KSC und Kickers werfen Zweitligisten raus
München - Das finanziell angeschlagene Zweitliga-Schlusslicht MSV Duisburg hat im DFB-Pokal einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Der Finalist von 2011 verlor das Zweitrunden-Spiel beim Drittligisten Karlsruher SC 0:1 (0:0) und muss nun auf dringend benötigte Mehreinnahmen verzichten.
Dem Ex-Bundesligisten KSC, momentan nur Tabellenneunter der 3. Liga, gelang dagegen nach dem 4:2 in der ersten Runde gegen den Hamburger SV ein weiterer Pokal-Coup.
Auch Ligakonkurrent Kickers Offenbach hat seine Erfolgsserie im DFB-Pokal fortgesetzt und das Achtelfinale erreicht. Der Ex-Bundesligist besiegte den Zweitligisten Union Berlin mit 2:0 (0:0) ( DATENCENTER: Die Spiele der 2. Runde).
Kein Klassenunterschied zu erkennen
In einem schwachen Spiel in Karlsruhe war nie ein Klassenunterschied zu erkennen. Der KSC hielt vor 14.921 Zuschauern im Wildpark von Beginn an gut mit und hatte sogar die besseren Chancen.
Der ehemalige Junioren-Nationalspieler Rouwen Hennings vergab für den KSC, Pokalsieger von 1955 und 1956 sowie UEFA-Cup-Halbfinalist von 1994, gleich zweimal in aussichtsreicher Position (18., 41.) (DIASHOW: Die Bilder der 2. Runde).
Der MSV, der sich in der ersten Runde beim Drittligisten Hallescher FC mit 1:0 durchgesetzt hatte, offenbarte spielerische Defizite und ging recht rustikal zu Werke.
Zwei Platzverweise für MSV
Nach der Pause agierten beide Teams weiter abwartend, immerhin kamen die Gäste dem KSC-Tor näher. In der 64. Minute vergab Adli Lachheb per Kopf aus kurzer Distanz.
Das Tor des Tages erzielte Dennis Kempe per Kopf in der 88. Minute. Acht Minuten zuvor hatte der MSV Goran Sukalo verloren, der Kapitän sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte.
Nach dem Karlsruher Siegtreffer brannten MSV-Torwart Felix Wiedwald die Sicherungen durch. Er sah Rot, nachdem er den Ball in Richtung Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg) geworfen hatte.
Sukalo ließ danach kein gutes Haar an Stieler: "Der Schiedsrichter hat die ganze Zeit provoziert. Der hat uns schon vor dem Spiel nicht aufs Feld gelassen, weil einige Spieler keine Stutzen anhatten. So etwas habe ich noch nie erlebt."
Späte Tore sorgen für Kickers-Sieg
Kickers Offenbach zeigte vor 12.000 Zuschauern am Bieberer Berg eine starke Leistung und war gegen den Zweitligisten aus Berlin mehr ebenbürtig.
Die "Eisernen" enttäuschten auf der ganzen Linie und kamen erst in der 29. Minute durch einen 20-m-Schuss von Torsten Mattuschka zu ihrer ersten Chance.
Berlin hatte zwar mehr Ballbesitz, kam aber nur selten gefährlich vor das Offenbacher Tor. Die Gastgeber beschränkten sich in der zweiten Halbzeit lange auf die Defensive, ehe sie zwei Konter zum Sieg nutzten.
Union enttäuscht
Mathias Fetsch brachte die Hessen mit einem abgefälschten Schuss in Führung (75.). Für die Entscheidung sorgte der eingewechselte Stefan Vogler (85.).
"Es war extrem schwer, Torchancen herauszuspielen. Der OFC stand tief und gut. Uns ist kein Mittel eingefallen, da durchzukommen", sagte Union-Verteidiger Christian Stuff: "Die Enttäuschung ist riesig, wir müssen das jetzt abhaken."
Offenbach, Pokalsieger 1970, hatte in der ersten Runde den Bundesliga-Neuling SpVgg Greuther Fürth mit 2:0 ausgeschaltet und darf nun im Achtelfinale auf den nächsten hochkarätigen Gegner hoffen.


