

Nach Pokal-Pflichtnummer: Sammer kontert van Gaal
Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Reinhard Franke
München - Die brasilianisch-deutsche Connection setzte ihr breitestes Lächeln auf: Die beiden echten, bayerischen Brasilianer Dante und Rafinha sowie Kaiserslauterns gefühlter Brasilianer Alexander Baumjohann.
Das Trio kennt sich aus gemeinsamen Schalker beziehungsweise Gladbacher Zeiten und so wurde das Wiedersehen im Bauch der Münchner Arena mit einem Smartphone-Foto festgehalten. ( DATENCENTER: Die Spiele der 2. Runde)
Der 4:0-Pokalerfolg des FC Bayern über Lautern war dabei fast ebenso rasch archiviert. ( BERICHT: Vierfacher Pizarro lässt B-Elf jubeln)
Schulterklopfen, Umarmungen und der frischgebackene Papa Baumjohann war kurze Zeit später mit dem FCK-Bus verschwunden - genauso wie die Bayern-Profis.
Matthias Sammer ließ sich dagegen Zeit, schlenderte durch die Mixed Zone, als einige Reporter ihr Arbeitsgerät schon verstaut hatten.
"Die Mannschaft hat das gut gemacht"
"Die Mannschaft hat das gut gemacht, hat am Anfang aber natürlich noch etwas Schwierigkeiten gehabt, den Rhythmus zu finden", sagte Bayerns Sportvorstand auf SPORT1-Nachfrage.
Auf neun Positionen hatte Jupp Heynckes sein Team durcheinander gewirbelt, das Achtelfinale buchte aber Bayerns B-Elf auch so, dank der beiden Doppeltorschützen Arjen Robben und Claudio Pizarro. (DIASHOW: Die Bilder der 2. Runde)
Im eleganten Anzug analysierte Sammer die Folgen dieser Super-Rotation, die unter anderem Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger eine Verschnaufpause ermöglichte.
Heynckes sei gegen den starken Zweitligisten kein Risiko eingegangen, hätte stattdessen den "Gesamtzusammenhang" gesehen. Dass es in der ersten Halbzeit kurzzeitig im Kombinationsfluss rumpelte - geschenkt.
Alaba als Spielmacher
Nach der vertrackten 1:2-Niederlage gegen Leverkusen registrierten die Bayern zufrieden, dass ihr Team, neu komponiert mit Javier Martinez als Innenverteidiger und David Alaba als Spielmacher, im Pokal wieder funktionierte.
So musste Sammer gleich zum Thema eine Regierungserklärung abgegeben, das rund um die Säbener Straße und die Allianz Arena allbeherrschend war.
Reaktion auf Van-Gaal-Kritik
Ex-Trainer Louis van Gaal hatte ja via "Sport Bild" den Münchnern höchst undiplomatisch erklärt, was er von Präsident Uli Hoeneß und dessen vorgeblich zu großem Machteinfluss halte: nichts.
Hoeneß selbst verkniff sich einen Kommentar, auch Sammer hielt zunächst fest: "Das Einzige, was ich sagen kann, ist das ich nichts sage."
Was er dann doch nicht durchhielt.
Sammer sieht keine "One-Man-Show"
"Bayern München, das sagt jeder, ist keine One-Man-Show. Es so darzustellen, wird dem ganzen Klub nicht gerecht", erklärte er und rügte zugleich van Gaals Attacken: "Ich fand das ein bisschen problematisch."
Und er fügte an: "Ich hätte nicht erklärt, wer scheinbar für alles verantwortlich ist in diesem Klub, um diesen dann anzugreifen. Das hätte ich an seiner Stelle nicht getan, weil ich auch sehe, wie alle Entscheidungen immer zusammen mit Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner getroffen werden."
Sammer entschwand schließlich mit einem Hinweis zur Gegenwart: dass er sich besonders für Claudio Pizarro freue.
Pizarro lobt Robbens Ideen
Der schickt sich an, Bayerns neuer "Mister DFB-Pokal" zu werden. Nach dem Torerfolg in der ersten Runde in Regensburg traf Pizarro gegen Lautern doppelt (DIASHOW: Die größten Pokal-Sensationen).
Bei "Sky" erklärte er, weshalb er mit dem Aushilfskapitän Robben so ein Zuckerduo darstellte.
"Wir haben zusammen in Chelsea gespielt und kennen uns schon lange. Wir haben auf dem Platz ein gutes Verständnis."
"Leute, wir werden harmonieren"
Heynckes hatte ohnehin keine Zweifel gehabt, dass sein Plan nicht aufgehen könnte.
"Wir trainieren täglich Passspiel, Laufwege, Angriffsschemen - deswegen habe ich in der Sitzung gesagt: Leute, wir werden harmonieren, das habt Ihr drauf", meinte der FCB-Coach.
Dennoch wird er im Liga-Betrieb in Hamburg (Sa., ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) wieder auf seine Stammformation zurückgreifen.
Lautern mit mutigem Auftritt
Die Lauterer hoffen indes, bereits nächsten Sommer dort wieder die Münchner als Gegner auf dem Betzenberg zu empfangen.
Aktuell steht das Team auf dem Relegationsplatz der Zweiten Liga und hat trotz der Pleite in München Selbstvertrauen aus einem guten Auftritt gezogen. "Wir hatten in der ersten Hälfte drei Riesenchancen", konstatierte Trainer Franco Foda, die individuelle Klasse von Robben und Pizarro habe letztlich entschieden,
Widerspruch erntete Foda da keinen.


