

Trotz Pokal-Aus: Gladbach sucht nach Fortschritten
Aus Düsseldorf berichtet Thorsten Langenbahn
Düsseldorf - Trotz des Pokal-Aus verließen die Mönchengladbacher das Stadion erhobenen Hauptes.
Die 0:1-Niederlage im Niederrheinderby bei Fortuna Düsseldorf ( Spielbericht) nach Verlängerung tat dem Vorjahres-Halbfinalisten zwar weh - mehr aber nicht.
"Es hat uns natürlich hart getroffen, aber wir lassen uns davon nicht beirren", sagte Gladbachs Torhüter Marc-Andre ter Stegen.
Der Nationalkeeper parierte sechs Minuten vor Ende der regulären Spielzeit einen schwach geschossenen Elfmeter von Jens Langeneke und hielt seine Mannschaft damit zunächst im Rennen ( DATENCENTER: Die Spiele der 2. Runde).
Allerdings war der 20-Jährige 13 Minuten später machtlos gegen den Schuss von Nando Rafael (DIASHOW: Die Bilder der 2. Runde).
Rafael: "Bis Berlin kann es schnell gehen"
"Nach zwei schwierigen Heimniederlagen sind wir zurückgekommen und haben Moral gezeigt - es war ein geiles Spiel", sagte der Matchwinner Rafael.
Nur noch drei Siege sind es bis zum Finale, doch davon wollte noch kein Fortuna-Spieler träumen.
"Bis Berlin kann es schnell gehen, aber im Pokal geht es Schritt für Schritt", sagte Rafael zu SPORT1.
Herrmann: "Müssen einfach unsere Chancen reinmachen"
Jubel auf der einen, Enttäuschung auf der anderen Seite.
"Es ist immer schön, im Finale zu sein. Jetzt sind wir wieder nur Zuschauer", sagte der gebürtige Berliner Thorben Marx frustriert.
Bei Gladbach war der Schwung aus den Siegen gegen Olympique Marseille (2:0) und Hannover 96 (3:2) in der ersten Halbzeit deutlich zu spüren.
"Das Spiel verlief eigentlich ganz gut für uns, wir hatten gute Kombinationen und haben uns sehr viele Torchancen erarbeitet, von denen wir einfach eine reinmachen müssen", sagte der offensive Mittelfeldspieler Patrick Herrmann zu SPORT1.
Der U-21-Nationalspieler hatte noch in der 75. Minute die Riesenmöglichkeit zur Führung, nachdem Düsseldorfs Torhüter Fabian Giefer vor der Strafraumgrenze ohne Not ins Dribbling gegangen war und den Ball vertändelt hatte.
Doch Herrmanns Lupfer fing der 1,96 Meter lange Giefer mit hochgestreckten Armen gekonnt ab - die Fortuna-Fans und Trainer Norbert Meier mussten tief durchatmen.
"Er kostet mich Nerven", sagte Meier später mit einem Augenzwinkern.
De Camargo als De-Jong-Ersatz ohne Fortune
Nerven kostete die Vorstellung der Borussia auch Trainer Lucien Favre. Trotzdem lobte der Schweizer sein Team hinterher.
"Ich bin zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft", meinte Favre. "Wir haben unglücklich und unverdient verloren."
Unglücklich bedeutet in diesem Fall eher durch Unvermögen, Igor de Camargo ließ mehrere gute Möglichkeiten aus.
Trotzdem forderte der Belgier brasilianischer Herkunft nach seinem zweiten Einsatz von Beginn an weitere Spielzeit ein. "Ein Stürmer muss Vertrauen kriegen", sagte er.
Bisher regiert im Fohlen-Sturm das Rotationschaos. Gegen Marseille saß De Camargo noch auf der Bank, davor hatte Favre auch schon Mike Hanke oder Peniel Mlapa auf die Tribüne verbannt.
Eberl: "Art und Weise ein Schritt nach vorn"
Dennoch verließ Max Eberl optimistisch die Düsseldorfer Arena.
"Wir waren im Großen und Ganzen dominierend, deswegen ist die Niederlage sehr ärgerlich, aber wir können auch Positives mitnehmen", sagte Gladbachs Sportdirektor.
"Wie die Jungs in der Verlängerung zurückgekommen sind, das zeigt, dass sie fit sind."
Von einem Rückschlag wollte der 39-Jährige nichts wissen, ganz im Gegenteil: "Die Art und Weise unseres Spiels habe ich als Schritt nach vorne empfunden."
Jantschke kehrt zurück
Dennoch bleibt das Auf und Ab im Gladbacher Saisonverlauf für alle Beteiligten extrem anstrengend.
"Der Weg, auf dem wir gerade sind, ist mühsam, aber er lohnt sich", ist Eberl überzeugt.
Der 39-Jährige weiß: "Wir haben nicht die Zeit, lange über diese Niederlage nachzudenken." Am Samstag strebt das Favre-Team gegen den SC Freiburg den dritten Heimsieg an.
Dann wird Rechtsverteidiger Tony Jantschke nach seiner Gehirnerschütterung wieder zurückkehren und sein Ersatz Martin Stranzl zurück in die Innenverteidigung rücken.



