vor der Pause verletzte sich der Außenverteidiger jedoch nach einem harten Foul von Dennis Riemer am Sprunggelenk. Der Japaner Hosogai nahm Schwaabs Platz wieder ein.
Völler regte sich nach dem Schlusspfiff über das Einsteigen auf: "Das war Wahnsinn, eine klare rote Karte." Neben Schwaab drohen am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf auch Ömer Toprak mit Verdacht auf Nasenbeinbruch und Lars Bender mit Verdacht auf Kieferbruch auszufallen.
"Das war ein Pokal-Fight, alles Dinge, die passieren können", sagte Völler. Beste Spieler der Gäste waren Gonzalo Castro und Hegeler, bei Bielefeld überzeugten Hille und Tim Jerat.


